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33 Länder haben sehr ernste bis gravierende Hungersituation

Welthunger-Index 2008

Bonn

welthungerhilfeIn 33 Ländern weltweit herrscht eine sehr ernste bis gravierende Hungersituation. Diese Länder bilden die Schlusslichter im Welthunger-Index 2008 (WHI 08), den das Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) aus Washington und die Welthungerhilfe anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober gestern in Berlin vorgestellt haben.

Die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone schneiden dabei am schlechtesten von insgesamt 88 Ländern in dem Ranking ab. Dort ist die Situation teils sehr gravierend. Nach Weltregionen gruppiert, steht Afrika südlich der Sahara am schlechtesten da, gefolgt von Südasien. Insgesamt ist die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen gestiegen.

Erstmals zeigt der WHI auch eine langfristige Entwicklung durch den Vergleich der aktuellen Werte mit denen von 1990. Das Ergebnis, eine Mischung aus Fortschritt und Rückschritt in verschiedenen Ländern, ergebe auf globaler Ebene Stagnation, erläutert Joachim von Braun, Direktor des IFPRI: „Der Welthunger- Index verdeutlicht, dass es durchaus Fortschritt in der Hungerbekämpfung gibt, aber leider nicht auf breiter Front. Damit können wir uns nicht abfinden.“

Ingeborg Schäuble, Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe: „Fast eine Milliarde Hungernde sind eine Schande für die Menschheit. Im Gegensatz zu den Banken sind sie nicht selbst schuld an ihrer Misere. Das allgemeine Umdenken über die Rolle des Staates und der internationalen Gemeinschaft, das durch die Finanzkrise eingesetzt hat, muss sich auch auf die Hungerkrise erstrecken. Die Welt braucht ein Rettungspaket gegen den Welthunger, deshalb fordern wir eine Erhöhung der Mittel für die Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern von jährlich mindestens zehn Milliarden Euro sowie die Schaffung fairer Handelsbedingungen.“

Joachim von Braun zur aktuellen Finanzkrise: „Die Finanzkrise trägt zum Absinken der Agrarpreise bei. Dies bedeutet eine kurzfristige Erleichterung für die Armen. Aber dadurch wird Kapital für Agrarinvestitionen und für Ernährungsprogramme jetzt noch knapper. Das droht die nachhaltige Überwindung der Welternährungskrise zu verhindern.“

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Webtipp: >> www.welthungerhilfe.de

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