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Akademische Würden für Ackermann

Neuer Honorarprofessor der Goethe- Universität

Frankfurt

Goethe-Universitaet

Der Vortsandsvorsitzende der Deutschen Bank, Dr. Josef Ackermann ist neuer Honorarprofessor der Goethe- Universität. Die akademische Auszeichnung wurde ihm und einem weiteren Kandidaten, dem Fraport-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wilhelm Bender, am Mittwoch auf Vorschlag des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften und nach Anhörung des Senats durch das Präsidium der Goethe- Universität zuerkannt. Der Senat hatte dem Antrag des Fachbereichs zuvor mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.

Universitätspräsident Prof. Rudolf Steinberg zeigte sich erfreut: „Dass wir zwei solch hochrangige Manager für unseren Lehrkörper gewinnen konnten, bietet eine hervorragende Basis für die weitere Verknüpfung von Theorie und Praxis im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Ihre Perspektive von außen hilft Studierenden, sich ein Bild der für die Praxis nötigen fachlichen Qualifikationen zu machen sowie eine Brücke in die Berufswelt zu schlagen.“

Prof. Heinz Mathes, Studiendekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, ergänzte: „Wir schätzen uns überaus glücklich, dass wir mit Dr. Ackermann und Dr. Bender zwei herausragende und von den Studierenden sehr geschätzte Lehrkräfte nun dauerhaft an die Goethe-Universität binden können. Dr. Ackermann hat in seinen seit 2003 an unserem Fachbereich durchgeführten Lehrveranstaltungen bewiesen, dass er alle Qualifikationen eines hervorragenden akademischen Lehrers besitzt. Selbiges gilt für Dr. Bender, der bei uns seit 2004 ‚Luftverkehrssysteme im Wandel‘ lehrt.“

Mit scharfer Kritik hatte zuvor das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf den bereits zweiten Anlauf des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität reagiert und den Senat der Universität aufgefordert, den Antrag des Fachbereichs bei seiner Sitzung am Mittwoch abzulehnen.

„Man weiß nicht, ob man über die Chuzpe des Fachbereichs staunen oder sich über diese Unverschämtheit empören soll“, sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Die Situation heute unterscheide sich in nichts von der im Frühjahr 2005. Damals lief noch das Strafverfahren gegen den Chef der Deutschen Bank im Rahmen des Mannesmann-Prozesses. Ackermann wurde wie fünf anderen Angeklagten Untreue vorgeworfen. Die Universität bekam kalte Füße und stoppte das Verfahren. „Und nur weil Herr Ackermann im zweiten Mannesmann-Prozess einen Deal aushandeln konnte, mit dem er sich für de facto für 3,2 Millionen Euro freigekauft hat, kann er jetzt auf einmal Honorarprofessor werden?“, fragte Detlev von Larcher.

Ackermann stehe für eine neoliberale Wirtschaftspolitik, die die Spaltung in Arm und Reich weiter vorantreibe. „Verluste der Banken – wie zurzeit in Folge der Finanzkrise – sollen nach seinem Willen sozialisiert werden, die Gewinne aber weiterhin den Aktionären vorbehalten sein“, sagte Detlev von Larcher. Die Deutsche Bank zeichne sich zudem durch eine besonders aggressive Unternehmenspolitik aus, die bewusst auf das Geschäft mit Hunger und Tod setze.

So warb die Deutsche Bank im Frühjahr in zynischer Weise auf Brötchentüten bei Frankfurter Bäckereien für einen ihrer Agrarrohstoff-Fonds. „Freuen Sie sich über steigende Preise? Alle Welt spricht über Rohstoffe – mit dem Agriculture Euro Fond haben Sie die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe zu partizipieren. Investition in etwas Greifbares“, hieß es da – während die Hungerkrise verzweifelte Menschen in Haiti, Bangladesh, Westafrika und anderswo auf die Straße trieb. Detlev von Larcher: „Ackermann ist ein schlechtes Vorbild für Wirtschaftswissenschaftler. Soll er den Studenten beibringen, wie man 6000 Arbeitsplätze abbaut, während das Unternehmen Höchstgewinne erzielt?“

Der Fall Ackermann zeigt laut Attac – ebenso wie die beabsichtigte Berufung des Fraport-Chefs Wilhelm Bender als Honorarprofessor – wie die Freiheit von Lehre und Forschung an den Universitäten unter dem massiven Einfluss der Wirtschaft zunehmend verloren geht.

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Webtipps: >> Goethe- Universität

>> www.attac.de

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