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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Dienstag, 12. Dezember 2017

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Am besten „Frisch gepresst“

Weihnachtszeit ist Orangenzeit: WWF warnt vor Wasserklau und Umweltzerstörung beim Zitrus-Anbau. – Preispolitik und zügelloses Wachstum in der Kritik.

Frankfurt am Main

Foto: © Liisi Kokk / WWF

zitrusfruechte

Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche im Jahr 41,5kg an Zitrusfrüchten. Am beliebtesten sind Clementinen, Mandarinen und süße Apfelsinen. Insgesamt landen jährlich über eine Millionen Tonnen Zitrusfrüchte, vor allem aus der Mittelmeerregion, auf dem deutschen Markt. Doch eine harte Einkaufspolitik mit niedrigen Preisen und die Folgen von Dürreereignissen und Extremwettern erschweren die Produktion zunehmend. „In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der europäischen Anbauländer stark abgenommen“, erklärt Dorothea August vom WWF Deutschland. „Wenn aufgrund von Witterungsbedingungen, Preispolitik und Handelsmengen europäische Produzenten nicht wie gewünscht liefern können, kommen die Importe für den deutschen Markt vor allem aus Südafrika und Argentinien.“

Doch genau diese Entwicklung wird von der Umweltstiftung WWF kritisch beobachtet. Vor allem die großen Flächenausweitungen der Produktion in den Ländern Südamerikas und der Volksrepublik China werden mit zunehmender Sorge registriert. Von hier aus wird der Markt mit Schiffsladungen gefrorenem Fruchtfleisch zur industriellen Weiterverarbeitung überflutet. Waldrodungen, wie etwa im Amazonasgebiet, oder starke Grundwasserverschmutzung durch Pestizide, beispielsweise in China, sind nach WWF-Angaben die Folgen. Hinzu komme, dass eine kurzfristige, durch Preispolitik bestimmte Entwicklung keinen Platz für nachhaltige Anbaumethoden und Vertragsanbau lasse. Dadurch fehle den Erzeugern die nötige Sicherheit für neue Investitionen, wie etwa in Bewässerungstechnologien. „Doch gerade die sind in von Dürre und Trockenheit heimgesuchten Ländern wie Spanien oder Italien dringend notwendig – aus ökonomischen und ökologischen Gründen“, sagt Dorothea August. Grundsätzlich sind Zitruspflanzen bestens für den Anbau in Mittelmeerländern geeignet, da sie Wasser über längere Zeit speichern können.

Für einen ökologisch wie ökonomisch nachhaltigen Zitrus-Anbau fordert der WWF schärfere Kontrollen von Pestizid- und Düngemitteleinsätzen. Außerdem soll der illegale Wasserraubbau, der etwa in Spanien oder der Türkei ein großes Problem darstellt, konsequent verfolgt und juristisch belangt werden. Für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelbranche, die Zitrusfrüchte als Ausgangsprodukt für Süßspeisen, Smoothies, Säfte oder Dosenobst benötigt, fordert der WWF verbindliche Richtlinien und Mindeststandards, die eine legale, umweltverträgliche Herkunft sichern. Den Verbrauchern rät WWF-Referentin August: „Frische Früchte in der dafür natürlichen Erntezeit sind immer die beste Wahl. Nicht nur aus ökologischer Sicht. Dann ist nämlich auch der Vitamingehalt am höchsten.“ Außerdem empfiehlt die Umweltstiftung den Kauf von Früchten aus ökologischem Bio-Anbau.

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Webtipp: >> www.wwf.de

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