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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Dienstag, 22. Mai 2018

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Appell an die Bundesregierung

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit

Osnabrück / Berlin

Foto: © terre des hommes, Theo Dom

Die Organisation terre des hommes – Hilfe für Kinder in Not richtete am gestrigen Welttag gegen Kinderarbeit einen dringenden Appell an alle Bundestagsabgeordneten, sämtliche Produkte aus dem öffentlichen Beschaffungswesen auszuschließen, die mit Hilfe der Ausbeutung von Kinderarbeitern entstehen.

Im Hinblick auf die anstehende Bundestagsdebatte über die Reform des Vergaberechts bittet terre des hommes die Abgeordneten, sich für eine verbindliche Verankerung sozialer und ökologischer Kriterien einzusetzen und in ihren Wahlkreisen für die konkrete Umsetzung einer verantwortungsbewußten Beschaffung zu werben.

„Bis heute haben bereits die Länder Bayern, Bremen, Saarland und Sachsen und über 100 Städte und Gemeinden erklärt, dass sie in ihrer Beschaffung das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit berücksichtigen werden“, so Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand von terre des hommes, in seinem Brief.

Auf 165 Millionen schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (International Labor Organisation – ILO), die den Welttag gegen Kinderarbeit initiierte, die Zahl der Kinder zwischen 5 und 14 jahren, die arbeiten müssen. Teilweise schuften sie unter gefährlichsten und ausbeuterischen Bedingungen. Sie werden geschunden, oft wie Sklaven gehalten, ruinieren ihre Gesundheit und können keine Schule besuchen.

Mit der Reform des Vergaberechts, besteht die Chance, dass die öffentliche Hand verantwortungsvoller handelt und auf soziale sowie ökologische Kriterien in ihrer Beschaffung achtet. Dazu gehört in erster Linie das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit und die Berücksichtigung der Kernarbeitsnormen der ILO.

Das Motto der ILO zum heutigen Welttag gegen Kinderarbeit lautet „Bildung ist das beste Mittel zur Bekämpfung von Kinderarbeit“. Nach Auffassung der ILO sind Maßnahmen, wie z.B. eine allgemeine Schulpflicht, eine ausreichende Versorgung, gezielte Bildungsprogramme, Durchsetzung von Gesetzen gegen Kinderarbeit und die Armutsbekämpfung notwendig.

Kommentar ETHIKER:

Letztendlich bleiben Kernproblem und Hauptursache für Kinderarbeit: Die Kinder sind wegen der großen Armut in den Familien gezwungen, zu arbeiten. Viele Kinder arbeiten für Subunternehmer multinationaler Konzerne. Diese übertragen die Verantwortung ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) oft an gemeinnützige Organisationen, wie H&M aktuell an UNICEF. „Der Textilriese stiehlt sich aus der Verantwortung und degradiert gemeinnützige Organisationen wie die Unicef zum Ausputzer in der weltumspannenden Produktionskette“, schreibt der Autor und Journalist von „Schwarzbuch Markenfirmen“, Klaus Werner, auf seiner Homepage.

Etliche der dicken CSR- Pamhlets und freiwilligen Unternehmensverpflichtungen sind schon allein deshalb eine Farce, da in der Praxis die Umsetzung dieser CSR- Richtlinien meist nur unzureichend oder gar nicht kontrolliert wird.

Kinder werden von den Subunternehmern bevorzugt, weil sie äußerst wenig und als Sklaven gar nichts kosten. Bei Händlerpreis- Erhöhungen, die Voraussetzung für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen sind, ziehen die Konzerne in billigere Länder weiter. Diesen Teufelskreislauf mit Maßnahmen, wie einer entsprechenden Bildung, unterbrechen zu wollen – ist aussichtslos.

Das hier ein Umdenken auf größerer Ebene und vor allem auch entsprechende Gesetze notwendig sind, versteht sich von selbst.

Das neue Vergaberecht muss unbedingt solche gesetzlichen Regelungen gegen ausbeuterische Kinderarbeit und für angemessene Kernarbeitsnormen beinhalten.

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Webtipps: >> Appell von terre des hommes

>> Klaus Werner auf www.unsdiewelt.com

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Ein Kommentar zu “Appell an die Bundesregierung”

  1. Redaktion

    ETHIKER schließt sich dem Appell von terre des hommes an.

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