ETHIKER

News Online

Twitter

Twitter
@EthikerNews

ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Samstag, 25. November 2017

PHILOSOPHIE
PERSONEN
DOWNLOAD
COMMUNITY
KONTAKT
IMPRESSUM
» ethiker.com kaufen

Bereits Berufsanfängerinnen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen

WSI- Projekt LohnSpiegel

Düsseldorf

hans-boecklerBereits bei den Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern zeigt sich ein deutlicher Einkommensrückstand von Frauen gegenüber Männern. Frauen mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung verdienen durchschnittlich 18,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Projekts LohnSpiegel, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans- Böckler- Stiftung bearbeitet wird, im Auftrag des Bundesfrauenministeriums. „Dieser geschlechtsspezifische Einkommensrückstand lässt sich weder durch unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen noch durch eine spezifische Berufswahl vollständig erklären“, erläutert Projektleiter Dr. Reinhard Bispinck auf einer heute beginnenden WSI-Fachtagung zur Gleichstellung. „Die Ergebnisse verweisen vielmehr auf das Fortbestehen geschlechtspezifischer Lohndiskriminierung.“

Grundlage der Untersuchung ist der Datensatz der LohnSpiegel-Datenbank, die auf einer seit 2004 laufenden Online-Erhebung basiert. Die Auswertung bezieht 106.000 Datensätze ein, darunter rund 16.000 Datensätze von Berufsanfängerinnen und -anfängern mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung. Für den europäischen Vergleich zogen die Forscher 75.000 Datensätze für Berufsanfänger/innen aus 8 Ländern heran.

Ergebnisse:

  • Der Gender Pay Gap steigt mit den Berufsjahren: Frauen mit einer Berufserfahrung von bis zu 3 Jahren verdienen 18,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In der Gruppe mit 4 bis 10 Jahren Berufserfahrung wächst der Abstand auf 21,8 Prozent.
  • Im Westen fällt der GPG höher aus als im Osten. Dort geht er anders im Westen mit wachsender Zahl der Berufsjahre zurück.
  • In den Wirtschaftssektoren variiert der GPG bei Berufsanfänger/innen zwischen 4,9 Prozent (Energie/Wasser) und 21,2 Prozent (Kredit/Versicherungsgewerbe).
  • Je größer der Betrieb, desto größer der absolute Einkommensrückstand weiblicher Berufsanfänger. Relativ bleibt der GPG jedoch weitgehend gleich.
  • Nach Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede des GPG bei Berufsanfänger/innen. Er reicht von unter 10 Prozent in EDV/IT-Berufen bis zu 20 Prozent und mehr z.B. in den Berufen der Nahrungsmittelverarbeitung.
  • Im europäischen Vergleich mit sieben anderen Ländern liegt Deutschland beim GPG im oberen Drittel. Die Spannweite des GPG bei Berufsanfänger/innen reicht von 9,4 Prozent in Belgien und 9,8 Prozent in Dänemark bis zu 26,0 Prozent in Polen und 30,4 Prozent in Spanien.

Ursachen:

Regressionsanalysen mit dem LohnSpiegel-Datensatz zeigen: Die Einkommensrückstände von Frauen lassen sich nur zum Teil durch unterschiedliche berufliche Präferenzen, Unterschiede in der Ausbildung sowie berufliche Unterbrechungen auf Grund von Kindererziehung erklären. Mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten spielen auch eine Rolle. All dies sind jedoch nur Teilerklärungen. Die Analysen des WSI bestätigen den auch aus anderen Untersuchungen bekannten Befund, dass ein wichtiger Teil des geschlechtsspezifischen Lohnrückstandes sich weder durch personenbezogene oder strukturelle Faktoren erklären lässt, sondern auch auf die unterschiedliche, auch diskriminierende Behandlung von Frauen im Berufsleben zurückzuführen ist.

_____________________

Webtipp: >> www.boeckler.de

Twitter, Facebook ...

Ein Kommentar zu “Bereits Berufsanfängerinnen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen”

  1. Wolfgang A. Gogolin

    Da stellt sich die Frage, was genau mit Berufsanfänger gemeint ist. Junge Männer jedenfalls leisten, anders als Mädchen, zunächst einmal zwangsweise Wehr- oder Zivildienst und es darf füglich bezweifelt werden, dass sie hier mehr Geld erhalten als die jungen Damen, die schon im Job anfangen. Und es stellt sich die Frage, was von den höheren Bildungsabschlüssen der Mädchen zu halten ist, wenn schon das Bildungsministerium offen einräumt, dass Jungen bei gleichen Leistungen schlechter benotet werden als Mädchen.
    Nicht zuletzt hat noch niemand beantworten können, weshalb Arbeitgeber überhaupt noch männliche Kräfte einstellen, wenn doch Frauen bei gleicher Leistung so sehr viel billiger arbeiten.

Eigentümer und Herausgeber: Anke Pohl www.ethiker.com Das Copyright für veröffentlichte Publikationen, Objekte und Inhalte der Webseite verbleibt bei den Eigentümern.
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle wird keine Haftung für die Inhalte externer Links übernommen. © www.ethiker.com
SSL Zertifikate

buero