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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Donnerstag, 20. Juli 2017

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Bildung für nachhaltige Entwicklung muss zur „Chefsache“ werden

Nachhaltigkeitsbeirat Baden-Württemberg:

Stuttgart

universitaet_stuttgartMehr Einsatz und Engagement zur Verbesserung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz BNE) fordert der Nachhaltigkeitsbeirat Baden-Württemberg in seinem neuesten Gutachten, das gestern an Umweltministerin Tanja Gönner übergeben wurde. Anerkennend hebt der Beirat hervor, dass es bereits eine Fülle an Initiativen, Programmen und Projekten zu BNE im Land gibt. Dieses Angebot sei aber noch nicht ausreichend. Vor allem fehle es an Ansätzen, um die Bürgerinnen und Bürger in die Lage zu versetzen, eigene Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln erkennen und umzusetzen zu können. Eine einseitige Ausrichtung auf Umweltbildung sei unzureichend, um das Konzept der Nachhaltigkeit in seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten ganzheitlich zu beleuchten.

Hauptautorin des Beiratsgutachtens ist diesmal Frau Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann vom Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Der Kern des Gutachtens des NBBW ist ein Katalog von Empfehlungen mit insgesamt 14 Punkten. Ganz oben auf der Liste steht die Erhöhung der Bedeutung von BNE in der Gesellschaft. BNE muss demnach zur „Chefsache“ werden, damit nachhaltige Entwicklung nicht nur eine Idee bleibt, sondern sich im Handeln der Menschen manifestieren kann. BNE muss, so der NBBW in seinem Gutachten weiter, in erster Linie als eine zentrale Aufgabe der Bildungspolitik und Bildungspraxis erkannt und entsprechend umgesetzt werden. So sei der Weg richtig, BNE als ein wichtiges Element in der baden-württembergischen Nachhaltigkeitsstrategie weiter zu verankern.

Ziel sei es nicht, ein neues Schulfach einzuführen. Ganz im Gegenteil: Das Querschnittsthema BNE müsse in bereits vorhandene Lerninhalte integriert werden, um das Verständnis von nachhaltiger Entwicklung zu fördern. Damit solche Bemühungen auch im wahrsten Sinne des Wortes „nachhaltig“ sind, dürfe man sich nicht auf Einzelaktionen wie beispielsweise Projektwochen beschränken, sondern müsse BNE kontinuierlich einbinden. Um diese Einbindung zu erreichen, könnten an allen Schulen BNE-Verantwortliche benannt werden, die unter anderem dafür verantwortlich sein könnten, dass BNE als übergreifendes Lernfeld in der jeweiligen Schule akzeptiert wird. Die Bildungspläne für die allgemeinbildenden Schulen bieten vielfältige Anknüpfungspunkte, die es verstärkt zu nutzen gilt.

Im Rahmen von BNE können auch die politisch stark forcierten Forderungen nach mehr Bildung etwa im Bereich des Verbraucherschutzes sinnvoll einbezogen werden. Problematisch sieht der NBBW die Tatsache, dass BNE momentan nur vereinzelt ein Thema an Pädagogischen Hochschulen ist. Noch weniger wird sie in der universitären Lehrerausbildung für den Fachunterricht an Gymnasien und Berufsschulen berücksichtigt. Deshalb lautet die Empfehlung des NBBW an die Landesregierung, BNE zu einem Schwerpunkt in der Lehrerausbildung zu machen. Darüber hinaus sollte sich BNE nicht nur auf die Schule beschränken, sondern alle Lebens- und Lernbereiche, auch die außerschulischen Lernorte, umfassen. Damit sind beispielsweise die Kindergärten, Jugendeinrichtungen, aber auch Weiterbildungsangebote im Bereich der Erwachsenenbildung angesprochen.

Das Gutachten kann bei der Geschäftsstelle des Nachhaltigkeitsbeirats Baden-Württemberg angefordert oder auf der Homepage des NBBW abgerufen werden.

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Webtipp: >> www.uni-stuttgart.de

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