Abschluss der UN- Naturschutzkonferenz
“Bonnner Mandat” gegen Biopiraterie
Bonn
(Foto: U. Grabowsky / photothek.net)

Umweltminister Sigmar Gabriel sieht in den Beschlüssen der am Freitag abgeschlossenen UN- Naturschutzkonferenz in Bonn ein “Aufbruchsignal”.
„Wir haben in Bonn soviel erreicht, wie wir erreichen wollten und erreichen konnten. Wir haben uns bei den strittigsten Kernfragen geeinigt und den lähmenden Stillstand der letzten Jahre überwunden. Der weltweite Aufbruch zum konkreten Schutz der biologischen Vielfalt ist gelungen. In Bonn hat sich die Weltgemeinschaft auf den Weg gemacht, den anhaltenden Raubbau an der Natur zu stoppen“, sagte Gabriel zum Abschluss des High-Level-Segments am Freitagmittag.
Die erreichte Einigung gegen Biopiraterie und zur Schaffung eines Reglements über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte Aufteilung des Nutzens (ABS) nannte Gabriel einen “Durchbruch”:
“Wir haben es nach nunmehr 16 Jahren endlich geschafft, uns auf einen gemeinsamen Weg zu verständigen, der zu einer international verbindlichen Vereinbarung zur gerechten Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung der biologischen Vielfalt führt“.
Das “Bonner Mandant” dient in den nächsten zwei Jahren als Fahrplan zur Vorbereitung der Bildung eines internationalen ABS- Regimes, das auf der 10. Vertragssaatenkonferenz in Japan beschlossen werden soll.
„Ich werde mich als Präsident des Übereinkommens in den nächsten zwei Jahren mit allem Nachdruck dafür einsetzen, dass das Bonner Mandat für die Schaffung des ABS- Regimes bis 2010 erfolgreich umgesetzt wird“, so Gabriel. „Biopiraterie muss nach 2010 international rechtssicher ausgeschlossen sein!“
Andere auf der Bonner Naturschutzkonferenz erzielte Fortschritte sind die klare Formulierung von Maßnahmenforderungen gegen den illegalen Holzeinschlag, die Erstellung von wissenschaftlichen Kriterien für die Auswahl von Meeresschutzgebieten, die Verabschiedung von Empfehlungen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Biodiversitäts-Konvention und der Klimarahmenkonvention, die freiwillige Selbstverpflichtung von 34 Unternehmen zum Schutz der Biodiversität und die positive Etablierung der LifeWeb Initiative Deutschlands.
Angesichts der alarmierenden Situation in Sachen Umwelt- und Artenschutz und deren Überschneidung mit der drängenden Entwicklungshilfe- sowie Klimaschutz- und Klimaanpassungs- Problematik wirken diese Ergebnisse dennoch eher wie zaghafte Versuche auf einer Entscheidungsträger- Ebene mit unzureichender politischer Prorität.
Der UN- Biodiversitätsgipfel kriecht wie eine Schnecke, während der Verlust an Arten und Lebensräumen rasend schnell voranschreitet, meint Martin Kaiser, Leiter der Greenpeace-Delegation: “Wenn dies so weiter geht, kann das UN- Ziel, bis 2010 eine Trendwende zu schaffen, nie und nimmer erreicht werden”. Das läge an den knallharten wirtschaftlichen Interessen vieler Länder.










