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Das Ende der Vielfalt?

Menschenverursachte Aussterbe-Rate 100mal höher als normal. / WWF fordert „UN- Weltrat für Biologische Vielfalt“

Frankfurt am Main

Vom Aussterben bedroht: Es gibt nur noch 40 Amurleoparden. Foto: © WWF

260-img_6341-copy_jpg_08Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Union werden mit dem Ziel, den Artenschwund bis zum Jahr 2010 zu stoppen oder zumindest signifikant zu verringern, scheitern. „Der Verlust der biologischen Vielfalt hat sich in Europa und weltweit in den vergangenen Jahren sogar noch beschleunigt“, warnt Günter Mitlacher von der Umweltstiftung WWF anlässlich des International Tags der Biodiversität am 22. Mai. Die menschenverursachte Aussterbe- Rate von Tieren und Pflanzen ist nach WWF- Angaben zwischen hundert- und tausendmal höher als der natürliche Artenschwund, den es schon immer gegeben hat. Verursacht wird das Phänomen von der ungebremsten Lebensraumzerstörung, dem Klimawandel und dem Raubbau der Meere.

Ein Jahr nach dem UN-Umweltgipfel zum „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (CBD) in Bonn bezeichnete die Umweltschutzorganisation WWF die Bemühungen der deutschen Präsidentschaft und der weltweiten Staatengemeinschaft im Kampf gegen den Artenschwund als „insgesamt unbefriedigend“ und zu langsam. Der WWF fordert die Einrichtung eines UN-Weltrats zum Schutz der biologischen Vielfalt. Das wissenschaftliche Gremium soll ähnlich dem Weltklimarat die Regierungen im Kampf gegen den Artenschwund beraten, unterstützen und die Dringlichkeit des Handelns verdeutlichen. Außerdem müsse die Schlagzahl der Aktivitäten erhöht werden. „Bis zur nächsten CBD-Konferenz 2010 in Japan muss die deutsche Präsidentschaft dafür sorgen, dass der Weltrat zur Biodiversität beim UN-Umweltprogramm eingerichtet wird“, sagt Günter Mitlacher.

Nach Ansicht des WWF hat die deutsche Bundesregierung auch die Hausaufgaben im eigenen Land nicht gemacht. „In Deutschland sind die Bemühungen, den Artenschwund zu stoppen, bestenfalls halbherzig“, sagt WWF-Experte Günter Mitlacher. Die Zahl der bedrohten Biotope sei zwischen 1994 und 2006 von 68,7 auf 72,5 Prozent gestiegen. Auch die Ziele, zwei Prozent Deutschlands als unberührte Wildnis zu etablieren und fünf Prozent der Wälder sich selbst zu überlassen, liegen noch in weiter Ferne. „Die Einschätzung von Bundesminister Gabriel, der Schutz der Natur habe endlich Fahrt aufgenommen, kann der WWF nicht uneingeschränkt teilen“, sagt Mitlacher. Zwar habe der Minister sein Naturschutzengagement deutlich gesteigert, die Trendwende sei jedoch bislang ausgeblieben.

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Webtipp: >> www.wwf.de

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