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Der Drache verdurstet

WWF: Dürre in China Vorbote einer globalen Wasserkrise

Frankfurt am Main

China verfügt zwar über sieben Prozent der globalen Frischwasser- Ressourcen, muss damit aber auch 22 Prozent der Weltbevölkerung versorgen. © Yifei Zhang / WWF Canon

260_zhangdu_lake__c__yifei_Die derzeitige Dürre in China ist nach Auffassung des WWF vom Menschen verursacht sowie Ausdruck einer umfassenden und allgemeinen Wasserkrise im Reich der Mitte. „Obwohl China zu den wasserreichsten Ländern der Erde gehört, wird das Süßwasser immer knapper und wird bald hunderte Millionen Menschen in ihrer Existenz bedrohen“, so WWF Süßwasserexperte Martin Geiger.

Ursachen für die sich weiter verschärfende Wasserkrise in China sind vor allem Wasserverschwendung und Bodenerosion. Seit 1949 hat sich der Wasserbrauch in China verfünffacht. Bis zu 70 Prozent des verbrauchten Wassers wird in der Landwirtschaft eingesetzt. Vor allem im trockenen Norden ist man auf Bewässerungssysteme angewiesen. Aufgrund veralterter Bewässerungsanlagen und hoher Verdunstungsraten kommt höchstens die Hälfte des Wassers auf den Feldern an. Die Umleitung von Gewässern zur Versorgung der Bewässerungslandwirtschaft sowie schlecht geplante Staudämme haben dazu geführt, dass Flüsse wie der Gelbe Fluss zeitweise oder völlig austrocknen.

„Was wir in China erleben sind die Vorboten einer globalen Wasserkrise“, so Martin Geiger. „Wasser wird immer knapper und könnte bald zu den kostbarsten Gütern des Planeten gehören. Nicht nur in China, sondern auch global brauchen wir deshalb einen verantwortungsvolleren und effizienteren Umgang mit der Ressource Wasser“.

37 Prozent der Landfläche sind in China von Erosion betroffen. Ein Grund für den starken Bodenverlust sind industrielle und Siedlungs-Baumaßnahmen, durch die die Vegetation zerstört wird und der Regen den Boden leichter wegspülen kann. Auch die Zerstörung großer Waldflächen trägt zur hohen Erosionsrate bei.

Chinas Niederschläge sind sehr ungleichmäßig verteilt. Der stärker besiedelte Norden des Landes erhält nur etwa 20 Prozent der Niederschläge, weshalb dort die Gewässer und Grundwasserkörper durch den Bevölkerungswachstum, intensive Landwirtschaft und den wirtschaftlichen Aufschwung bereits stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die landwirtschaftlichen und industriellen Gebiete der dicht besiedelten Nordchinesischen Ebene sind besonders betroffen.

China verfügt zwar über sieben Prozent der globalen Frischwasser-Ressourcen, muss damit aber auch 22 Prozent der Weltbevölkerung versorgen. Bereits jetzt ist die Trinkwasserversorgung von über 300 Millionen Chinesen, vor allem in ländlichen Regionen, gefährdet. Der WWF befürchtet, dass sich die Situation bis 2030 massiv verschärfen wird. Dann wird die Bevölkerung auf 1,6 Milliarden angewachsen sein, so dass die Wasserverfügbarkeit von bereits knappen 2.300 Kubikmeter pro Kopf und Jahr noch weiter abfallen wird und fast den offiziellen Grenzwert für Wasserknappheit von 1.700 Kubikmetern erreicht.

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Webtipp: >> www.wwf.de

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