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Der härteste Stoff der Welt

Studie: Globaler Diamantenhandel nach Deutschland

Siegburg

diamantenhandel_studie

Eine am Montag vom SÜDWIND-Institut veröffentlichte Studie belegt, dass die Arbeitsbedingungen in den Fördergebieten von Diamanten in der Demokratischen Republik Kongo und in Sierra Leone äußerst schlecht sind. In den Verarbeitungsbetrieben in Indien, wo rund 90 Prozent der weltweit geschliffenen Diamanten verarbeitet werden, existieren ebenfalls erhebliche Missstände. SÜDWIND fordert daher von den deutschen Unternehmen, die am Handel mit Schmuck und Industriendiamanten beteiligt sind, weltweit für die Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards einzutreten.

Der internationale Diamantenmarkt ist in Bewegung geraten und jahrzehntealte Vermarktungswege verändern sich. Damit hat sich die Situation vieler Diamantenschürfer allerdings nicht verbessert.

„In der Demokratischen Republik Kongo, einem der ärmsten Länder der Welt, arbeiten rund 700.000 Menschen im informellen Diamantensektor. Der größte Teil von ihnen verdient weniger als einen Dollar pro Tag, die Arbeitsbedingungen sind häufig äußerst schlecht, Kinderarbeit ist an der Tagesordnung und es kommt zu vielen Unfällen. Die Einnahmen des Staates aus dem Diamantengeschäft sind sehr gering“, so Friedel Hütz-Adams, Autor der Studie.

„Die Situation in Sierra Leone ist ähnlich. Die meisten der rund 120.000 Schürfer leben auch hier mit einem Einkommen von weniger als einem US-Dollar pro Tag.“ Trotz vieler Bodenschätze ist das Land nach den Statistiken der Vereinten Nationen derzeit das am wenigsten entwickelte der Erde.

Die Weiterverarbeitung der Diamanten konzentriert sich heute in Indien, wo rund eine Million Menschen 90 Prozent aller weltweit gewonnenen Diamanten schleifen und polieren. „Sinkende Löhne, Streiks, Massenentlassungen und massive Gesundheitsprobleme vieler Beschäftigter zeigen, dass auch die Arbeitsverhältnisse in Indien in vielen Betrieben noch erheblich verbessert werden müssen“, so Hütz-Adams.

In Deutschland werden Diamanten zu Schmuck verarbeitet und in der Industrie zur Herstellung von Lasern, Medizintechnik, Bohrern etc. verwendet. Weltweit gibt es Bemühungen, die Förderung und Verarbeitung von Diamanten sozialverträglich zu gestalten.

Ähnlich wie in anderen Branchen, die SÜDWIND untersucht hat, sieht Geschäftsführerin Martina Schaub erheblichen Handlungsbedarf: „Deutsche Unternehmen sollten auf die Einführung international verbindlicher Standards drängen, die von unabhängigen Stellen überwacht werden. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, von hiesigen Unternehmen die Umsetzung bestehender internationaler Abkommen – darunter die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen – einzufordern.“
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Webtipp: >> www.suedwind-institut.de

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