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Der Rechnungshof hat sich verrechnet

WWF kritisiert Bericht zu Elbvertiefung und spricht von Inkompetenz

Frankfurt am Main

Foto: © Bernd Lammel / WWF

elbhochwasser

Der WWF übt harsche Kritik an einem Bericht des Bundesrechnungshofs zur Elbvertiefung, der der Umweltorganisation vorliegt. Darin fordert die Behörde einen umfassenderen Ausbau des Flusses zwischen Hamburg und der Nordsee und spricht von einer ökologischen Überkompensation der letzten Vertiefung. „Dieser Bericht ist skandalös. Die ökologische Inkompetenz des Rechnungshofs ist erschreckend“, so WWF-Expertin Beatrice Claus. Die Umweltfolgen der Elbvertiefung von 1999 waren nach Angaben des WWF drastischer als erwartet und sind bis heute nicht ausreichend kompensiert. Der Bericht ignoriere, dass ein weiterer Eingriff die ökologische Krise der Elbe verschärfen würde.

Der WWF fordert eine engere Kooperation der Nordseehäfen, um den Containerboom in den Griff zu bekommen und Steuerzahler und Umwelt zu entlasten. „Es ist schon erstaunlich, dass der Rechnungshof die wirtschaftlichste Lösung nicht in Betracht zieht“, so Claus. Die geplante Elbvertiefung könnte mit geschätzten Kosten von 400 Millionen Euro deutlich teurer werden als erwartet. In Folge der letzten Vertiefung waren allein die jährlichen Baggerkosten im Hamburger Hafen um das Vierfache auf 80 Millionen Euro pro Jahr gestiegen.

Die Behauptung, wegen des stärker ansteigenden Containerumschlags müsse die Elbe weiter vertieft werden, hält der WWF für nicht nachvollziehbar. Man müsse deutlich unterscheiden zwischen der Zufahrt zum Hamburger Hafen – und nur darum gehe es bei der Elbvertiefung – und den Umschlagskapazitäten im Hafen selbst. „Wenn deutlich mehr Container kommen, dann muss der Hafen seine Kapazitäten erweitern. Mit der Elbvertiefung hat das erstmal nichts zu tun“, so Claus. Schon heute können auch die größten Containerschiffe der Welt den Hamburger Hafen anlaufen – allerdings in einem engen Zeitfenster während der Flut. Die strittige Frage sei, ob man dieses Zeitfenster für diese wenigen XXL-Schiffe erweitern will oder nicht. „Die ökologischen und ökonomischen Kosten für einen weiteren Ausbau der Elbe sind zu hoch. Der Hafen wird auch ohne Elbvertiefung rasant weiter wachsen“, so Claus.

Eine WWF-Studie hatte bereits 2005 gezeigt, dass die Umweltfolgen der Elbvertiefung von 1999 drastischer waren, als angenommen. Schlechtere Wasserqualität, Sauerstoffmangel und die Verschlickung der Nebenflüsse sind die Folge. Die „Lunge der Elbe“ – die Sauerstoff produzierenden Flachwasserzonen –  wurden zerstört, Laich- und Aufwuchsgebiete für Fische gingen verloren. In einer weiteren Studie hat der WWF nachgewiesen, dass die Ausgleichsmaßnahmen für die letzte Vertiefung unzureichend sind und zudem nur schleppend realisiert wurden. Die Belastbarkeit der Elbe sei längst überschritten.

Der WWF hatte die Herausgabe des bereits im September 2007 verfassten Rechnungshofberichts erst nach einer längeren Auseinandersetzung mit dem Bundesverkehrsministerium und unter Berufung auf das Umweltinformationsgesetz erwirkt.

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