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Deutsche Ostseeküste wird Modellregion für die Anpassung an den Klimawandel

Universität Rostock

Rostock

uni_rostockAn der Ostseeküste Schleswig- Holsteins und Mecklenburg- Vorpommerns werden in den nächsten fünf Jahren Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten für die Region erforscht. Als eine von sieben Regionen in Deutschland wird sie im Rahmen der Maßnahme „KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp neun Millionen Euro gefördert. Das Fachgebiet Küstenwasserbau der Universität Rostock bearbeitet in Kooperation mit den zuständigen Küstenschutzbehörden in Schleswig- Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Fragen zu den zukünftigen Strategien im Küsten- und Hochwasserschutz an der deutschen Ostseeküste. „Unter anderem soll die Frage beantwortet werden, ob mit den aktuellen Konzepten wie beispielsweise die Konstruktion von Hochwasserschutzdünen oder Küstenschutz mit Buhnen und Offshore-Wellenbrechern auch zukünftig noch den Schutz des Hinterlandes gegen Überflutung gewährleistet werden kann“, sagte Dr. Peter Fröhle, Projektverantwortlicher an der Universität Rostock.

Das Projekt RADOST („Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste“) verbindet unter der Federführung des Ecologic Instituts* in Berlin mehr als 60 überwiegend in der Region ansässige Partner. Grundgedanke ist eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Praxis. Neben Forschungseinrichtungen wie dem Institut für Ostseeforschung Warnemünde und den Universitäten Kiel und Rostock sind Behörden wie das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock und das schleswig-holsteinische Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) unmittelbar in das Projekt eingebunden. Ingenieurbüros und weitere regionale Unternehmen werden Forschungsergebnisse zur Anwendung bringen.

Bereits heute werden in den beteiligten Bundesländern jedes Jahr viele Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Für einen effizienten Einsatz dieser Mittel sind möglichst zuverlässige Aussagen über die zukünftige Entwicklung der Küstenlinie erforderlich. Die Auswirkungen des Klimawandels – sei es durch den Meeresspiegelanstieg, veränderte Strömungsbewegungen oder eine Verstärkung von Sturmflutereignissen – sind jedoch im Einzelnen noch sehr ungewiss. In RADOST werden führende Modelle zu Wasserständen, Seegang, Strömungen und Stofftransporten miteinander gekoppelt und Veränderungen mit einer feineren räumlichen Auflösung als bisher abgebildet.

Der Tourismus an der Ostseeküste könnte durchaus zu den Gewinnern des Klimawandels zählen. Höhere Durchschnittstemperaturen ermöglichen nicht nur eine Verlängerung der Badesaison, sondern könnten auch Mittelmeertouristen an nördliche Strände führen, denen es an ihren angestammten Urlaubsorten zu heiß geworden ist. Problematisch ist die Erwärmung allerdings für die Wasserqualität der ohnehin überdüngten Ostsee. Detailliert untersucht werden soll in RADOST, wie sich die Bedingungen für Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft ändern.

Weitere Schwerpunktbereiche in RADOST werden Naturschutz, Häfen und maritime Wirtschaft sowie erneuerbare Energien sein. Anwendungsprojekte sollen verdeutlichen, welche wirtschaftlichen Chancen ein innovativer Umgang mit dem Klimawandel birgt. Hier geht es beispielsweise um die Verbindung von Küstenschutzbauwerken mit Tauchtourismus oder der Nutzung von Meereswärme, um Marktchancen für die Zucht von Algen, Muscheln und anderen Meeresorganismen, um die Optimierung von Schiffsentwürfen für Ostseerouten unter zukünftigen Umweltbedingungen oder um Marketingstrategien für den Tourismus.

Der öffentliche Startschuss für das Projekt in der Region ist für den 5./6. Oktober 2009 in Rostock-Warnemünde vorgesehen. RADOST wird dort zusammen mit Forschungsprojekten ähnlicher Thematik auf einer Tagung zu „Küstenmanagement und Klimawandel“ vorgestellt. Eine erste eigene RADOST-Regionalkonferenz ist für Anfang 2010 geplant.

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Webtipp: >> www.uni-rostock.de

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