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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Mittwoch, 23. August 2017

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung versucht Vertrauensverlust in Ärzteschaft zu stoppen

Transparency International Deutschland

Berlin

transparencyDie Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland begrüßt den Vorstoß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Anwendungsbeobachtungen schärfer zu regulieren. Der Vorstoß zeigt, dass auch die Ärzteschaft nicht länger nur Zuschauer des schwindenden Vertrauens zum Arzt sein will. Sylvia Schenk, Vorsitzende von Transparency Deutschland: „Das Vertrauensverhältnis des Patienten zum Arzt ist viel zu wichtig, als es durch kurzfristige Profitinteressen zu gefährden. Jeder Mensch in diesem Land, ob gesetzlich oder privat versichert, muss das Vertrauen haben können, dass er nach bestem Wissen und Gewissen behandelt wird“. In der FAZ von heute hatte KBV-Vorstand Müller den dringenden Verdacht geäußert, dass Anwendungsbeobachtungen – die Transparency seit Jahren scharf kritisiert – vor allem zur Verkaufsförderung der Pharmaunternehmen veranlasst würden. Bereits Anfang September hatten behauptete Kickback-Zahlungen für Aufsehen gesorgt. Dabei ging es um die Auftragsvergabe zwischen Ärzten und Krankenhäusern, Zahnärzten und Dentallaboren, Internisten und Röntgenärzten oder Orthopäden und Schuhmachermeistern.

Der heutige Ruf der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nach dem Gesetzgeber darf allerdings nicht von der eigenen Verantwortung der KBV ablenken. Anke Martiny, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland: „Wir fordern die KBV und die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen auf, die ihr vorliegenden Listen zu Anwendungsbeobachtungen endlich zu veröffentlichen und erst dann nach dem Gesetzgeber zu rufen“. Nach §67 Arzneimittelgesetz sind die Pharmaunternehmen längst verpflichtet, alle Anwendungsbeobachtungen zu melden, und überhöhte Entschädigungen sind verboten. Weiterhin sind die Kassenärztlichen Vereinigungen für die Verfolgung und Ahndung von Verstößen gegen die Berufsordnung zuständig. Anke Martiny: „Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen endlich Zahlen und Fakten auf den Tisch legen, wie sie ihrer Pflicht nachkommen Unregelmäßigkeiten nachzugehen. Wir sind gegen den gläsernen Patienten, aber für den gläsernen Arzt“.

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Webtipp: >> www.transparency.de

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Ein Kommentar zu “Die Kassenärztliche Bundesvereinigung versucht Vertrauensverlust in Ärzteschaft zu stoppen”

  1. Jürgen Clausen

    Das alles wird nicht helfen, einen Konflikt zu lösen, der in der Sache selbst (in unserem System nämlich)begründet liegt: ein Arzt kann einem Patienten nicht helfen, ohne an seine wirtschaftliche Situation zu denken. Er muß verdienen, er ist Unternehmer, und das ist der Punkt. Ein Arzt als Unternehmer kann nicht über eine innere Weisheit (Instinkt) verfügen, die ihm die bestmöglichen Behandlungsmöglichkeiten aufzeigt. Ein Arzt als Unternehmer kann auch kein Moralist sein, da er ja Geld verdienen muß. Das beides müßte ein Arzt aber: erstens über seine volle „innere Weisheit“ (guten Instinkt) verfügen, um die besten Behandlungsmöglichkeiten zu erkennen, und zweitens ggf. auf eine Behandlung verzichten können. Eine Grippe ohne Behandlung vergeht nach einer Woche, und eine Grippe mit Behandlung dauert 7 Tage. Das gilt für vieles. Nicht jeder Herzschrittmacher ist sinnvoll, nicht jeder Kopfschmerz muß zum MRT führen etc. Gerade Privatpatienten müssen vieles an unsinigen Behandlungen über sich ergehen lassen.

    Man bedenke, wohin es führen würde, wenn man auch die Feuerwehren gewinnorientiert arbeiten lassen würde: ganz sicher würde es mehr brennen.

    Man wird dahin kommen müssen, den Arzt gesellschaftlich zu alimentieren, seinen Lebensunterhalt von seinen Leistungen abzukoppeln, eben wir bei Feuerwehr und Polizei.

    Man wird auch dahin kommen müssen, daß jeder seine Gesundheitskosten bis zu einer bestimmten Grenze jährlich selbst trägt. Dann lernen viele Menschen endlich, auf ihren Körper zu hören anstatt sich selbst systematisch zu zerstören (Rauchen, Alkoholmißbrauch, Überlastung, falsche Ernährung, Risikosport, Rasen mit Kraftfahrzeugen etc.). Die Krankenversicherung dürfte nur noch die Funktion einer reinen Risiko-Versicherung haben und wäre entsprechend billg zu haben.

    Der Skandal besteht darin, daß wir als Bürger keine freie Wahl haben: wir müssen dieses System mitfinazieren, ob wir wollen oder nicht. Insofern sind wir alle Sklaven.

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