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ETHIKER - DIE TAGESZEITUNG - Dienstag, 06. Januar 2009

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Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten

Die Landeshauptstadt Sachsens als Referenzregion zur Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel

Dresden

regklam

REGKLAM: „Entwicklung und Erprobung eines integrierten regionalen Klimaanpassungsprogramms für die Modellregion Dresden“ heißt das ambitionierte, die gesamte Region einbindende Projekt, zu deren Eröffnungsveranstaltung am 21.10.08 die Oberbürgermeisterin Dresdens, Helma Orosz sowie das Leibnitz- Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), in persona seines Direktors Professor Bernhard Müller, Pressevertreter und Interessierte in das Dresdner Rathaus einlud.

Ausbleibende örtliche Niederschläge, erhöhte Jahresdurchschnittstemperaturen, zyklisch auftretende, stark erhöhte Niederschlagsmassen in den relevanten Zuflussgebieten der Elbe und die Resultanten für die ansässigen Wirtschaftszweige werden die Lebensqualität der Bürger und die Standortbedingungen der Stadt in naher Zukunft stark beeinflussen. Die antizipierten Veränderungen und deren Folgen sind der motivationale und argumentative Grundstein für das Projekt REGKLAM. 

Welche konkreten klimabedingten Auswirkungen sind zu erwarten? Welche Handlungsmöglichkeiten, diesen Auswirkungen entgegen zu wirken, ergeben sich daraus? Welche Maßnahmen sind tatsächlich umsetzbar? Mit welchen Methoden ist ein aktives Gegenwirken möglich? Wo liegen die Grenzen- mit welchen Bedingungen gilt es sich zu arrangieren? Welche passiven Maßnahmen sind dafür prädestiniert?

Nichts Geringeres als die Beantwortung dieser und damit korrespondierender Fragen hat sich die Projektleitung zum Ziel gesetzt.

„Bei den erwarteten Klimaänderungen, wie zunehmende Sommerhitze oder vermehrte Starkregen und Überflutungen, sind Anpassung von Gebäude- und Siedlungsstrukturen unerlässlich“ , so Prof. Müller vom Leibnitz-Institut. Somit liegen die Schwerpunkte der zunächst wissenschaftlichen Betrachtung auf den Schlüsselbereichen des Städtebaus, der Infrastruktur sowie der Landnutzung.

Nur unzureichend ist bisher erforscht, so die offizielle Pressemitteilung, wie hochkomplexe Systeme wie Städte und Regionen mit langfristigen Herausforderungen wie dem Klimawandel erfolgreich umgehen können. REGKLAM wird diesem Missstand begegnen und weist dabei in seiner Konzeption und seinem Anspruch der Verwertbarkeit der zu erzielenden Ergebnisse weit über die Regionsgrenzen hinweg. Dies machte auch die Anwesenheit des Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer bei der Eröffnungsveranstaltung klar. Dresdens Oberbürgermeisterin Orosz appellierte ebenfalls in ihrer Ansprache an die Gerechtwerdung der Generationsverantwortung und betonte in den Schlussbemerkungen deutlich den Aspekt der generellen Nachhaltigkeit bei der Klimafolgeforschung.

Das Projekt ist dabei sehr weit aufgestellt. So heißt es in der Presseverlautbarung: „REGKLAM basiert auf einer intensiven Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Landeshauptstadt Dresden und ihre Region sind dabei die zentralen Projektpartner. Neben dem IÖR sind die Technische Universität Dresden, die TU Bergakademie Freiberg, die Stadtentwässerung Dresden GmbH sowie das Dresdner Grundwasserforschungszentrum und das Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung Projektpartner.“  Weitere mit dem Projekt assoziierte Partner sind mehrere Unternehmen, der Regionale Planungsverband sowie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie das Sächsische Staatsministerium des Inneren.

Das Projekt REGKLAM gilt in seiner Konzeption und Zielsetzung als herausragend und wird deshalb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seiner Initiative „Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten (KLIMZUG)“ mit einer Fördersumme von mehr als 11 Millionen Euro bei einer Projektverlaufsdauer von 5 Jahren bedacht und ist mithin eine von bundesweit derzeit zwei Regionen, welche durch das BMBF gefördert wird.

In einem ersten Schritt soll ein sogenanntes Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm entstehen. Mit diesem Instrument, so das Projektkonsortium, wird es der Region Dresden gelingen, auch unter veränderten Rahmenbedingungen ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Lebens-, Wirtschafts- und Kulturstandort bleiben.

Der praktische Nutzen, so ist der Pressemitteilung zu entnehmen, liegt in konkreten Maßnahmen für die Region, die Landkreise und Gemeinden, Ver- und Entsorgungsunternehmen, Land- und Forstwirtschaft sowie für die gewerbliche Wirtschaft.

Hier sind die Probleme und Herausforderungen des erfolgreichen Wissenstransfers sowie des pragmatischen Wissensmanagements angesprochen, denen sich das wissenschaftliche Projektmanagement gegenüber sieht und auf das im gesamten Verlauf des Projektes höchstes Augenmerk gelegt werden soll.

Die Ergebnisse der Forschung sollen nicht einem ausschließlichen Selbstzweck dienen. Sie soll nachvollziehbare Ergebnisse und lebbare Konzepte denjenigen Vertretern der Gesellschaft an die Hand geben, die auch in einem langfristigen Zeitraum nach dem Projekt als Exekutiven zum nachhaltigen Erfolg des Vorhabens beitragen; so Prof. Müller abschließend.

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Webtipps:

>> www.regklam.de

>> Leibnitz- Institut für ökologische Raumentwicklung

VERWANDTE BEITRÄGE:

Ein Kommentar zu “Die Landeshauptstadt Sachsens als Referenzregion zur Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel”

  1. ethiker Redaktion

    Wir wünschen der Projektleitung und allen Beteiligten Partnern alles Gute bei der Duchführung des Projektes

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