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Die nordatlantische Ozeanzirkulation im Klimawandel

Neues Projekt der Europäischen Union an der Universität Hamburg

Hamburg

Viola Griehl, Universität Hamburg

uni_hamburgStirbt der Golfstrom? Kommt die nächste Eiszeit? Diese konkreten Fragen sind schon oft von den Meeres- und Klimaforschern mit Nein beantwortet worden. Dennoch kann es in Folge des globalen Klimawandels zu Veränderungen im europäischen Raum kommen; über die Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten bestehen aber noch große Unsicherheiten.

Ein Konsortium aus 20 wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen in neun europäischen Ländern hat sich jetzt im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes THOR (Thermohaline Overturning – at Risk?) zum Ziel gesetzt, die Rolle des Ozeans für die zukünftige Klimaentwicklung zu erforschen und für einen Zeitraum von 15 bis 25 Jahren verlässliche Prognosen für eben diese Entwicklung zu erstellen. Ist die Ozeanzirkulation stabil oder gibt es ein Risiko für Veränderungen innerhalb kurzer Zeiträume? Das Projekt, von der Europäischen Kommission bis 2012 mit einem Betrag von 9,3 Mio Euro gefördert, wird an der Universität Hamburg am Institut für Meereskunde koordiniert. Nach mehreren marinen Sonderforschungsbereichen und dem jetzt ein Jahr alten Exzellenzcluster CLISAP ist dieses europäische Projekt ein weiterer Schwerpunkt am neu geschaffenen KlimaCampus der Universität Hamburg.

Die Arbeitsgruppen in THOR gehen ihre Fragen mit unterschiedlichsten Methoden an: Ozean-Atmosphäre-Modellsimulationen mit Hochleistungscomputern erzeugen 1000 Jahre lange Zeitserien der Ozeanzirkulation, die auf natürliche Klimaschwankungen hin untersucht werden, um die Kopplungsmechanismen der Sphären zu verstehen. Regionale Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Effekt zunehmender Süßwasserflüsse der abschmelzenden grönländischen Festeismassen und ihrer Auswirkungen auf den Ozean. Ein Netz von im Meer verankerten Messgeräten, das von Kanada bis zum europäischen Festlandssockel reicht, liefert direkte Angaben über den ozeanischen Wärmeaustausch vom Nordatlantik in das Nordmeer; die Qualitäten und Unsicherheiten der Vorhersagemodelle werden untersucht und neue Methoden zur Messung und Modellierung von Ozeanströmungen werden entwickelt. Dies alles fließt dann in die Kernaufgabe des Projektes ein: die Vorhersage der zukünftigen Klimaentwicklung im Bereich des Nordatlantiks.

Durch diesen Zusammenschluss der Forschungsinstitutionen unter Federführung der Universität Hamburg wird die über Europa verteilte Expertise jetzt gebündelt, erwartet wird dadurch ein deutlicher Sprung in der Qualität europäischer Klimaprognosen.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen sich am 12. und 13. Januar am Institut für Meereskunde in der Bundesstrasse 53, 20146 Hamburg, zu ihrer Startkonferenz, auf der der Arbeits-Fahrplan für die erste Phase des Projektes im Detail diskutiert wird. Hier sollen die Weichen dafür gestellt werden, das europäische Klima in der Zukunft routinemäßig vorhersagen zu können. Im Rahmen der Konferenz besteht die Möglichkeit, kurzfristig mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Interviews zu führen.

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Webtipp: >> www.klimacampus.de

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