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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Donnerstag, 24. Mai 2018

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Die Systemkrise des Finanzsektors hat massive Auswirkungen auf die Armen

Hintergrundpapier zur Finanzkrise

Siegburg

suedwindDas SÜDWIND-Institut kommt in einer Analyse der derzeitigen Finanzkrise zu dem Ergebnis, dass die Finanzmärkte tiefgreifend reformiert und reguliert werden müssen. Bei diesen Maßnahmen muss die Frage im Mittelpunkt stehen, wie der Markt wieder in den Dienst der Menschen gestellt werden kann. Zudem fordert SÜDWIND, dass die Interessen der Armen in den Entwicklungsländern bei der Debatte um Finanzhilfen und um die Reform des Sektors in den Mittelpunkt gerückt werden.

Die von dem Zusammenbruch des US- amerikanischen Immobilienmarkts ausgehende weltweite Finanzkrise hat staatliche Eingriffe in bisher nicht gekannter Größenordnung erzwungen. Angesichts der drohenden Gefahren bis hin zum Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs legten die europäischen Staaten und die USA Rettungspakete in zusammengenommen vierstelliger Milliarden Höhe auf, um notleidenden Banken das Überleben zu ermöglichen. Doch um eine nachhaltige Stabilisierung des Sektors zu erreichen muss diese Notrettung durch tiefgreifende Reformen auf den Finanzmärkten ergänzt werden.

Über die Probleme einzelner Banken hinaus sollte die Finanzkrise als Phänomen einer Systemkrise des weltweiten Wirtschafts- und Finanzsystems begriffen werden. Sie wird schwerwiegende Folgen für die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch für die Bevölkerung in den Industrieländern haben. Es ist zu befürchten, dass unter dem von der Finanzkrise hervorgerufenen internationalen wirtschaftlichen Abschwung wiederum Entwicklungsländer und dort besonders die armen Bevölkerungsschichten zu leiden haben.

Daher darf sich die Hilfe nicht nur auf die Banken beschränken, sondern sie muss auch den Armen in den Entwicklungsländern zur Verfügung stehen, die indirekt von der Krise betroffen sind.

SÜDWIND fordert eine grundlegende Reform des internationalen Finanzsystems. Diese kann allerdings nicht die Aufgabe von wenigen Regierungen der reichen Länder sein: Entwicklungs- und Schwellenländer müssen in die Debatte einbezogen werden.

Beim Aufbau einer neuen, stabilen Finanzarchitektur, deren Aufgabe unter anderem die Unterstützung des Kampfes gegen die Armut sein sollte, können die Banken von Erfahrungen profitieren, die sie bislang häufig ignoriert haben. Es gibt gute und anerkannte Ansätze zu einem verantwortlichen und an die Realwirtschaft gebundenen Umgang mit Geld: Die von Mikrofinanzorganisationen, aber auch von Akteuren im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen aufgebauten Kompetenzen für einen Umgang mit Geld, der den Menschen dient – und dabei die Interessen der Armen im Blick hat – müssen bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben genutzt werden.

Die Analyse finden Sie » hier als Download.

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Webtipp: >> www.suedwind-institut.de

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