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Dioxingrenzwert- Erhöhung gefährdet Verbraucher

Politik paradox

Berlin

Es klingt unglaublich: Weil die Europäische Union den Grenzwert für giftiges Dioxin in Fischkonserven erhöht, soll der Bürger nun weniger der belasteten Lebensmittel essen.

risikobewertung_dioxin

Seit dem 1. Juli gilt EU-weit ein neuer Höchstgehalt (Grenzwert)  für die Summe von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB in Fischleber und ihren Verarbeitungserzeugnissen in Höhe von 25 Pikogramm je Gramm Fischgewicht. Der Grenzwert steigt damit auf das Dreifache.

Die Verbraucherorganistation foodwatch kritisiert diese Anhebung scharf: Das europäische Lebensmittelrecht würde dem vorbeugenden Gesundheitsschutz nur auf dem Papier höchste Priorität beimessen. Die Realität sähe leider anders aus. Die Eu begründet die Grenzwerterhöhung mit dem niedrigen pro Kopf Verbrauch des Produkts. Tatsächlich aber werde der Grenzwert angepasst, damit Produzenten ihre Waren nicht vom Markt nehmen müssen. Die sei eine behördlich genehmigte Vergiftung. Denn Dioxine und dioxinähnliche PCB seien giftig und zum teil krebserregend.

Bereits im Frühsommer 2007 hatte foodwatch Dorschleber auf ihren Gehalt an giftigen Dioxinen und dioxinähnlichen PCB getestet und in allen Proben eine Überschreitung des damaligen EU- Grenzwertes festgestellt. Die zuständigen Behörden blieben untätig. Erst auf öffentlichen Druck von foodwatch nahmen mehere Handelsketten die Ware aus den Regalen. Die Lebensmittel- Lobby kündigte an, sich für eine Überprüfung des Grenzwertes einzusetzen – mit Erfolg.

Hilflos musste jetzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf die Grenzwert- Erhöhung reagieren. Laut BfR sichert der neue Grenzwert den gesundheitlichen Verbraucherschutz bei regelmäßigem Konsum von Dorschleber- Konserven nicht und deshalb sollte man höchstens alle zwei Monate eine Dose Dorschleber von 150 Gramm essen – und zwar aus „Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes“.

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Webtipps: >> Bundesamt für Risikobewertung

>> Foodwatch

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