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Dramatische Lage von Millionen von Vertriebenen

Terre des Hommes: Alle Staaten sollen UN-Leitlinien zur Binnenvertreibung umsetzen

Osnabrück

terre_des_hommesDie Lage der 25 Millionen Binnenvertriebenen, die in rund 50 Ländern weltweit auf der Flucht vor Krieg und Gewalt sind, ist in vielen Fällen dramatisch. Nach wie vor setzen viele Regierungen die UN- Leitlinien für Binnenvertriebene nicht um oder sind sogar für Vertreibungen mit verantwortlich und verletzen damit massiv die Menschenrechte. Darauf macht das Kinderhilfswerk terre des hommes zum heutigen Start der Kampagne „Vertreibung stoppen! Kinder brauchen ein Zuhause“ aufmerksam.

Da Binnenvertriebene ihr Heimatland nicht verlassen, werden sie nicht als Flüchtlinge anerkannt – laut der Genfer Flüchtlingskonvention gilt als Flüchtling, wer eine internationale Grenze übertritt. Daher bekommen Binnenvertriebene nur selten Schutz und Versorgung durch den UNHCR. Besonders betroffen sind Kinder; sie machen mehr als die Hälfte der Binnenvertriebenen aus. „Es ist die Pflicht der jeweiligen Regierung, sich um den Schutz und die Bedürfnisse der Vertriebenen zu kümmern“, so Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte bei terre des hommes. „Wo das nicht geschieht, ist es Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sich für Binnenvertriebene zu engagieren. Da dies jedoch eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten bedeutet, passiert dies viel zu selten.“

Ursache von Vertreibungen sind bewaffnete Konflikte, aber auch sogenannte Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte wie Staudämme oder Industriezonen. Menschen werden aus ihren Dörfern verjagt oder fliehen vor drohender Gewalt. So sind in Kolumbien bereits mehr als vier Millionen Menschen von ihrem Land vertrieben worden – vor allem von rechten Paramilitärs, die von der Regierung geduldet oder unterstützt werden. Das geraubte Land wird genutzt, um Palmöl für den Export oder Koka zu gewinnen.

terre des hommes fordert, dass alle Staaten die UN-Leitlinien zu Binnenvertreibung, in denen die Rechte der Vertriebenen und Pflichten der Regierung beschrieben sind, umsetzen. „Die Verantwortlichen, ob Regierungen oder Warlords, müssen öffentlich benannt und sanktioniert, geraubtes Land zurückgegeben werden. Vertreibungen dürfen sich nicht lohnen – das ist der beste Schutz vor neuer Gewalt und neuem Landraub“, so Ralf Willinger.

terre des hommes wird während des gesamten Jahres 2009 im Rahmen seiner Kampagne „Vertreibung stoppen! Kinder brauchen ein Zuhause“ auf die Problematik aufmerksam machen. In Kolumbien, Sudan, Philippinen und Burma hilft terre des hommes Vertriebenen mit Nothilfe und Grundversorgung, Bildung und rechtlichem Beistand.

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Webtipp: >> www.tdh.de

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