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Ein neuer Blick auf das ökonomische Verhalten

New Yorker Tagung von DFG und NSF

Bonn

Dr. Eva- Maria Streier, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

dfgDas ökonomische Verhalten aus wirtschafts- wissenschaftlicher, soziologischer und psychologischer Sicht – das ist das Thema einer hochkarätigen Tagung, die die Deutsche Forschungs-gemeinschaft (DFG) ab Donnerstag, dem 21. August, gemeinsam mit der amerikanischen National Science Foundation (NSF) in New York veranstaltet. Zu dem dreitägigen Treffen unter dem Titel „Contextualizing Economic Behaviour“ kommen mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen aus den USA und Deutschland zusammen. In Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen wollen sie neue Entwicklungen in der Forschung erörtern und Möglichkeiten für gemeinsame interdisziplinäre Arbeiten ausloten.

Das inhaltliche Ziel ist dabei höchst ambitioniert: Mit der „Research Conference“ wollen DFG und NSF dazu beitragen, einen neuen, umfassenderen Blick auf das ökonomische Verhalten zu werfen und bislang getrennt verfolgte Betrachtungsweisen und Forschungsansätze zusammenzuführen. „Wirtschaft ist viel zu spannend, um sie alleine den Ökonomen zu überlassen“, sagt der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Professor Axel Ockenfels, der dem Steering Committee unter Leitung der Soziologieprofessorin und Wissenschaftstheoretikerin Karin Knorr Cetina (Konstanz/Chicago) angehört, das die New Yorker Tagung vorbereitet hat. Im direkten interdisziplinären Austausch, so Ockenfels, sollten die vornehmlich abstrakten ökonomischen Modelle in einen breiteren Kontext gestellt werden. Das ökonomische Verhalten von Individuen wie von Unternehmen und Institutionen unterliege längst nicht mehr alleine Prinzipien wie Rationalität und Nutzenmaximierung. Emotionale, kognitive, biologische und soziale Motivationen und Handlungsweisen spielten gerade in der Informations- und Wissensgesellschaft eine immer wichtigere Rolle und müssten entsprechend berücksichtigt werden. „Hier ergeben sich viele spannende Schnittstellen zur psychologischen und soziologischen Forschung, die ihrerseits ökonomisches Verhalten als Forschungsgegenstand entdeckt haben und etwa aus neurowissenschaftlicher oder biologischer Perspektive untersuchen“, unterstreicht Ockenfels, der als einer der weltweit führenden Vertreter der experimentellen Wirtschaftsforschung gilt und für seine Arbeiten 2005 mit nur 36 Jahren den Leibniz- Preis der DFG, den renommiertesten Forschungspreis in Deutschland, erhielt.

„Contextualizing Economic Behaviour“ ist die inzwischen vierte Research Conference, die DFG und NSF gemeinsam veranstalten. Für Deutschlands größte Forschungsförderorganisation ist diese Konferenzserie mit ihrer amerikanischen Partnerorganisation von großer Bedeutung. „Dies ist ein idealer Rahmen, um sich auf höchstem Niveau über aktuelle wissenschaftliche Trends und Themen auszutauschen und noch mehr interdisziplinäre transatlantische Kooperationen in der Forschung anzustoßen“, unterstreicht DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner, der die Tagung am Donnerstag im German House an der United Nations Plaza eröffnen wird. Von Anfang an befassten sich die Konferenzen dabei mit elementaren Themen und Fragestellungen aus den Geowissenschaften, der Biodiversitätsforschung und der Astrophysik. „Dass wir uns jetzt mit ökonomischem Verhalten befassen, ist nur konsequent. Auch dies ist ein elementares Thema, in ökonomischer ebenso wie in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht“, so DFG- Präsident Kleiner.

Die vorangegangenen drei Treffen fanden in Washington statt, von wo aus die DFG bereits seit Mai 2002 mit einem Verbindungsbüro den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen nordamerikanischen und deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie mit ihren nordamerikanischen Partnerorganisationen unterstützt und fördert. In diesem Jahr findet die Research Conference erstmals in New York statt, wo die DFG im Oktober 2007 in unmittelbarer Nähe zu den Vereinten Nationen ein zweites Nordamerika-Büro eröff-net hat.

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Webtipp: >> Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

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