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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Entwicklungshilfe konkret – Berichte aus Tanzania V

Manfred Schieß in Afrika

hilfekonkret
Fortsetzung von: Entwicklungshilfe konkret – Berichte aus Tanzania IV

Ergänzung am 12. August:

Heute Morgen hat es in Arusha kräftig geregnet – mitten in der „Trockenzeit“!

Das Wochenblatt „The EastAfrican“ (Nairobi) schreibt in seiner Ausgabe vom 11.8. unter der Überschrift „US space agency predicts worse drought, hunger in EA“ u.a.: „Daten von Bodenstationen und Satelliten zeigen, dass die Niederschlagssummen in Ostafrika während der großen Regenzeit seit den 1980er Jahren um ca. 15% zurückgegangen sind. Dies ist wahrscheinlich auf die menschengemachte Erwärmung des Indischen Ozeans zurückzuführen“ … „Die Studie zeigt, dass höhere Ozeantemperaturen mehr Regen ueber dem Meer und weniger an Land verursachen.“ …

„Dieser 15%ige Rückgang alle 20 bis 25 Jahre wird wahrscheinlich anhalten.
Forscher der NASA und des US Geological Survey haben 11 Computermodelle benutzt, die
Veränderungen der Niederschläge in der Zukunft simulieren. 10 dieser Modelle stimmten darin überein, dass die Niederschlaege ueber dem Indischen Ozean über 2050 hinaus weiter ansteigen werden. Dies raubt Ostafrika Wasser, das für den Anbau von Feldfrüchten benötigt wird.

Äthiopien, Malawi, Sambia und Simbabwe zusammen mit Kenya und Tanzania werden voraussichtlich stärkere Dürren erleben.“ …

„Wenn die landwirtschaftliche Produktivität nicht ansteigen wird, werden die vorhergesagten ‚irregularities‘ in der großen Regenzeit zu einem 50%igen Anstieg der Zahl der unterernährten Ostafrikaner führen, sagt die Studie.“

Ich möchte hinzufügen, dass vor diesem Hintergrund die Verbreitung des Wissens um das Potenzial von Moringablättern zur Bekämpfung der Unterernährung immer wichtiger wird – zumal dieser Baum einigermaßen dürreresistent ist. Ich werde also versuchen, in Dar einen Zeitungsartikel ueber Moringa zu schreiben und in möglichst vielen der hiesigen Zeitungen unterzubringen…
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Am SO 27.7. habe ich meine Tochter Iris, ihren Mann Alexander, die Sekretärin „meiner“ früheren Schule und ihren Mann, sowie die Eltern und den Bruder einer ehemaligen Schülerin von mir am Flughafen abgeholt, um zusammen in Tanzania Urlaub zu machen.

Am MO 28.7. haben wir Dar es Salaam angeschaut und einige Buchungen für unsere Safaris vorgenommen. Abends trafen wir in einem guten Restaurant Herrn Tairo, einen ehemaligen Schüler von mir, der inzwischen Herausgeber des tanzanischen Wochenblattes „Express“ ist; ferner Herrn Msangi, den Sekretär der tansanischen Landarbeitergewerkschaft. Wir hatten interessante Gespräche über die Situation Tanzanias mit ihnen.

DI und MI (29. & 30.7.) verbrachten wir in Bagamoyo, ca. 80 km nördlich von Dar. Hier beschäftigten wir uns mit der Geschichte der Sklaverei, da B. der Endpunkt der Sklavenkarawanen an der Küste war. Der Name heisst „Wirf dein Herz hin“, da hier die Sklaven alle Hoffnung, fliehen zu können, aufgeben mussten. Die Karawanserei und ein kleines Museum in der kath. Missionsstation (der ältesten in Ostafrika) zeigen dies eindrucksvoll. Bagamoyo war auch die erste Hauptstadt Ostafrikas, doch die Gebäude aus dieser Zeit zerfallen nun rapide, da sie nicht unterhalten werden. In wenigen Jahren werden sie nur noch Schutthaufen sein. Die einzige Ausnahme ist die ältetste multirassische Schule Ostafrikas, die gerade mit Hilfe des deutschen Freundeskreises Bogamoyo renoviert wurde und voll in Betrieb ist. Der Direktor hat sie uns voller Stolz gezeigt.

DO bis SA (2.8.08) verbrachten wir in Gezaulole, einem Dorf 15 km südlich von Dar an der Küste. Hier waren wir Gäste einer einheimischen, sehr aktiven Frauengruppe, die uns das Leben durchschnittlicher Tansanianer an der Küste erleben ließ. Die Frauen erklärten uns teilweise auch ihre Landwirtschaft, so dass wir auch mit ungeübtem Auge sehen konnten, wie wenig fruchtbar der dortige Boden im Grunde genommen ist (das wurde uns ganz deutlich im Kontrast zu den fruchtbaren vulkanischen Böden am Kilimanjaro und hier am Mt. Meru). Wieder habe ich einer Frau, die öfters in Dar Zugang zu einem Computer hat, die PPPs über Artemisia und Malaria bzw. Moringa und Malnutrition usw. auf einer CD dagelassen samt einem Handbuch in Kiswahili. Diese Frau will ich evtl. nochmals in Dar treffen, um ihr Artemisia-Setzlinge zu vermitteln, da Malaria dort ein großes Problem ist.
Hier haben wir auch im Meer gebadet.

Am SA Mittag fuhren wir mit dem Bus nach Morogoro (wir legen alles, was möglich ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, so dass meine Gäste auch diesen Teil des tanzanischen Alltags hautnah erleben. Es ist schon ein Erlebnis, im vollen „Dala Dala“ (Kleinbus, bis zu 29 Menschen im 16-Sitzer) zu fahren…

Am SO 3.8. fuhren wir dann mit einem gemieteten Kleinbus mit 4-Radantrieb auf der extrem steilen ungeteerten „Strasse“ nach Nyandira in den Uluguru-Bergen, ca. 1200 m NN. Ich hatte einen Führer und ein Permit für einen der ältetsten Bergwälder der Welt besorgt. Er führte uns dann am MO 4.8. durch die steilen Felder der Waluguru zu diesem Wald. Die Waluguru sind eines der wenigen matrilinearen Völker Afrikas: Die Frauen vererben den Töchtern das Land in Realteilung. Die Männer heiraten ein und haben (relativ) wenig zu melden!

Auf dieser Wanderung haben wir diesen grandiosen Urwald auf recht schwierigen Pfaden erlebt. Immer wieder begegneten uns schwer beladene Leute, die vom Markt kamen, da „hinter“ dem Wald noch Dörfer liegen! Wir dachten zuerst, wir hätten auf diesen Pfaden eine eindrucksvolle Leistung vollbracht. Wir wurden allerdings sehr bescheiden, als uns im Wald z.B. eine Frau barfuß mit Kind auf dem Rücken und großer Schüssel auf dem Kopf überholte…

Dieser Wald ist Teil eines der 24 Zentren der biologischen Artenvielfalt auf der Erde und wir sind froh, dass er mittlerweile ganz gut geschützt ist.
Die Hütte, in der wir in Nyandira übernachteten, war vor 10 Jahren vom damaligen Präsidenten eingeweiht worden. Iris und Alex hatten die „Präsidenten-Suite“ mit dicken Sesseln usw…

Auf dem Rückweg nach Morogoro waren wir am 5.8. in Mzumbe, wo ich 7 Jahre gearbeitet und meine Familie immerhin 5 Jahre gelebt hat.

Fortsetzung folgt, da mir die Zeit ausgeht…


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