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EUROSOLAR- Präsident Scheer kritisiert neue IEA- Studie

Globaler Ausbau Erneuerbarer Energien

Bonn

eurosolarZur gestrigen Pressekonferenz des Exekutivdirektors der Internationalen Energie-Agentur (IEA) Nobuo Tanaka in Berlin anlässlich der Publikation der IEA-Studie „Deploying Renewables: Principles for Effective Policies“ erklärt MdB Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien:

Die Empfehlungen des IEA-Direktors für den globalen Ausbau Erneuerbarer Energien sind ungenügend und wenig greifbar. Der von der IEA in der offiziellen Zusammenfassung der Studie prognostizierte Anteil von 50% Erneuerbarer Energie an der weltweiten Stromversorgung in 2050 klingt auf den ersten Blick nach einem ambitionierten Ziel. Aber die von der IEA empfohlenen politischen Instrumente sind ungeeignet, den globalen Ausbau Erneuerbarer Energien zu erreichen. Die IEA bekräftigt ihre Vorbehalte gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das weltweit das eindeutig erfolgsdynamischste und kostengünstigste Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien ist. Was die IEA als Alternative empfiehlt, ist verschwommen und entspricht den Empfehlungen der Stromkonzerne, die den Ausbau Erneuerbarer Energien bisher stets verhindern oder verlangsamen wollten.

Würden Politikansätze weltweit dem Vorbild des deutschen EEG folgen, wären bis 2050 deutlich mehr als 50% Anteil Erneuerbarer Energien erreichbar.

Wie einseitig die IEA-Stellungnahmen auch in der Vergangenheit waren, zeigt sich auch an der verantwortungslosen Empfehlung der IEA anlässlich des G8 Gipfels im Juli 2008 in Japan, bis zum Jahr 2050 weltweit über 1.000 neue Atomkraftwerke zu bauen. Das würde bedeuten, dass im Laufe der nächsten 40 Jahre alle 15 Tage ein neuer Atomreaktor in Betrieb gehen müsste. Dies ist eine Horrorvision, die außerhalb jeder Realität ist!

Die IEA ist einschlägig dafür bekannt, dass sie das Potenzial der Erneuerbaren Energien unterschätzt und die Probleme konventioneller Energien systematisch kleinredet. So sagte sie 2002 einen weltweiten Windenergieanteil bis zum Jahr 2020 von 100.000 MW voraus. Bereits heute sind es 110.000 MW. Bezüglich der Ölpreise prognostizierte die IEA 2002, dass im Jahr 2008 das Barrel Öl 22 Dollar kosten würde. Tatsächlich sind es im Jahresdurchschnitt 2008 weit über 100 Dollar!

Die Voreingenommenheit der IEA zugunsten der fossilen Energien und der Atomenergie unterstreicht, wie dringend notwendig die Gründung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) ist. EUROSOLAR und der Weltrat für Erneuerbare Energien fordern dies seit den 80er Jahren.

Mittlerweile ist das Ziel greifbar nah: IRENA wird auf Initiative der Bundesregierung im Januar 2009 gegründet werden. Als internationale Regierungsagentur wird IRENA den weltweiten Ausbau aller nachhaltig genutzten regenerativen Energieträger fördern und beschleunigen.

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Webtipp: >> www.eurosolar.de

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2 Kommentare zu “EUROSOLAR- Präsident Scheer kritisiert neue IEA- Studie”

  1. Lothar GRäwe

    Guten Tag,seit dem ich mich etwas mit dem Thema Erdöl beschäftige
    wird mir klar das es um viel Geld geht.In dem Dokumentarfilm“The Oil Crash“sagt der ehemalige Generalsekretär der OPEC ganz Klar das es wichtig ist die Welt in Abhängigkeit vom Öl zu halten.Um sich als Laie ein Bild zu machen ist zB“das“Peak-oil-Forum.de“hilfreich.Den Bericht zur weltweiten Ölversorgung der „ENERGYWATCHGROUP“kann man im Internet auf der Seite der ASPO-Deutschland Downloaden und sich einen anderen Einblick verschaffen als die IEA vermittelt.Auch das Buch von dem Geologen Colin J Campbel „der 40 Jahre bei verschiedenen Ölfirmen gearbeitet hat ist da sehr
    hilfreich das Buch hat den Titel“Ölwechsel“.
    Mit freundlichen Grüßen
    Lothar Gräwe

  2. Anke Pohl

    Hallo Herr Gräwe,

    vielen Dank für Ihre Hinweise und die Zusendung der Energy Watch Group – Analyse „Zukunft der weltweiten Erdölversorgung“. In der Analyse kritisiert die Energy Watch Group bereits im Mai 2008 die Internationale Energieagentur, die einen bevorstehenden fundamentalen Wandel unserer Energieversorgung bestreitet und damit „ein falsches Signal an Politik, Wirtschaft, Verbraucher und nicht zuletzt auch an die Medien“ sendet.
    Die Erdöl- Studie vom Mai 2008 findet man auf den Seiten der Energy Watch Group: http://www.energywatchgroup.org/Erdoel-Report.32.0.html

    MfG Anke Pohl

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