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G8 als Krisenverursacher

Attac fordert Ende der G8 Gipfel

Frankfurt a.M. / Japan

attac

Zu Beginn des G8- Gipfels in Japan hagelt es scharfe Kritik vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac. Nachdem Attac bereits am letzten Freitag die Freilassung der bei einer G8- Protestdemo laut Augenzeugenberichten brutal und willkürlich festgenommen vier Personen forderte, benennen die Globalisierungskritiker jetzt die reichsten Industrienationen als Verursacher von Ernährungs-, Ölpreis- und Finanzkrise:

„Die G8 hängen dem Neoliberalismus an wie religiöse Fanatiker. Die  Liberalisierung und Deregulierung der Märkte in den vergangenen Jahren  verschärfen die Spaltung zwischen arm und reich. Sie bringen Hunger,  Abhängigkeit von großen Konzernen und die Klimakatastrophe“, erklärte  Alexis Passadakis vom Attac-Koordinierungskreis. „Ein Paradigmenwechsel  bei der Gestaltung der Weltwirtschaft ist nötig. Stattdessen werden alte  Rezepte aufgetischt. Bundeskanzlerin Merkel folgt dem Irrweg weiter,  wenn sie gegen den Hunger noch immer zusätzliche Marktöffnungen im  Rahmen der WTO-Verhandlungen fordert.“

Susan George, Publizistin und Mitbegründerin von Attac Frankreich,  kritisierte die G8 grundsätzlich: „Die G8 sind illegitim. Die  G8-Staatschefs repräsentieren nur 14 Prozent der Weltbevölkerung, und noch  nicht einmal das: Sie repräsentieren nur Minderheiten in ihren eigenen  Ländern. Sie sind extrem unbeliebt.“

Außerdem wirft Attac der Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Kollegen Heuchelei im Umgang mit der weltweiten Ernährungskrise und Afrika vor: „Wenn es Merkel ernst wäre mit ihrer Warnung vor den Folgen einer anhaltenden Nahrungsmittelkrise, müsste sie sich endlich für eine grundlegende Kehrtwende der Weltwirtschaftpolitik der G8, der EU und der Weltbank einsetzen“, sagte Sabine Zimpel vom Attac-Koordinierungskreis.

„Offenbar sorgt sich Merkel vor allem um die Sicherheit der Globalisierungsgewinner“, so Zimpel weiter. „Sonst würde sie mehr anbieten als einmalige Finanzspritzen, die bestenfalls die akuten Symptome ein wenig lindern. Zusammen mit den G8 instrumentalisiert sie auf zynische Art und Weise die Krise, um den neoliberalen Umbau der Weltwirtschaft voranzutreiben.“

Attac fordert ein Ende der weitreichenden Freihandelsabkommen und der Doha- Runde der Welthandelsorganisation WTO, die eine weitere Marktöffnung erzwingen und für afrikanische Staaten Verluste bedeuten würden. Die Kanzlerin müsse sich für ein Ende dieser Verhandlungen stark machen.

Auch Merkels Vorstoß für die Vesrtärkung des Ensatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft wurde kritisiert. „Die Einführung von genetisch verändertem Saatgut durch multinationale Konzerne bedroht Kleinbauern in ihrer Existenz und verletzt die Menschenrechte“, betonte Jutta Sundermann, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis, und verwies auf eine entsprechende Erklärung des UN-Menschenrechtsausschusses vom 25. Mai dieses Jahres.

Anlass für die Erklärung war der Bericht der alternativen Nobelpreisträgerin Vandana Shiva, der die Auswirkungen des Einsatzes von genmanipuliertem Saatgut in Indien offenbarte. Bereits 200.000 indische Bauern hätten sich das Leben genommen, da sie keinen Ausweg aus der Abhängigkeits- und Kostenspirale sahen.

Jutta Sundermann: „Ginge es Merkel tatsächlich um die Bekämpfung des Hungers und nicht um die Profite der großen Saatgutkonzerne, müsste sie sich für Ernährungssouveränität, für Zugang der Kleinbauern zu Land, Wasser und freiem Saatgut einsetzen.“

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Webtipp: >> ATTAC Deutschland

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