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Gen-Mais Verunreinigung in fünf Bundesländern

GREENPEACE: Illegale Gentechnik in Mais- Saatgut

Hamburg

greenpeace

Greenpeace warnt davor, dass in Deutschland herkömmlicher Mais schleichend mit Gen- Mais verunreinigt wird. Von 438 untersuchten Maisproben waren neun mit genmanipulierten Organismen verunreinigt, vier davon mit illegalem Gen- Mais. Greenpeace erhielt diese Analyseergebnisse nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) von den zuständigen Länderbehörden. Verunreinigte Proben gab es in Schleswig- Holstein, Niedersachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

„Selbst geringe Verunreinigungen mit Gen-Mais führen zu einer schleichenden und unkontrollierten Ausbreitung auf Feldern und in Futter- und Lebensmitteln“, sagte Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin bei Greenpeace. „Sogar nicht zugelassene Gen-Maissorten sind bereits auf deutschen Äckern angepflanzt worden. Die betroffenen Bauern wurden informiert und mussten die Pflanzen vernichten.“

Bei den illegalen Maissorten handelt es sich um die insekten- und herbizidresistenten Gen-Maisprodukte Bt11 und Herculex (DAS-59122-7) der Agrarkonzerne Syngenta und Pioneer. Landwirte in Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern hatten illegalen Gen-Mais Bt11 ausgesät und mussten die Pflanzen wieder vernichten. Fünf der neun Maisproben waren mit dem in der EU zum Anbau zugelassenen Gen-Mais MON810 von Monsanto verunreinigt. In der Regel haben die Länderbehörden das betroffene Saatgut zurückgeholt, bevor es ausgesät wurde.

Nach dem in der EU geltenden sogenannten Reinheitsgebot, dürfen herkömmliche Sorten nicht mit Gen- Pflanzen vermischt werden. Einige Politiker und Industrievertreter drängen jedoch derzeit in Brüssel auf die Aufhebung des Reinheitsgebots und für die Einführung von Grenzwerten. „Das Reinheitsgebot darf nicht gekippt werden“, sagte Brendel. „Eine Verunreinigung von 0,1 Prozent bei Maissaatgut würde in der Praxis zu etwa 100 Gen-Pflanzen pro Hektar führen.“ Bei den von Greenpeace veröffentlichten Ländertests lagen die Verunreinigungen bei maximal 0,16 Prozent.

Der Gen- Reisskandal im Jahr 2006, bei dem zwei US- Reissorten mit illegalem Gen- Reis vermischt wurden und die gesamte Langkornreisernte in den USA verunreinigten, zeigte die weitreichenden Folgen von verunreinigtem Saatgut. Die Reisprodukte wurden auch in zahlreichen europäischen Supermärkten gefunden. Um die Verunreinigung in den Griff zu bekommen, dürfen bis heute die beiden betroffenen Reissorten in den USA nicht mehr angebaut werden.

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Webtipp: >> www.greenpeace.de

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