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„Grüne Spiele“ auf Kosten der Regenwälder

Luftverschmutzung und Ressourcenverbrauch bei Olympia

Frankfurt am Main

Foto: © Michel Gunther / WWF

olympia_wwfDie Volkrepublik China will sich in den kommenden Wochen als vorbildlicher Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele präsentieren. Grüne, kulturelle und Hightech- Spiele sollen es werden. Der World Wide Fund For Nature (WWF) sieht im „grünen Bereich“ noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Für die verschiedenen Sportstätten, einschließlich des neuen Olymiastadions in Peking, wurden schätzungsweise mindestens 45.000 Tonnen Stahl und rund 800.000 Kubikmeter Merbau- Holz verarbeitet.

Das verwendete Holz stammt größtenteils aus Indonesien und wird dort zu mehr als 70 Prozent illegal auf Kosten der letzten Regenwälder gefällt und die Stahlindustrie gilt als einer der größten Luftverschmutzer Chinas. „Wer grüne Spiele auslobt, hätte auf andere Rohstoffe setzen müssen“, kritisiert die China-Expertin des WWF Deutschland, Susanne Honnef.

Im Vorfeld ist in China bereits einiges für eine bessere Luftqualität getan worden, unter anderem wurden ganze Industrieanlagen aus dem Dunstkreis der Hauptstadt entfernt. Doch noch immer ist die Luftverschmutzung bedenklich. Der gerade für Sportler relevante Ozonwert wird erst gar nicht gemessen, Sommersmog kann aufgrund der Berge im Norden und Osten kaum abziehen. Weht doch einmal der Wind, bringt dieser meist nur schlechte Luft aus den chinesischen Kohleprovinzen. „Dies sind die sichtbaren Zeichen, dass die Ökosysteme des Landes das immense Wirtschaftswachstum nicht mehr aushalten“, so Honnef.

Ein WWF- Report hatte im Juli ergeben, dass sich der ökologische Fußabdruck Chinas seit den 1960er Jahren verdoppelt hat und die Volksrepublik inzwischen zweimal mehr Ressourcen verbraucht, als nachhaltig wäre.

Der WWF setzt sich bereits seit Anfang 2007 dafür ein, zumindest die CO2-Bilanz der Olympischen Spiele zu verbessern: Mit der Initiative „Go for Gold“ fordert der WWF China alle Athleten und Zuschauer auf, ihre – meist unvermeidbaren – Flüge durch eine Emissionsabgabe zu kompensieren. Für die Strecke Frankfurt-Peking werden zum Beispiel beim deutschen Anbieter atmosfair 63 Euro fällig.

Auch an anderen olympischen Austragungsorten bringt sich der WWF ein. Zum Teil mit Erfolg: Präsident Putin kündigte Anfang Juli an, den Aus- und Neubau der Wettkampfstätten für die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi an den Eingaben von Umweltschützern zu orientieren. So sollen beispielsweise die geplanten Bob- und Rodelbahnen entgegen ersten Entwürfen nicht mehr am Rande des Welterbes „Westkaukasus“ gebaut werden. Nach Einschätzung des WWF wären dort unter anderem wichtige Wanderrouten bedrohter Tierarten zerstört worden.

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Webtipp: >> World Wide Fund For Nature – WWF

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