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Grünes Bankmanagement gefordert

Chinesische Zentralbank und WWF fordern Anwendung von Nachhaltigkeitsprinzipien

Frankfurt am Main

Unbehandelte Abwässer und giftige Industrie-Einleitungen im Jangtse © Mauri Rautkari / WWF-Canon

Unbehandelte_Abwaesser

Unter den 5 größten Banken der Welt sind drei chinesische Finanzinstitutionen, die größte Bank der Welt, die Industrial and Commercial Bank of China, sowie die China Construction Bank Corporation und die Bank of China. Angesichts der derzeitigen Finanzkrise prophezeien bereits einige Ökonomen und Finanzmarktexperten den chinesischen und südostasiatischen Banken zukünftig eine noch bedeutendere, internationale Rolle.

Bereits heute investieren chinesische Firmen und Banken in Projekte und Firmen in Südostasien, aber auch in Afrika. Angesichts dieser Entwicklung sollen die chinesischen Banken zukünftig stärker ökologische und soziale Gesichtspunkte bei ihrer Geschäftspolitik berücksichtigen. Das fordern zumindest die Umweltstiftung WWF gemeinsam mit der chinesischen Zentralbank China’s People Bank (PBoC), die zusammen mit anderen chinesischen Behörden und Komitees wie der China Banking and Regulatory Commission (CBRC) die Aufsicht und Kontrolle des Finanzsektors wahrnimmt.

Obwohl China im Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Wald, Wasser, Energie und Mineralien pro Kopf noch in der Rangliste weit hinter anderen westlichen Ländern steht, gibt es bereits heute enorme Probleme beispielsweise in der Versorgung mit sauberem Trinkwasser oder nutzbaren, landwirtschaftlichen Flächen. Im Bereich des Kohlendioxid-Ausstoßes hat China die USA bereits überholt. Diese Probleme werden sich aufgrund des enormen Wirtschaftswachstums und dem weiteren Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahren noch wesentlich verschärfen.

Nach einer aktuellen Studie, die der WWF gemeinsam mit der PBoC durchgeführt hat, kommt den staatlichen und privaten Banken der Volksrepublik eine zunehmende Bedeutung bei der Umsetzung nationaler Umweltschutzziele und einer nachhaltigeren Wirtschaftspolitik zu. „Zwar haben einige chinesische Banken inzwischen eigene Umweltschutzrichtlinien erstellt, und infolge dessen auch einige potentielle Investitionen und Geschäfte abgelehnt, doch bei der vollständigen Umsetzung hapert es stellenweise noch immer“, erklärt Martin Geiger von WWF Deutschland. Seit April 2007 müssen Umweltinformationen in den offiziellen Angaben über Firmen in den offiziellen Datenbanken, die als Grundlage für die Vergabe von Krediten hinzu gezogen werden, mit aufgeführt werden. Bereits im Sommer 2007 hat die PboC vorgeschlagen, Umweltrisiken stärker bei der Kreditvergabe berücksichtigt werden müssen. Zur gleichen Zeit hat die Zentralbank gemeinsam mit dem chinesischen Ministerium für Umweltschutz und der China Banking and Regulatory Commission (CBRC) ein „grünes“ Kreditsystem eingeführt.

„Der chinesischen Volkswirtschaft – insbesondere dem chinesischen Finanzsektor – kommt eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Energieeffizienz und Reduktion der Umweltverschmutzung zu. Wenn wir wollen, dass die Verantwortlichen diese Herausforderungen annehmen und meistern, müssen wir mit ihnen zusammenarbeiten“, erklärt Martin Geiger. „Nachhaltigkeit ist etwas, was man nicht von heute auf morgen lernen kann.“ Die Bankenkrise habe, so Geiger weiter, die ökonomischen Risiken eines „enthemmten Turbokapitalismus“ aufgezeigt. „Verlässliche und nachhaltige Finanzpolitik muss sich jedoch zukünftig auch an sozialen und ökologische Standards messen lassen“, so der WWF-Experte abschließend.

Gemeinsam mit der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG), und unterstützt von einigen internationalen Finanzinstitutionen, die sich den Nachhaltigkeitsstandards, den sogenannten Equator Principles für ihre Projektfinanzierungen verschrieben haben, wird der WWF zukünftig für die Anwendung von Umwelt- und Sozialstandards in China werben und chinesischen Banken bei der Integration dieser Standards in ihre Geschäftsrichtlinien und die Verfahren zur Kreditvergabe unterstützen.

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Webtipp: >> www.wwf.de

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