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IMK: Deutsche Wirtschaft stabilisiert sich, aber kein Aufschwung in Sicht

Update der Konjunkturprognose

Düsseldorf

hans-boecklerDie Weltkonjunktur und die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland haben sich in den vergangenen Monaten stabilisiert. Daher wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nicht ganz so stark schrumpfen wie befürchtet: 2009 geht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,2 Prozent zurück. Im kommenden Jahr wird sich die wirtschaftliche Entwicklung zwar wieder beleben, die Erholung ist aber zu schwach, um einen selbsttragenden Aufschwung herbeizuführen. 2010 wird die deutsche Wirtschaft um 0,5 Prozent wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans- Böckler- Stiftung in seiner aktualisierten Konjunkturprognose.

Gegenüber ihrer Prognose vom Juli setzen die Konjunkturexperten ihre Erwartung für die BIP-Entwicklung 2009 um 1,3 Prozentpunkte herauf (-5,2 Prozent nach -6,5 Prozent) und für 2010 um 0,9 Prozentpunkte (0,5 Prozent nach -0,4 Prozent).

„Wir haben den tiefsten Punkt der Krise glücklicherweise hinter uns gelassen, aber leider werden die kommenden anderthalb Jahre von Stagnation geprägt sein. Die Situation bleibt labil“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Die Bewältigung der Krise ist weiterhin Aufgabe Nummer eins. Das lässt wenig Spielraum für Versuche zur Haushaltskonsolidierung oder gar Steuersenkungen.“ Das Wachstum im kommenden Jahr wird nach der IMK-Prognose zu klein sein, um einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Im Jahresdurchschnitt 2009 werden 3,48 Millionen Menschen ohne Arbeit sein, das entspricht einer Arbeitslosenquote von acht Prozent. Im kommenden Jahr wächst die Arbeitslosenzahl weiter auf jahresdurchschnittlich fast 4,3 Millionen – eine Quote von 9,9 Prozent.

Als Hauptgründe für die international verbesserten Aussichten nennen die Wissenschaftler die Konjunkturprogramme in vielen Ländern, die nunmehr ihre expansive Wirkung entfalten. Hinzu kommt die weltweit expansive Geldpolitik, so das IMK. Schließlich habe sich die Lage auf den internationalen Finanzmärkten beachtlich entspannt, wenngleich die zu erwartenden Unternehmensinsolvenzen und die Herabstufung vieler Unternehmen in ihren Ratings die Kreditvergabe zunehmend belasten werden.

Auch die deutsche Wirtschaft hat sich in den Sommermonaten stabilisiert, allerdings auf niedrigem Niveau, betont das IMK. Der private Verbrauch profitierte von der Abwrackprämie. Dennoch war die Inlandsnachfrage insgesamt weiterhin negativ. Das lag nach Analyse der Ökonomen vor allem an einem kräftigen Abbau der Lagerbestände. Der negative Wachstumsbeitrag des Inlands wurde zwar in den vergangenen Monaten durch einen positiven Wachstumsbeitrag des Außenhandels überkompensiert. Allerdings resultierte dieser daraus, dass die Importe weiter stark schrumpften, während die Exporte nur noch leicht rückläufig waren. Für das gesamte Jahr 2009 rechnet das IMK mit einem Einbruch der Exporte um gut 17 Prozent, während die Importe um 11,6 Prozent sinken.

Im kommenden Jahr verbessern sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen leicht, so das IMK. Davon profitieren tendenziell auch die deutschen Exporte. Die Zunahme werde mit einem Plus von gut zwei Prozent allerdings überaus verhalten sein, zumal bei wichtigen Handelspartnern die konjunkturelle Dynamik noch sehr schwach ausfällt. Dennoch werde 2010 vom Außenbeitrag ein positiver Wachstumsimpuls ausgehen, weil der Zuwachs der Importe aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage in Deutschland noch geringer (0,8 Prozent) ausfallen dürfte.

Die Investitionen der Unternehmen werden angesichts von niedriger Kapazitätsauslastung sowie ungünstigeren Finanzierungsbedingungen und nur sehr verhaltenen Absatzaussichten weiterhin rückläufig sein, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie bislang. Das IMK prognostiziert für 2010 einen Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen um 3,5 Prozent nach einer Schrumpfung um 22,2 Prozent in diesem Jahr. Die öffentlichen Bauinvestitionen werden im kommenden Jahr durch die Konjunkturprogramme deutlich zunehmen. Dies zeige sich bereits an den stark steigenden Auftragseingängen.

Die privaten Konsumausgaben werden 2009 um 0,8 Prozent wachsen, im kommenden Jahr aber mit zunehmendem Beschäftigungsabbau und nur geringer Zunahme der Realeinkommen sowie steigender Sparquote um ein Prozent sinken.

Für die öffentlichen Haushalte veranschlagt das IMK in diesem Jahr ein Defizit von 3,3. Für 2010 rechnen die Ökonomen mit einem Defizit von 5,4 Prozent.

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Webtipp: >> www.boeckler.de

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