ETHIKER

News Online

Twitter

Twitter
@EthikerNews

ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Donnerstag, 14. Dezember 2017

PHILOSOPHIE
PERSONEN
DOWNLOAD
COMMUNITY
KONTAKT
IMPRESSUM
» ethiker.com kaufen

In der Wüste der Moderne

Internationale Konferenz „Architektur und urbanische Konzepte“

Berlin

Abbildung: Cité Verticale im Carrières Centrales, ATBAT-Afrique, Casablanca, 1953

moderne

Am 28. August wird im Haus der Kulturen der Welt in Berlin das Projekt „In der Wüste der Moderne“ eröffnet, das mit einer Ausstellung, zahlreichen Begleitveranstaltungen und einer internationalen Konferenz Architekturen und urbanistische Konzepte vorstellt, die in den 1950er und 1960er Jahren in Nordafrika und Westeuropa unter den Bedingungen kolonialer Verwaltung, antikolonialer Befreiungskämpfe und transnationaler Migration entwickelt wurden.

Es erzählt die Geschichten der Bewohner, Architekten, Kolonialisten und Wissenschaftler, die in die Auseinandersetzung um Moderne und Modernisierung involviert waren. Das Beispiel konkreter Bauprojekte zeigt: Die europäische Moderne wäre nicht realisierbar gewesen ohne Kolonialismus. Selbst das „Lernen von“ den ehemals Kolonisierten, das die Nachkriegsmoderne auszeichnet, ist in ihm verhaftet.

„In der Wüste der Moderne“ erschließt durch die Ergebnisse neuer Forschungen bislang wenig bekannte Wechselwirkungen: Einerseits wanderte die moderne Massenbauweise für „die große Zahl“ von Nordafrika an die Stadtränder Frankreichs, Italiens und Englands, in die Schweiz und nach Deutschland. Hier entstanden die uns bekannten Vorstädte für Hunderttausende. Andererseits wurden die Architekten der europäischen Moderne durch den Aufenthalt im Nordafrika der antikolonialen Befreiungsbewegungen in ihren technokratischen Planungsgewissheiten nachhaltig verunsichert. Die Ausstellung zeigt die ambivalenten Verschränkungen zwischen dem emanzipatorischen Versprechen der Moderne und dem Kolonialismus ebenso wie die zwischen den unterschiedlichen Akteuren des mediterranen Raumes in der Dekolonisierung – in einem bis heute andauernden Prozess.

Diese geschichtliche Entwicklung wird durch Architekturmodelle, Fotografien, Grafiken und Pläne, Videodokumente und Interviews, selten gezeigte filmische Zeitdokumente und zeitgenössische künstlerische Arbeiten verdeutlicht.

Das Projekt basiert auf einer transdisziplinären Forschung von Marion von Osten (Kuratorin, Akademie der bildenden Künste Wien), Serhat Karakayali (Soziologe, Kanak Attak/Forschungsgruppe TRANSIT MIGRATION Berlin), Tom Avermaete (Architekturhistoriker, Universität Delft/Antwerpen) und Daniel Weiss (GTA Archiv, ETH Zürich), an der mittlerweile zahlreiche Wissenschaftler und Aktivisten aus Casablanca, Rabat, Zürich, Paris, Wien und Berlin mitarbeiten. Die Ausstellungsarchitektur und Gestaltung wird realisiert von Jesko Fezer, Andreas Müller und Anna Voswinckel.

____________________

Webtipp: >> Haus der Kulturen der Welt

Twitter, Facebook ...

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.

Eigentümer und Herausgeber: Anke Pohl www.ethiker.com Das Copyright für veröffentlichte Publikationen, Objekte und Inhalte der Webseite verbleibt bei den Eigentümern.
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle wird keine Haftung für die Inhalte externer Links übernommen. © www.ethiker.com
SSL Zertifikate

buero