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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Mittwoch, 13. Dezember 2017

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Kennzahlen sind nicht alles

Ethik zahlt sich aus

Nürtingen

finanzforum

Das 6. Nürtinger Finanzforum an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt beschäftigte sich mit neuen Wegen in der Finanz- und Immobilienwirtschaft. Die Veranstalter des Campus of Finance stellten in der Nürnbereger Stadthalle die Ethik in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Ethische Unternehmenspolitik steigert die Wirtschaftlichkeit – dies verdeutlichten die hochkarätigen Referenten im Laufe der Tagung.

Das Forum wurde von Hochschuldirektor Prof. Dr. Werner Ziegler eröffnet. Anschließend sprach Prof. Dr. Kurt Maier, Direktor des Campus of Finance, Institut für Finanzmanagement an der HfWU, die Probleme zwischen Wirtschaft und Ethik an. Das Thema sei brandaktuell, denn „Kunden werden früher oder später erkennen, wenn sie von Finanzdienstleistern über den Tisch gezogen werden,“so Maier.

Ethisches Verhalten in Unternehmen ist für Prof. Dr. Winfried Schwatlo MRICS, Vorstand der Focus Real Estate AG in München und Moderator des Forums, enorm wichtig, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Er sprach über Problemansätze durch Mediation. Das Wissen um professionelles Konfliktmanagement gehöre für alle Führungskräfte in die Manager- Werzeugkiste: „Eine unprofessionelle Streitkultur schadet dem Unternehmen materiell und innerbetrieblich.“ Im Unterschied zum klassischen Gerichtsverfahren beispielsweise, könne Business- Mediation als Konfliktbewältigung in Auseinandersetzen zeitliche und finanzielle Vorteile bieten.

Judith Gabler, Geschäftsführerin der RICS Deutschland, zeigte am Beispiel der Royal Institution of Chartered Surveyors die ethischen Grundsätze des größten Berufsverbandes der Immobilienwirtschaft. Das in 120 Ländern geltende Regelwerk der Organisation basiert auf neun Grundwerten zur professionellen Berufsausübung in allen immobilienwirtschaftlichen Bereichen und regelt die hohen fachlichen Standards.

Für Unterhaltung sorgte Frau Dr. Noni Höfner vom Deutschen Institut für Provokative Psychologie  mit ihrem Vortrag über Konfliktlösungsstrategien durch Beseitigung von Denkblockaden. „Sie sollen etwas sehen, was Sie bisher nicht gesehen haben“, sagt die Diplompsychologin. Emotionen spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch provozieren ihrer Klienten, kämen diese meist aus ihrer Blockade heraus und sähen das Problem mit anderen Augen.

„Customer Value anstelle des Shareholder Values“. Über diesen Ansatz sprach Jürgen Hilse, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Göppingen und Bundesobmann der Sparkassenvorstände. Nicht alle Vorgänge in einem Unternehmen seien bilanzierbar – „die Folgen unseres Tuns wirken oft in anderen Dimensionen“, sagte er. Zwar müsse das Eigenkapital eine angemessene Verzinsung bringen, um wirtschaftlich zu überleben, aber „Kennzahlen sind nicht alles.“ Man müsse die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ganzheitlich betrachten.

Ethik in Unternehmen erfordere auch, unpopulare Entscheidungen treffen zu können, betonte Rupert Hackl, Leiter der Niederlassung der EUROHYP München, der über die Auswirkungen der Subprime- Krise auf die Immobilienbranche sprach und sich in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit mehr Offenheit und Ehrlichkeit gewünscht hätte.

Über die Bedeutung einer Sinn gebenden Unternehmenskultur als maßgeblichen Erfolgsfaktor im Unternehmen referierte die Unternehmensberaterin Dr. Brigitte Wolter. Wichtiges Kriterium dieser Kultur sei deren Lebensfähigkeit. Aus einem gesellschaftlichen Paradigmenwechsel resultire die Herausforderung, Unternehmenskultur zu einer „Quelle der Sinnschöpfung“ weiterzuentwickeln.

Dr. Gerrit Leopoldsberger FRICS MAI vom Studiengang Immobilienwirtschaft der HfWU sprach als Experte auf dem Gebiet der Immobilienbewertung über Ethik im Gutachtergeschäft. Der Gutachter könne sich nur auf den echten Marktwert auf Basis international akzeptierter Standards beziehen und „dabei gibt es keinen ethischen Einfluss“, wie Leopoldsberger sagt. Der Sachverständige sei kein Schiedsrichter, sonder eher Reporter. Unethisch sei es dagegen, die Honorarleistung an den Wert des Objekts oder gar an den Erfolg eines Unternehmens zu verknüpfen.

In der abschließenden von der Wirtschaftsjournalistin Christiane Harriehausen moderierten Podiumsdiskussion, wurde die Bedeutung ethischen Handelns weiter herausgearbeitet. Die Teilnehmer waren sich einig – das Problem der Ethik bestehe darin, „dass wir sie nicht messen können“. Jedoch gehe es nicht ohne Ethik, wenn man langfristig wirtschaftlichen Erfolg haben möchte.

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