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Kollision: Ölteppich auf der Elbe

WWF: Belastung für ohnehin stark geschädigte Unterelbe

Hamburg

Foto: © Elbeschifffahrt / Hans Ulrich Roesner / WWF

elbeschifffahrt

Oberhalb von Hamburg sind in der Nacht zum Mttwoch auf der Elbe ein Frachter und ein Tankschiff kollidiert. 200.000 bis 400.000 Liter Diesel liefen nach Angaben von Behörden aus den vier aufgerissenen Tanks des Tankschiffes „Undine“ in den Fluss. Ein fünf bis sechs Kilometer langer Ölteppich treibt zwischen Geesthacht und Hamburg auf der Elbe.

„Wie groß die Belastung für die ohnehin stark geschädigte Unterelbe ist, lässt sich im Moment nur schwer abschätzen“, erklärt Beatrice Claus vom World Wide Fund For Nature (WWF). Selbst wenn die Behörden alle nötigen Schutzmaßnahmen ergreifen, sei es unmöglich, das gesamte Öl abzupumpen. Ein Teil des Diesels und die darin enthaltenen Giftstoffe werden nicht nur an der Oberfläche bleiben.

Wassevögel, Fische und Insekten seien gefährdet. Der Sauerstoffgehalt ist durch den Ölteppich beeinträchtigt. „Eine Ölpest von diesem Ausmaß hinterlässt auf jeden Fall Spuren im Lebensraum Elbe“, so Claus. Durch menschliche Eingriffe wie Flussvertiefungen, Schadstoffeinträge und Kraftwerke sei die Unterelbe ohnehin schon am Belastungslimit.

Bei der Unfallursache handelt es sich offenbahr um menschliches Versagen. Das 82 Meter lange Tankschiff Undine hatte insgesamt 900.000 Liter Diesel geladen. Der beschädigte Frachter liegt an der Schleuse in Geesthacht. Die Lecks wurden bereits abgedichtet und das restliche Öl abgepumpt.

Laut WWF gehen auch von kleinen Frachtschiffen enorme Risiken aus. „Es muss nicht immer der große Öltanker sein, der eine Katastrophe auslöst“, betont Claus. Glück im Unglück sei in diesem Fall, dass es sich um ein vergleichsweise leicht abbaubares Dieselöl handelt und nicht um das häufig als Schiffstreibstoff genutzte hochgiftige und kaum zu bekämpfende Schweröl.

Der WWF fordert eine lückenlose Aufklärung des Unfalls sowie eine umfassende Dokumentation aller Umweltschäden.

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