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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Komplexität, Mathematik und sozio- ökonomische Probleme

Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld vom 31. August bis 12. September

Bielefeld

uni-bielefeldWelche Rolle kann die Mathematik bei der Lösung sozio- ökonomischer Probleme spielen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine zweiwöchige Tagung unter der Leitung von Ludwig Streit (Physik, Bielefeld/Funchal), Tanya Araújo (Wirtschaft, Lissabon) und Ruí Vilela Medes (Mathematik, Lissabon), die vom 31. August bis 12. September im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld stattfindet.

Sind die aktuellen Krisen der Marktwirtschaft, des Kampfes um knappe Ressourcen, der Ideologien, der Regierbarkeit, unvermeidliche Nebeneffekte der menschlichen Existenz? Oder sind sie nur ein Symptom unseres mangelnden Verständnisses für die grundlegenden Gesetze der menschlichen Gesellschaft in ihrer jetzigen Komplexität?

Wenn die Antwort auf die erste Frage positiv ausfiele, gäbe es wahrscheinlich nichts weiter zu tun, als diese zu ertragen und so geschützt wie möglich durch die See der Widrigkeiten zu segeln. Aber wenn das Problem auch in einem Mangel an Verständnis läge, dann ließe sich die Lage vielleicht mit Ausdauer und hartem Nachdenken verbessern.

Der französische Mathematiker Jean-Marie Souriau hat einmal gesagt: „Schuhe sind ein Werkzeug fürs Laufen, die Mathematik eins fürs Denken. Man kann auch ohne Schuhe gehen, aber man kommt nicht so weit.“ In vieler Hinsicht scheint es, als ob Politiker, Entscheidungsträger, ja vielleicht die Menschen ganz allgemein, dazu neigen, „ohne Schuhe zu wandern“. Das bescheidene Ziel dieses Workshops ist es, einige kleine Schritte zu unternehmen – mit Schuhen, das heißt also, mit Mathematik.

Für relevante und problembezogene Modellierung ist Know-how aus den Sozialwissenschaften vonnöten, aber Multidisziplinarität allein ist keine Garantie. Experten aus verschiedenen Bereichen müssen bereit und in der Lage sein, mit Wissenschaftlern aus anderen Gebieten zusammenzuarbeiten – der Workshop bedarf also echter Interdisziplinarität. Durch die zweiwöchige Zusammenarbeit von Mathematikern und Gesellschaftswissenschaftlern hoffen die Veranstalter, zu einem gemeinsamen Verständnis der Probleme und zum Abbau terminologischer Barrieren beizutragen, die dem Informationsfluss von der Theorie zur Praxis oft im Wege stehen.

Die Initiatoren und einige der vorgeschlagenen Teilnehmer verdanken der ZiF: Forschungsgruppe „The Sciences of Complexity – From Mathematics to Technology to a Sustainable World“ wichtige Anregungen. Der Workshop, aber auch die vielen andere Forschungsinitiativen seit 2001, sind echte Spin-offs jenes ZiF: Forschungsjahres 2000/2001.

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Webtipp: >> www.uni-bielefeld.de

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