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Leere Entwicklungshilfe- Versprechen der G8

Attac fordert Paradigmenwechsel in der Weltwirtschaft

Frankfurt a.M.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fordert von den G8- Staaten einen Paradigmenwechsel in der Weltwirtschaft. Zur Zeit werde das Thema Entwicklungshilfe, insbesondere in Afrika, missbraucht, um dem G8- Gipfel einen Anschein von Legitimität zu verleihen.

attac

„Es ist frappierend, mit welcher Schamlosigkeit sich die G8 regelmäßig für ihre leeren Entwicklungshilfe-Versprechen feiert“, sagte Alexis Passadakis von Attac Deutschland am Donnerstag in Sapporo/Japan. Wer den G8- Staaten in Sachen Armutsbekämpfung vertraut, mache den „Bock zum Gärtner“. „Von den in Heiligendamm gegebenen Versprechen ist nichts übrig geblieben, im Gegenteil: Im Jahr 2007 sank die Entwicklungshilfequote der G8 sogar leicht“, betonte Passadakis. Kein einziges der für 2015 festgelegten Millieniums- Ziele der Vereinten Nationen wird erreicht, dies sei bereits jetzt klar.

Das Problem der Armut in Afrika könne nur durch die Einhaltung der Entwicklungshilfe- Verprechen und grundsätzliche Veränderungen in der Weltwirtschaftspolitik der Industriestaaten gelöst werden. „Die G8-Länder sind maßgeblich verantwortlich für die gegenwärtige Hungerkrise. Sie sind es, die Jahrzehnte lang mit Hilfe der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der Welthandelsorganisation WTO die Entwicklungsländer zu unbeschränkten Marktöffnungen und Deregulierung gezwungen haben“, erklärte Passadakis.

Aktuelle Beispiele dafür seinen die Verhandlungen der Europäischen Union mit den AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) über weitreichende Freihandelsabkommen (Economic Partnership Agreements / EPAs) und die WTO-Verhandlungen. In beiden Fällen hätten Studien – im Fall der EPAs sogar EU eigene Studien – aufgedeckt, dass afrikanischen Staaten durch diese Erweiterung der Marktöffnungen Verluste drohen.

Entgegen der UN- Millieniumsziele, die eine Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 vorsehen, sei tatsächlich die Anzahl der von Hunger und Armut Betroffenen in Folge der Nahrungsmittelkrise von 850 Millionen Menschen auf eine Milliarde angestiegen.

Neben der Einhaltung der Entwicklungshilfe- Versprechen der Industrieländer fordert Attac deshalb einen Stopp der WTO- und EPAs- Verhandlungen sowie einen grundlegenden Wandel in der Agrarpolitik hin zu einem Konzept der Ernährungssouveränität.

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Webtipp: >> Attac Deutschland

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