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Obama steht in der Tradition großer US- Präsidenten

Politologin analysiert den Neubeginn in der amerikanischen Politik

Hannover

leibnitz_uni_hannoverBarack Obama ist gerade mal einen Tag im Amt, da gibt es schon die ersten Vergleiche mit anderen großen amerikanischen Präsidenten: Abraham Lincoln, Franklin D. Roosevelt und John F. Kennedy. In dieser Tradition sieht die amerikanische Presse den neuen Präsidenten. Der Vergleich sei nicht von der Hand zu weisen, sagt Prof. Christiane Lemke, Politikwissenschaftlerin an der Leibniz Universität Hannover. Christiane Lemke hat die Zeit vor und nach der Wahl während eines Forschungsaufenthalts in den USA hautnah miterlebt. Am Wahlabend hat sie für die ARD in Washington die Ergebnisse analysiert.

„Obama greift von allem etwas auf“, erläutert Prof. Lemke, „von Lincoln das Ideal der Freiheit und Gerechtigkeit, von Roosevelt den Gedanken, dass der Staat eine Verantwortung hat für die Gestaltung der Gesellschaft, und von Kennedy die Idee, dass sich die amerikanische Gesellschaft erneuern kann.“ Damit grenze sich der neue Präsident klar gegen seinen Vorgänger George W. Bush ab. Das Vertrauen der Bevölkerung in öffentliche Institutionen und den Staat, das viele Menschen während der Bush-Ära verloren hätten, wolle Obama wieder herstellen. Dabei stünden der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie eine Erneuerung des maroden Gesundheitssystems an erster Stelle. 47 Millionen US-Amerikaner seien nicht krankenversichert. Dabei erwarten die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger keine Wunder. „Nach Angaben der New York Times sind 80 Prozent der Bevölkerung optimistisch, dass Obama die Krise überwinden wird“, sagt Prof. Lemke. „Gleichzeitig wissen sie aber, dass das nicht von heute auf morgen geht.“

Mit der Wahl sei außerdem die diskriminierende Politik der Rassentrennung auch mental überwunden. Als erster afroamerikanischer Präsident sähe Obama sich als Oberhaupt aller Amerikaner, unabhängig von Herkunft, Religion und Sprache, erklärt die Politologin. Das habe er auch in seiner Antrittsrede deutlich gemacht. Als Präsident werde er von weiten Teilen der Bevölkerung getragen. Gewerkschaftler hätten ihn genauso gewählt wie weite Teile der überwiegend weißen Mittelschicht und viele Bürgerinnen und Bürger mit lateinamerikanischen Wurzeln. Mit diesem Selbstverständnis reihe sich Obama wieder in die Tradition der großen Präsidenten in der amerikanischen Geschichte ein. Deren Leitspruch sei über Jahrzehnte in pluribus unum gewesen – eins in der Vielfalt. Damit und auch mit dem klaren Bekenntnis zu den Menschenrechten sowie mit seiner Ankündigung, das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo Bay zu schließen, sei eine klare Abkehr von der Ära Bush angekündigt.

Eine ausführliche Analyse der Vorgänge rund um die US-Wahl erscheint im Frühjahr als Buch unter dem Titel „Richtungswechsel. Eine neue Politik für die Vereinigten Staaten“.

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Webtipp: >> www.uni-hannover.de

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