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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Dienstag, 12. Dezember 2017

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Ökoagentur vermittelt Naturschutz- Ausgleichsflächen

Naturschutz- und Baurecht

Dresden

leibnitzinstitut

Wissenschaftler des Leibnitz- Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und des Helmholtz- Zentrums für Umweltforschung (UFZ) bereiten derzeit durch ihre Forschungsarbeit die Tätigkeit der neuen Sächsischen Ökoflächen- Agentur vor. Da das Naturschutz- und Baurecht Bauherren oder Vorhabensträger verpflichtet, bei Bodenversiegelung, Veränderung des Grundwasserstandes oder Beeinträchtigung des Landschaftsbildes einen Ausgleich oder Ersatz zu schaffen und die Suche nach geeigneten Flächen nicht selten problematisch verläuft, will die neue Ökoagentur die Flächensuche, den Grunderwerb und die Maßnahmenplanung unterstützen.

„Durch die Ökoagentur können Bauvorhaben beschleunigt und gleichzeitig qualitativ hochwertige Kompensationsmaßnahmen gefördert werden“, lobt Lars Stratmann vom IÖR in Dresden die Einführung der Agentur. Im Projekt „ReNat – Regionales Naturschutznetz“ untersuchte er gemeinsam mit Partnern vom UFZ Leipzig in den vergangenen drei jahren die Konzeption und Abstimmung von Kompensationsmaßnahmen im Südraum Leipzig. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt bildete die Grundlage für die Einführung der Ökoflächen- Agentur.

„Die Suche nach Ausgleichsflächen für den Naturschutz infolge von Bauvorhaben hat insbesondere im Großraum Leipzig zu Konkurrenz und Konflikten bei der Flächennutzung geführt“, erläutert Lars Stratmann die besondere Relevanz der Thematik für Sachsen.

Die dynamische Entwicklung von Leipzig in den vergangenen Jahren erforderte eine umfangreiche Neuversiegelung von Flächen. Autobahn, Flughafen und Gewerbe nahmen Flächen der hochwertigsten Ackerböden Sachsens an Leipzigs Stadtgrenze ein. Der Naturschutz beanspruchte als Ausgleich weitere Flächen. Auf diesen Flächen kann künftig keine intensive Landwirtschaft mehr betrieben werden. Um den Nutzungsdruck auf hochwertige Böden zu entschärfen, suchten die Wissenschaftler des IÖR und UFZ nach Möglichkeiten, Flächen der Tagebaufolgelandschaft als Ausgleichsflächen für den Naturschutz zu etablieren.

Dazu müssen die bereits hochwertigen, aber verinselten Lebensräume in der Tagebaufolgelandschaft über die oft noch ausgeräumten Kippenflächen hinweg vernetzt werden. Die Wissenschaftler legten den Grundstein für die künftige Umsetzung eines solchen Netzes, einem sogenannten Biotopverbund, durch den auch das Landschaftsbild aufgewertet wird. In Leipzig können damit insbesondere bei Großvorhaben die Kompensationsansprüche nun auch gezielt im Südraum der Stadt auf den Böden der Tagebaufolgelandschaft verwirklicht werden. Die Sächsische Ökoagentur kann Bauherren und Vorhabensträger bei Flächensuche und Grunderwerb, Maßnahmenplanung und -umsetzung sowie der anschließenden Flächenverwaltung unterstützen.

Die Sächsische Ökoflächen-Agentur wird gemeinsam durch die Sächsische Landsiedlung GmbH (SLS) und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt gebildet. Während die SLS künftig vor allem Flächen entwickelt und Maßnahmen vermittelt, wird die Landesstiftung für den langfristigen Erhalt der Flächen verantwortlich sein.

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Webtipp: >> Leibnitz- Institut für ökologische Raumentwicklung

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