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Ökostrom – oder doch nicht?

Financial Times Deutschland: Schummelei beim Ökostrom

Hamburg

Der Ökostromanbieter Lichtblick nimmt zum Artikel in der Financial Times (FTD) „Schummelei beim Ökostromanbieter“ Stellung. Die FTD berichtete über den mehrfachen Atom- und Kohlestrom- Einkauf des Versorgers an der Leipziger Strombörse European Energy Exchange. Da Lichtblick damit wirbt, vollständig auf Strom aus Atom- Kohle- und Ölkraftwerken“ zu verzichten, sind diese Informationen äußerst brisant.

Lichtblick erklärte nun in seiner Stellungnahme am Dienstag, dass die von der FTD aufgegriffene Thematik nicht den planbaren Stromeinkauf betreffe, sondern es ginge um Mengen, die zur Kompensation von kurzfristig auftretenden Abweichungen zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Verbrauch der Kunden erforderlich sind. Diese würden zwangsläufig auftreten und weniger als ein Prozent der Gesamtmenge ausmachen.

Diese sogenannte Regelenergie könne nicht „grün“ beschafft werden. Jeder Ökostromanbieter könne diese Abweichungen nur über den Regelenergiemarkt oder den Spotmarkt der Strombörse kompensieren. Alternativen gäbe es nicht, weil es weder einen Regelenergie- oder Spotmarkt für Ökostrom noch regenerativ erzeugte Ausgleichs- und Regelenergie gibt. Dieses Vorgehen sei eine gängige Marktpraxis bei allen Strom- und Gasversorgern.

Während der Ausgleichs- und Regelenergiemarkt mit hohen finanziellen Risiken verbunden sei, weil Preise erst im nach hinein bekannt sind, könne mit einem Zu- und Verkauf am Spotmarkt das finanzielle Risiko dieser Fehl- und Überschussmengen reduziert werden. Diese Optimierung führe LichtBlick durch. Kurzfristig auftretende Unterdeckungen würden als Substitut für sonst in gleicher Größenordnung anfallende Ausgleichs- und Regelenergielieferungen am Spotmarkt beschafft werden.

Bereits Wissenschaftler des Wuppertal- Instituts für Klima, Umwelt, Energie bezeichneten viele der als Ökostrom verpackten Angebote der Stromanbieter als „Mogelpackung“. Kritische Stimmen, die behaupten, es gäbe keinen hundertprozentigen Ökostrom, mehren sich und nun droht der Branche ein erheblicher Imageverlust.

Entgegen den Behauptungen von Lichtblick, dass alle Ökostromanbieter zwangsläufing „Etikettenschwindel“ betreiben, erklärte Robert Werner von Greenpeace Energy bereits Anfang Januar: „Es gibt sehr wohl Unternehmen, die den Schmu mit so genannten RECS-Zertifikaten nicht mitmachen und solche Praktiken grundsätzlich ablehnen“.

RECS („Renewable Certificate System“, zu deutsch etwa „Zertifizierungssystem für erneuerbare Energien“), erlaubt großen Kraftwerken eine völlig unabhängige Veräußerung der virtuellen Bestandteile „Öko“ und „Strom“. Das Prädikat „Öko“ wird, symbolisiert durch die RECS-Zertifikate, an Energiehändler verkauft, die ihr Angebot ohne großen Aufwand „veredeln“ wollen. Es handelt sich dabei also um eine „legale Stromwäsche“. Verbrauchern, die sich keinen Atomstrom als Ökostrom vormachen lassen wollen, empfiehlt Robert Werner, sich bei ihren Versorgungsunternehmen zu erkundigen, ob diese RECS-Zertifikate nutzen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln.

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Webtipps: >> Artikel in der Financial Times „Schummelei beim Ökostrom“

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