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Oxfam fordert mehr Investitionen in Landwirtschaft der Entwicklungsländer

UN-Ernährungsgipfel in Madrid:

Berlin

oxfamOxfam warnt anlässlich der Welternährungskonferenz in Madrid, dass die Ernährung der Weltbevölkerung für die Zukunft nicht gesichert sei. Unzureichende Investitionen in die Landwirtschaft bei gleichzeitig fortschreitendem Klimawandel könnten die Ernährungssituation sogar noch verschlimmern. „Die Konferenz muss eine Verschärfung der Welternährungsprobleme aufgrund von Wirtschaftskrise, Klimawandel, Energie- und Wasserknappheit verhindern. Dazu sind dringend mehr Investitionen vor allem in die bäuerliche Landwirtschaft der Entwicklungsländer nötig“, fordert Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland. Die Chance für eine Bewältigung der Welternährungskrise dürfe nicht vertan werden.

Ärzte ohne Grenzen:  55 Millionen Kinder in Gefahr

Madrid / Wien

aerzte_ohne_grenzenSollte der Ernährungsgipfel in Madrid keine konkreten Maßnahmen für den Kampf gegen die weltweite Unternährung beschließen, werden laut der internationalen Organisationen ACF (Action Contre la Faim) und Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) weiterhin 55 Millionen Kinder unter fünf Jahren an lebensbedrohlicher Unterernährung leiden.

Während die Preise für Grundnahrungsmittel weltweit auf den Stand von 2006 zurückgefallen sind, kostet Unterernährung – verursacht durch den Mangel an nährstoff-, vitamin- und mineralstoffreicher Nahrung – nach wie vor fast 10.000 Kindern täglich das Leben.

Heute kann die tödlichste Form schwerer akuter Unterernährung effizient behandelt werden, aber nur jedes zehnte betroffene Kind erhält die von der UNO empfohlene Behandlung mit gebrauchsfertiger therapeutischer Nahrung. Als ersten Schritt fordern die beiden Organisationen ACF und MSF die Gipfelteilnehmer dringend dazu auf, Maßnahmen zu beschließen, die gewährleisten, dass alle schwer unterernährten Kinder bis 2012 behandelt werden.

„Wenn Ban Ki-Moon und José Luis  Zapatero wollen, dass auf diesem Gipfel nicht nur Reden geschwungen werden, müssen sie darauf bestehen, dass sich die internationale Nahrungsmittelhilfe ändert und dass ein neuer Mechanismus geschaffen wird, der die fünfzig am stärksten betroffenen Länder darin unterstützt, die Unterernährung bei Kindern zu bekämpfen“ erklärt Stéphane Doyon von Ärzte ohne Grenzen.

Trotz Fortschritten im Bereich der Ernährungswissenschaften besteht die internationale und nationale Nahrungsmittelhilfe immer noch in den meisten Fällen vor allem aus Mais-Reisgemischen, was ungefähr dem Nährwert von Brot und Wasser entspricht. Dies deckt den Minimalbedarf an Nahrungsmitteln von Kindern zwischen sechs Monaten und drei Jahren aber keinesfalls ab, die sich in einem wesentlichen Wachstumsstadium befinden und generell anfällig sind.

„Nationale Regierungen, Geberländer und die Welt-Gesundheitsorganisation WHO müssen dringend neue Mechanismen entwickeln und Finanzierungen aufstellen, um neue Standards in der Nahrungsmittelhilfe durchzusetzen“ erklärt Olivier Longué, Geschäftsführer von ACF Spanien. „Wir können nicht weiterhin Nahrungsmittel verteilen, die wir unseren eigenen Kindern nicht geben würden.“

Adäquate nährstoffreiche Nahrung für Kleinkinder wird Ernährungsprogramme teurer machen. MSF und ACF schätzen, dass 3 Milliarden Euro sofort benötigt werden, um akute Mangelernährung bei Kindern weltweit zu bekämpfen.

„Dieses Geld wird sehr sinnvoll eingesetzt. Wenn wir Kleinkinder mit adäquater Nahrung versorgen, können wir verhindern, dass sich der Zustand von Millionen von Kindern soweit verschlechtert, dass sie an schwerer lebensbedrohlicher Mangelernährung leiden“, sagt Olivier Longué. „Ohne konkrete Bekenntnisse, Mangelernährung zu bekämpfen, werden die Ziele 1 und 4 der Millennium Development Goals, die darauf abzielen, die Anzahl der von Hunger betroffenen Menschen und die Kindersterblichkeit zu verringern, niemals erreicht werden. Der Kampf gegen Hunger und Mangelernährung sind die unbestreitbaren Prioritäten der Menschheit, angemessene Nahrung ist ein Grundrecht menschlicher Würde.“

Obwohl die UNO im Juli 2008 einen Global Action Plan entwickelt hat, gibt es noch immer keine Mechanismen, die die Länder dabei unterstützen, effektive Ernährungsprogramme einzurichten.

„Wenn ein Entwicklungsland HIV/Aids oder Malaria bekämpfen möchte, dann weiß es, wo es technische und finanzielle Unterstützung bekommt“, sagt Stéphane Doyon. „Im Kampf gegen Mangelernährung bei Kindern gibt es im Moment keine internationale Unterstützung.“

MSF und ACF haben in den Jahren 2006 und 2007 über 380.000 mangelernährte Kinder behandelt.

Hintergrund:

Als im Zusammenhang mit den Nahrungsmittelpreisen in vielen Ländern Ausschreitungen ausbrachen und die Auswirkungen steigender Preise weltweit in den Vordergrund rückten, hat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon im April 2008 eine Task Force zur weltweiten Ernährungskrise gegründet. Nach dem letzten Welt-Ernährungsgipfel im Juni 2008 in Rom haben die Teilnehmer 12,3 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen den Hunger zugesagt, bis jetzt aber nur 1 Milliarde US-Dollar dafür zur Verfügung gestellt – das ist die kleinste Anzahlung an versprochenen Geldern, die bisher in der Geschichte erfolgt ist.
Im Juli 2008 hat diese Task Force ihren Aktionsplan präsentiert. Das Follow-Up-Meeting in Madrid wird von 26. bis 27. Jänner unter der Schirmherrschaft des spanischen Premierministers José Luis Zapatero stattfinden.

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Webtipps:

>> www.oxfam.de

>> www.aerzte-ohne-grenzen.at

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