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Sozial- und Umweltstandards bei der Beschaffung von Natursteinen: Kontrollen der Lieferkette im Aufbau

Auswertung Unternehmensumfrage:

Siegburg

sw_logo-riesig-webblauSÜDWIND hat Baumärkte und Küchenhersteller befragt, ob diese bei den Lieferanten von Natursteinen die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards einfordern. Die Auswertung der Umfrage ergab, dass einige Baumärkte erste Schritte unternommen haben oder diese derzeit umsetzen. Von einer branchenübergreifenden Lösung ist man allerdings noch weit entfernt.

SÜDWIND hat in den Jahren 2006 bis 2008 in mehreren Studien Missstände in den Produktionsstätten von Natursteinen in China und Indien nachgewiesen. Im Sommer 2008 veröffentlichte das Institut die Studie »Steine des Anstoßes – Arbeitsbedingungen bei Natursteinlieferanten für Baumärkte und Küchenhersteller« und schickte anschließend einen Fragebogen an Baumärkte und Hersteller von Küchen.

»Die Antworten der Baumärkte wecken Hoffnung«, so Friedel Hütz-Adams (SÜDWIND), Autor der Studien über den Natursteinsektor und verantwortlich für die Umfrage. »Bei mehreren Baumarktketten wurden bereits Zertifizierungssysteme eingeführt oder mit deren Einführung begonnen. Die öffentliche Diskussion über die Arbeitsbedingungen vor allem in indischen und chinesischen Natursteinbetrieben scheint diese Bemühungen innerhalb des letzten Jahres noch vorangetrieben zu haben.«

Zugleich allerdings haben mehrere Baumärkte und der größte Teil der Küchenhersteller nicht auf die Anfrage reagiert.

Die derzeitigen Ansätze der Baumärkte können allenfalls ein Anfang sein. »Die vorhandenen Informationen belegen zwar, dass einige der Unternehmen mit einer Überwachung der Zulieferkette begonnen haben. Doch um die Wirkungen dieser Schritte besser beurteilen zu können, müssten die Unternehmen wesentlich mehr Informationen zur Verfügung stellen«, so Hütz-Adams.

Die angewandten Kriterien (Verhaltenskodizes) für die Zertifizierung der Zulieferer liegen nur bei einigen Unternehmen öffentlich vor. Unklar ist bei einigen Baumärkten zudem, ob alle Lieferanten von Natursteinen überwacht werden, oder nur ein Teil. Erst mit der Veröffentlichung der Namen der Zulieferer würden die Zertifizierungen vollkommen nachvollziehbar und damit nachkontrollierbar.

Zu wünschen wäre die Schaffung eines Zertifizierungsstandards für die gesamte Branche. Diese würde sowohl den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Orientierung erleichtern, als auch die Kosten der Zertifizierung senken. An der Ausarbeitung dieses Standards sollten neben den hiesigen Unternehmen auch die Betroffenen in den Lieferländern mitarbeiten können. Die Verbände der Branche sollten eine Multistakeholderinitiative initiieren und so die ökologische und soziale Nachhaltigkeit ihrer Lieferkette vorantreiben.

Doch auch die Politik ist gefordert. »Die Bundesregierung muss von hiesigen Unternehmen die Umsetzung bestehender internationaler Abkommen – darunter die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen – einfordern und die Einhaltung der Bestimmungen kontrollieren. Sie sollte sich zudem für sanktionsbehaftete völkerrechtliche Regelungen des Verhaltens von Konzernen einsetzen.«

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Webtipp: >> www.suedwind-institut.de

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