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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Dienstag, 24. April 2018

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Sucht, Sehnsucht, Begierde und Kontrolle

Berlin

Foto: © www.ethiker.com

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Bizarre Klänge, rätselhaft inszenierte Tänze und surreale Bilder: „Protect me from what I want“ heisst das neue Projekt des Berliner Choreographen und Videokünstlers Walter Bickmann, das er seit vergangenen Freitag im DOCK11 präsentiert. Mit seiner intermedialen Konfrontation aus Videoprojektion und Tanzperformance untersucht Brickmann die Mechanismen von Sucht, Sehnsucht, Begierde und Kontrolle.

Hintergrund

Das Lebensgefühl unserer Zeit ist geprägt von einer rastlosen Suche nach Erfüllung. Hat man etwas erreicht, will man schon das nächste. Unbemerkt begeben wir uns in Abhängigkeiten, die wir kaum noch steuern, die uns kaum bewusst sind. Vom Kaufrausch über Arbeitssucht und Glücksspiel bis hin zur Sucht nach immer extremeren Erfahrungen gibt es nichts, was es nicht gibt. Wir leben in einer Welt voller Süchte. Menschen können von Alkohol und Nikotin genauso abhängig sein wie von Schokolade, Nägelkauen, geistigen Führern, Pünktlichkeit oder Stress.

Etwa 11 Mio. Deutsche haben ernsthafte Probleme mit Alkohol, 17 Mio. sind Raucher, 26 % aller 12-25 jährigen haben Erfahrungen mit Cannabis, 5% der selben Altersgruppe verfügen über Erfahrungen mit Designerdrogen und ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland sind von Medikamenten abhängig. Es gibt unendlich viele Substanzen und Verhaltensweisen, die sich für süchtiges Denken, Fühlen und Handeln eignen.

Vom psychiatrischen Standpunkt aus ist unter Sucht ein psychopathologisches Phänomen zu verstehen, das durch abnorme Verhaltensweisen charakterisiert ist, die auf Basis einer süchtigen Fehlhaltung entstehen. Sucht beginnt z.B. als Lust betonter Gebrauch eines Stoffes. Verhalten, Erleben, Lebensgewohnheiten und Persönlichkeit verändern sich – oft unbemerkt – und passen sich langsam dieser Sucht an, die schließlich so tief im Gehirn verankert wird wie Sexualität oder Hunger. Sucht ist gekennzeichnet durch Kontrollverlust, Abstinenzunfähigkeit, Steigerung der Dosis und Entzugserscheinungen. Während der Begriff „Sucht“ also medizinisch eingrenzbar erscheint, kann man dies von „Sehnsucht“ nicht behaupten. Dabei sind Sucht und Sehnsucht oft untrennbar verknüpft- in ihren Erscheinungsformen erschreckend bizarr oder so normal, dass niemand sie erkennt und sie als das, was sie sind, zu bezeichnen vermag.

Was ist das Süchtige an der Sucht? Hat Sucht tatsächlich mit Sehnsucht zu tun? Kommt Sucht von suchen, ist also ein Süchtiger ein Suchender? Was macht uns zu abhängigen oder selbst bestimmten Individuen?

Basierend auf den Beobachtungen und Erfahrungen aller Beteiligten sowie Interviews mit Menschen unterschiedlicher sozialer und nationaler Herkunft nähert sich Brickmann an der Schnittstelle von Bildender und Darstellender Kunst diesen Fragen und konfrontiert den Zuschauer durch seine unerwartete Herangehensweise außergewöhnlich intensiv mit dem Thema.  

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„Protect me from what I want“ 

Finanziert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

In Kooperation mit Schloss Bröllin und Künstlerhaus Lucas, Ahrenshoop

Produziert im und unterstützt von DOCK 11, Berlin

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Webtipps:

>> Fotostrecke zu „Protect me from what I want“

>> www.video-tanz.de

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