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	<title>ETHIKER &#187; Brauingenieure</title>
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		<title>TUM- Brauingenieure erforschen Energieeinsparung im Brauprozess</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 12:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[WIRTSCHAFT]]></category>
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		<description><![CDATA[M&#252;nchen Blick in einer ge&#246;ffneten Zeolith-Speicher, Quelle: Birger Klitzing / RWTH Aachen Ein frisch gezapftes, k&#252;hles Bier &#8211; das ist f&#252;r Viele ein Hochgenuss. Doch eigentlich m&#252;sste man beim Trinken ein schlechtes Gewissen haben: Denn Bier ist in der Herstellung eines der energieintensivsten Lebensmittel &#252;berhaupt. Brauingenieure der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen (TUM) arbeiten daran, die Energiebilanz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>M&#252;nchen</strong></p>
<p><span style="font-size: x-small;"><small>Blick in einer ge&#246;ffneten Zeolith-Speicher, </small><small>Quelle: Birger Klitzing / RWTH Aachen</small></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3933" style="float: left;" title="zeolith-speicher" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2009/09/zeolith-speicher.jpg" alt="zeolith-speicher" width="195" height="146" />Ein frisch gezapftes, k&#252;hles Bier &#8211; das ist f&#252;r Viele ein Hochgenuss. Doch eigentlich m&#252;sste man beim Trinken ein schlechtes Gewissen haben: Denn Bier ist in der Herstellung eines der energieintensivsten Lebensmittel &#252;berhaupt. Brauingenieure der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen (TUM) arbeiten daran, die Energiebilanz des Gerstensaftes zu verbessern. Sie erforschen eine neue Verfahrenskombination, mit der man beim Brauen bis zu 20 Prozent Energie einsparen k&#246;nnte. Auf der Fachmesse drinktec in M&#252;nchen (14.-19. September) stellen die Weihenstephaner Wissenschaftler das Herzst&#252;ck ihrer energiesparenden Idee aus.<span id="more-3930"></span></p>
<p>Seit &#252;ber hundert Jahren gilt f&#252;r Brauereien ein technisches Grundgesetz: Sie alle brauchen einen Dampfkessel, um Bier zu brauen. Denn nur ein m&#228;chtiger Dampf-Kessel kann Temperaturen von 110 bis 160 Grad Celsius erzeugen, die zum Eindampfen des &#8220;Rohbiers&#8221;, der so genannten W&#252;rze, n&#246;tig sind. Dieser Prozess ben&#246;tigt sehr viel Energie: Fast die H&#228;lfte des Gesamtenergieverbrauchs einer klassischen Brauerei, n&#228;mlich 45 Prozent, wird zur W&#252;rzebereitung ben&#246;tigt. Seit Jahren t&#252;fteln Ingenieure deshalb an L&#246;sungen, die den W&#228;rme- und Stromverbrauch im Brauwesen senken.</p>
<p>Eine ihrer Ideen ist der Einsatz vom Blockheizkraftwerken, die durch Kraft-W&#228;rme-Kopplung sehr energieeffizient und umweltschonend arbeiten. Doch f&#252;rs Sudhaus eignet sich diese Technologie bisher leider nicht: Blockheizkraftwerke erzeugen neben Strom zwar auch W&#228;rme, allerdings nur bis 90 Grad Celsius. Zum W&#252;rzeeinkochen sind aber mindestens 110 Grad Celsius notwendig. Ingenieure vom Lehrstuhl f&#252;r Rohstoff- und Energietechnologie der TU M&#252;nchen verfolgen seit August 2008 eine hei&#223;e Spur, um dieses Manko zu beheben: Sie kombinieren das Blockheizkraftwerk mit einem so genannten &#8220;Zeolithspeicher&#8221;.</p>
<p>Solche Speicher arbeiten thermochemisch, mittels Zeolith-Kugeln von 2-3 mm Durchmesser. Diese por&#246;sen K&#252;gelchen bestehen aus Silikatmineralen und sind ein guter W&#228;rmespeicher: Ein Gramm Zeolith hat eine innere Oberfl&#228;che von etwa 500 Quadratmetern. Diese Poren saugen sich mit Wasser voll. Wird das Zeolith erw&#228;rmt, trocknen die K&#252;gelchen aus &#8211; der Speicher ist geladen. Sobald man wieder Wasser zuf&#252;hrt, setzen die Zeolith-Kugeln mit bis zu 250 Grad Celsius W&#228;rme frei. Die Brauingenieure der TUM machen sich dieses thermochemische Prinzip zunutze, um die 90 Grad Celsius aus dem Blockheizkraftwerk f&#252;rs Sudhaus um die fehlenden 20 Grad Celsius aufzustocken.</p>
<p>Dazu wollen sie ein leeres Zeitfenster im Produktionsprozess nutzen. &#8220;Nachts braucht eine mittelst&#228;ndische Brauerei nur wenig Energie&#8221;, so Projektleiter Dr.-Ing. Winfried Ru&#223;. &#8220;In dieser Zeit speisen wir die ungenutzte W&#228;rme des Blockheizkraftwerks in den Zeolithspeicher ein.&#8221; Tags&#252;ber, wenn zum W&#252;rzekochen hohe Temperaturen gefragt sind, kann die zus&#228;tzliche W&#228;rme zum gew&#252;nschten Zeitpunkt fast auf einen Schlag wieder ins Gesamtsystem eingespeist werden, sozusagen per &#8220;W&#228;rme-Booster&#8221; auf Knopfdruck. Damit r&#252;ckt das ressourcenschonende Niedrigenergie-Bier in trinkbare N&#228;he.</p>
<p>Im Computer funktioniert die neu kombinierte Produktionskette schon perfekt. Der Praxistest beginnt jetzt: Die Forscher der TU M&#252;nchen haben unter Mithilfe von Kollegen der RWTH Aachen am Standort Weihenstephan erstmals einen Versuchsstand gebaut, der die Vorg&#228;nge im Sudhaus mit der neuen Ger&#228;tekombination simuliert. Winfried Ru&#223; ist neugierig auf die Messdaten: &#8220;Wir wissen bereits, dass es funktionieren wird. Aber wie viel Energieeinsparung m&#246;glich ist, wissen wir noch nicht.&#8221; Die Forscher gehen von mindestens zehn Prozent aus.</p>
<p>Im zweiten Schritt werden die TUM-Ingenieure dann den Energiehaushalt der gesamten Brauerei nachstellen. Vom Reinigungssystem &#252;ber Sudhaus sowie G&#228;r- und Lagerkeller bis hin zur Flaschenabf&#252;llung sollen dann alle Anlagen mit nur 90 Grad Celsius anstatt bis zu 160 Grad hei&#223;em Dampf beheizt werden. Dadurch und durch zus&#228;tzliche Abw&#228;rmenutzung erwarten die Forscher eine Energieeinsparung von insgesamt 20 Prozent. &#8220;Das ist mehr, als alle Energiesparma&#223;nahmen in der Brauindustrie der vergangenen zehn Jahre in der Summe gebracht haben&#8221;, so Ru&#223;. Bis Mitte 2011 wird das Experiment abgeschlossen sein. Auf das Ergebnis warten kleine und mittlere Brauereien gespannt: Erste Interessenten f&#252;r das anschlie&#223;ende Pilotprojekt haben sich schon gemeldet.</p>
<p>Wom&#246;glich k&#246;nnen wir also schon in ein paar Jahren echtes &#8220;Energiespar-Bier&#8221; trinken &#8211; mit gesundem Durst und einem gr&#252;nen Gewissen. Die dazu n&#246;tige Technik kann man sich vom 14.-19. September schon auf der Fachmesse drinktec 2009 ansehen: Die Weihenstephaner Forscher der TU M&#252;nchen stellen dort ein Modell des Zeolithspeichers aus. Kommen Sie uns besuchen: in Halle A4 auf dem M&#252;nchner Messegel&#228;nde in Riem, Stand 335, t&#228;glich zwischen 9 und 18 Uhr.</p>
<p>_____________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://portal.mytum.de/welcome">&gt;&gt; www.portal.mytum.de</a></p>
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