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	<title>ETHIKER &#187; Eingriffe</title>
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	<description>TAGESZEITUNG FÜR CSR UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG</description>
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		<title>T&#228;glich werden 8.000 M&#228;dchen beschnitten</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 21:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[KULTUR]]></category>
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		<description><![CDATA[K&#246;ln Anl&#228;sslich des Kinostarts des Films „W&#252;stenblume“ am heutigen Donnerstag (24.9.) weist UNICEF darauf hin, dass jedes Jahr sch&#228;tzungsweise drei Millionen M&#228;dchen an ihren Genitalien verst&#252;mmelt werden &#8211; das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Trotz verst&#228;rkter Aufkl&#228;rung und obwohl die Beschneidung von M&#228;dchen fast &#252;berall verboten wurde, ist sie in mindestens 28 L&#228;ndern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>K&#246;ln</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4060" style="float: left;" title="e84dbaa99c" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2009/09/e84dbaa99c.jpg" alt="e84dbaa99c" width="195" height="195" />Anl&#228;sslich des Kinostarts des Films „W&#252;stenblume“ am heutigen Donnerstag (24.9.) weist UNICEF darauf hin, dass jedes Jahr sch&#228;tzungsweise drei Millionen M&#228;dchen an ihren Genitalien verst&#252;mmelt werden &#8211; das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Trotz verst&#228;rkter Aufkl&#228;rung und obwohl die Beschneidung von M&#228;dchen fast &#252;berall verboten wurde, ist sie in mindestens 28 L&#228;ndern Afrikas und im Jemen nach wie vor verbreitet. Sch&#228;tzungsweise 70 Millionen M&#228;dchen und Frauen sind allein dort beschnitten.</p>
<p>Beschnittene M&#228;dchen und Frauen leiden h&#228;ufig ihr Leben lang an k&#246;rperlichen und seelischen Problemen. Der Eingriff selbst verursacht gro&#223;e Schmerzen, Schockzust&#228;nde und starke Blutungen.<span id="more-4059"></span> Immer wieder sterben M&#228;dchen an den Folgen. Traditionell wird die grausame Prozedur oft unter unhygienischen Bedingungen ohne jede Bet&#228;ubung vorgenommen. Zusehends wird sie aber auch in manchen L&#228;ndern von &#196;rzten praktiziert &#8211; obwohl dies gegen die medizinische Ethik verst&#246;&#223;t.</p>
<p>Waris Dirie, weltbekanntes Model aus Somalia, r&#252;ckte mit ihrer Autobiographie „W&#252;stenblume“ vor &#252;ber zehn Jahren die grausame Praxis der M&#228;dchenbeschneidung in die Aufmerksamkeit einer breiten &#214;ffentlichkeit. Jetzt ist ihr Leben verfilmt worden.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Widerstand w&#228;chst</strong></p>
<p>In vielen afrikanischen L&#228;ndern w&#228;chst der Widerstand gegen die weibliche Genitalverst&#252;mmelung. Vor allem Frauen mit guter Ausbildung wollen ihre T&#246;chter davor bewahren. UNICEF unterst&#252;tzt diese Initiativen in L&#228;ndern wie &#196;gypten, &#196;thiopien, Guinea, im Senegal oder in Dschibuti mit dem Ziel, die M&#228;dchenbeschneidung bis 2015 abzuschaffen. Entscheidend f&#252;r den Erfolg sind Aufkl&#228;rungs- und Informationskampagnen, die sich gezielt auch an religi&#246;se F&#252;hrer, Lehrer, &#196;rzte und an die traditionellen Beschneiderinnen richten.</p>
<p><strong>Modellprojekt TOSTAN im Senegal</strong></p>
<p>Besonders eindrucksvoll sind die Fortschritte im Senegal. Dort wurde inzwischen in 1.600 von 5.000 betroffenen D&#246;rfern offiziell die M&#228;dchenbeschneidung abgeschafft. Dies ist ein Erfolg einer breiten Bildungsbewegung, die UNICEF seit Jahren auch mit Spenden aus Deutschland gezielt unterst&#252;tzt. TOSTAN („Aufbruch“) organisiert gemeinsam mit den Dorfbewohnern breit angelegte Aufkl&#228;rungskurse in mittlerweile 3.300 senegalesischen D&#246;rfern.</p>
<p>Haushaltsbefragungen und Erfahrungsberichte von UNICEF zeigen, dass die Verbreitung des Ritus auch in L&#228;ndern wie &#196;thiopien, Benin, Burkina Faso, Eritrea, Kenia, Niger, Nigeria, Senegal, Tansania und der Zentralafrikanischen Republik langsam zur&#252;ckgeht. Stark verbreitet ist die M&#228;dchenbeschneidung dagegen weiter in &#196;gypten, Guinea, Mali und Sudan: mindestens 90 Prozent aller M&#228;dchen und Frauen sind dort betroffen. In diesen L&#228;ndern ist der Kampf gegen den tief verwurzelten Brauch besonders schwierig.</p>
<p><strong>Fortschritte in &#196;gypten</strong></p>
<p>Aktuelle Untersuchungen zeigen aber zum Beispiel auch f&#252;r &#196;gypten eine positive Tendenz. So sank der Anteil der betroffenen M&#228;dchen in der Altersgruppe der 15-bis 17-j&#228;hrigen erstmals auf unter 80 Prozent. Dem &#228;gyptischen Frauenrat ist es mit Unterst&#252;tzung auch durch UNICEF gelungen, Modellprojekte in 120 D&#246;rfern und eine landesweite Notrufnummer gegen M&#228;dchenbeschneidung durchzusetzen. Islamische F&#252;hrer haben sich offen gegen M&#228;dchenbeschneidung ausgesprochen und die Regierung unterst&#252;tzt die Abschaffung des Brauchs.</p>
<p><strong>Massiver Eingriff</strong></p>
<p>Die M&#228;dchenbeschneidung ist &#8211; anders als bei Jungen &#8211; ein massiver Eingriff in die k&#246;rperliche Unversehrtheit. Er reicht von der Abtrennung der Vorhaut der Klitoris bis zu deren Entfernung gemeinsam mit den kleinen Schamlippen. Die schlimmsten Folgen hat die so genannte Pharaonische Beschneidung oder Infibulation. Dabei werden die gro&#223;en Schamlippen beschnitten und anschlie&#223;end mit Dornen, Nadeln und F&#228;den verschlossen, so dass nur eine sehr kleine &#214;ffnung der Vagina bleibt. Die Eingriffe erfolgen meist im Alter zwischen vier Jahren und dem Beginn der Pubert&#228;t. Manchmal werden sogar Babys beschnitten. Oft wird die Prozedur noch von traditionellen Beschneiderinnen durchgef&#252;hrt. Als Instrumente dienen dann h&#228;ufig Rasierklingen, Messer oder Scherben.</p>
<p><strong>Kein religi&#246;ses Gebot</strong></p>
<p>Die weibliche Genitalverst&#252;mmelung hat tiefe kulturelle Wurzeln. Oft wird sie auch religi&#246;s begr&#252;ndet, obwohl keine der Weltreligionen sie vorschreibt. Trotz der gravierenden Auswirkungen bringen die meisten betroffenen Frauen ihre gesundheitlichen Probleme nicht mit der Verst&#252;mmelung in Verbindung. Der Eingriff wird auch nicht als ein Akt der Gewalt angesehen. Die Eltern sind vielmehr der &#220;berzeugung, dass sie ihren T&#246;chtern etwas Gutes tun. Der Ritus garantiert in den Augen der Eltern die Keuschheit und Jungfr&#228;ulichkeit ihrer T&#246;chter und verbessert die „Sauberkeit“ des Genitalbereichs. In vielen Gemeinschaften haben unbeschnittene M&#228;dchen keine Chance zu heiraten.</p>
<p>______________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://www.unicef.de/">&gt;&gt; www.unicef.de</a></p>
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