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	<title>ETHIKER &#187; Einwandern</title>
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		<title>Europas Pflanzenwelt verarmt</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 15:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Halle / Saale Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), eine Nordamerikanische Auenpflanze, wurde in Europa als Ziepflanze eingef&#252;hrt. Sie verbreitet sich erfolgreich auf Brachfl&#228;chen. Foto: André K&#252;nzelmann/UFZ Mit steigenden Artenzahlen durch das Einwandern neuer Pflanzenarten werden die Pflanzengemeinschaften (Floren) vieler Europ&#228;ischer Regionen einander immer &#228;hnlicher. Immer h&#228;ufiger kommen die gleichen Arten vor, wohingegen seltene Arten aussterben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Halle / Saale</strong></p>
<p><span style="font-size: x-small;"><small>Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), eine Nordamerikanische Auenpflanze, wurde in Europa als Ziepflanze eingef&#252;hrt. Sie verbreitet sich erfolgreich auf Brachfl&#228;chen.</small><small> Foto: André K&#252;nzelmann/UFZ</small></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4338" style="float: left;" title="goldrute" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2009/12/goldrute.jpg" alt="goldrute" width="195" height="130" />Mit steigenden Artenzahlen durch das Einwandern neuer Pflanzenarten werden die Pflanzengemeinschaften (Floren) vieler Europ&#228;ischer Regionen einander immer &#228;hnlicher. Immer h&#228;ufiger kommen die gleichen Arten vor, wohingegen seltene Arten aussterben. Doch nicht nur die Artengemeinschaften werden sich immer &#228;hnlicher, sondern auch die Verwandtschaftsverh&#228;ltnisse zwischen den Regionen. Diese Prozesse f&#252;hren zu einem Verlust der Einzigartigkeit Europ&#228;ischer Floren, schreiben Wissenschaftler des DAISIE- Forschungsprojektes in der aktuellen Online- Ausgabe des Fachblatts Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS).<span id="more-4336"></span></p>
<p>F&#252;r Ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler Daten der in Europa heimischen Flora (Flora Europaea), ausgestorbener Arten (nationale Rote Listen) und eingewanderter Pflanzen aus (DAISIE-Datenbank, www.europe-aliens.org). So sind seit 1500 zu den ca. 11.000 heimischen europ&#228;ischen Pflanzenarten etwa 1.600 neue, nicht-europ&#228;ische Arten dazugekommen. Dabei betrachteten die Forscher auch solche europ&#228;ischen Pflanzen (immerhin ca. 1.700) die in einer Region Europas einheimisch und in einer anderen als eingeschleppt gelten. &#196;hnlich verh&#228;lt es sich mit den ausgestorbenen Arten. W&#228;hrend in ganz Europa nur 2 Pflanzenarten als &#8220;wirklich&#8221; ausgestorben gelten, sind ca. 500 Arten regional verschwunden Ein solches Beispiel ist z.B. der Ackermeier (Asperula arvensis), ein Ackerunkraut, das vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft stark verdr&#228;ngt wird. So gilt die Art z.B. in Deutschland und &#214;sterreich als ausgestorben bzw. verschollen, wohingegen sie z.B. noch in Italien und Spanien vorkommt.</p>
<p>Wie die Forscher zeigen konnten, steigt zwar die Artenvielfalt in allen Regionen Europas aufgrund der hohen Zahlen eingeschleppter Arten an, doch gleichzeitig werden sich die Pflanzengemeinschaften der Regionen immer &#228;hnlicher, da sich die eingeschleppten Arten relativ gleichm&#228;&#223;ig &#252;ber den Kontinent verteilen: es kommt zur so genannten biologischen Homogenisierung. Das Bemerkenswerte daran ist, dass nicht nur die Vielfalt zwischen den Artgemeinschaften geringer wird (taxonomische Homogenisierung), sondern auch die Vielfalt der Verwandtschaftsverh&#228;ltnisse sinkt. In der phylogenetischen Vielfalt spiegelt sich einerseits die evolution&#228;re Geschichte einer Gemeinschaft und somit auch die Mannigfaltigkeit an genetischem Material wieder, andererseits kann sie auch Ausdruck ihrer funktionellen Vielfalt sein kann. Einen phylogenetisch vielf&#228;ltigen Baum kann man sich als (Stamm)Baum mit weit ausladender Krone, also vielen starken &#196;sten (entfernt verwandte Arten) mit vielen Zweigen (viele Arten) vorstellen.</p>
<p>Eine hohe phylogenetische und taxonomische Vielfalt (viele verschieden aussehende B&#228;ume) stellen vielerlei Informationen und F&#228;higkeiten dar, die es den Artengemeinschaften erm&#246;glichen, auf Umweltver&#228;nderungen, wie sie der derzeitige globale Wandel (z. B. Klima- oder Landnutzungswandel) mit sich bringt zu reagieren. Findet man nun viele sehr &#228;hnlich aussehende B&#228;ume, so nimmt man an, dass die Flexibilit&#228;t der Gemeinschaften nicht mehr so hoch ist auf diese Ver&#228;nderungen positiv zu reagieren, &#228;hnlich einer Monokultur aus den gleichen Pflanzen, die durch einen einzigen Sch&#228;dling vernichtet werden kann. Vereinfacht gesagt hat der Stammbaum der in Europa vorkommenden Arten zwar mehr Zweige, diese gehen aber von nur noch wenigen gro&#223;en &#196;sten ab.</p>
<p>Die biologische Verarmung durch Artensterben und -einschleppungen ist eine Folge des globalen Wandels der mit einer zunehmenden Belastung der Umwelt einhergeht (z.B. Intensivierung der Landwirtschaft, den Verlust von Lebensraumvielfalt, Urbanisierung, zunehmender globaler Verkehr und &#252;berm&#228;&#223;iger N&#228;hrstoffeintrag in die &#214;kosysteme).</p>
<p>&#8220;Unsere Studien haben gezeigt, dass trotz zunehmender Artenzahlen durch mehr neue als verschwundene Pflanzen in den Europ&#228;ischen Regionen, diese ihre phylogenetische und taxonomische Einzigartigkeit immer mehr verlieren&#8221;, so Dr. Marten Winter vom Helmholtz-Zentrum f&#252;r Umweltforschung (UFZ). &#8220;Man sollte bei allen Diskussionen um die &#8216;biologische Vielfalt&#8217; neben den reinen Artenzahlen auch die anderen Erscheinungsformen biologischer Vielfalt, wie z. B. die der Verwandtschaftsbeziehungen, mitber&#252;cksichtigen. Diese k&#246;nnen zus&#228;tzlich wichtige Informationen &#252;ber den Zustand und m&#246;gliche Risiken der &#214;kosysteme liefern&#8221;, so der Forscher weiter.</p>
<p>Im Rahmen des EU-Projektes DAISIE (Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe) wurden in den vergangenen Jahren zum ersten Mal f&#252;r die L&#228;nder Europas alle bekannten Invasionsarten erfasst. Dabei wurden Informationen zu &#214;kologie und Verbreitung von gebietsfremden Pflanzen und Tieren gesammelt und &#252;ber eine Internet-Datenbank allen Interessierten zug&#228;nglich gemacht. Am Projekt waren Forschungseinrichtungen und Organisationen aus 15 Nationen beteiligt.</p>
<p>_________________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://www.ufz.de/">&gt;&gt; www.ufz.de</a></p>
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