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	<title>ETHIKER &#187; Grenzgebiet</title>
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	<description>TAGESZEITUNG FÜR CSR UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG</description>
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		<title>Drogen, Pflanzengift und jede Menge Mathematik</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 09:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Chemnitz Es ist ein Forschungsprojekt mit vielen Unbekannten. Fest steht, dass im Auftrag der Regierung von Kolumbien Flugzeuge im Grenzgebiet zu Ecuador ein Unkrautbek&#228;mpfungsmittel &#8211; Glyphosat &#8211; verspr&#252;hen, mit dem Ziel, Kokaplantagen zu zerst&#246;ren. Grundlage hierf&#252;r ist der so genannte &#8220;Plan Colombia&#8221;, in dem dem Drogenanbau der Kampf angesagt wurde. Aufgrund der sch&#228;dlichen Auswirkungen f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Chemnitz</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3257" style="float: left;" title="tu-chemnitz" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2009/05/tu-chemnitz.jpg" alt="tu-chemnitz" width="195" height="103" />Es ist ein Forschungsprojekt mit vielen Unbekannten. Fest steht, dass im Auftrag der Regierung von Kolumbien Flugzeuge im Grenzgebiet zu Ecuador ein Unkrautbek&#228;mpfungsmittel &#8211; Glyphosat &#8211; verspr&#252;hen, mit dem Ziel, Kokaplantagen zu zerst&#246;ren. Grundlage hierf&#252;r ist der so genannte &#8220;Plan Colombia&#8221;, in dem dem Drogenanbau der Kampf angesagt wurde. Aufgrund der sch&#228;dlichen Auswirkungen f&#252;r Menschen und Pflanzen auch auf ecuadorianischer Seite unterzeichneten die beiden s&#252;damerikanischen Regierungen 2005 ein Abkommen, das daf&#252;r sorgen soll, dass die Flugzeuge einen Mindestabstand von zehn Kilometern zur Grenze einhalten. &#8220;Wenn diese Vereinbarung und alle weiteren Regeln f&#252;r das Verspr&#252;hen eines solchen Giftes eingehalten w&#252;rden, d&#252;rfte kein Glyphosat mehr nach Ecuador gelangen&#8221;, ist sich Prof. Dr. Peter Benner, Inhaber der Professur Mathematik in Industrie und Technik an der TU Chemnitz, sicher.  <span id="more-4553"></span></p>
<p>Ecuadorianische Wissenschaftler k&#246;nnen jedoch nachweisen, dass es weiterhin Sch&#228;den in ihrem Land gibt, die auf Glyphosat zur&#252;ckzuf&#252;hren sind, wie Prof. Dr. Hermann Mena von der Universit&#228;t Escuela Politecnica Nacional in Quito berichtet. &#8220;Die Menschen, die nahe der Grenze leben, sagen aus, dass die kolumbianischen Flugzeuge die Vereinbarung nicht einhalten&#8221;, so Mena. In einem gemeinsamen Projekt versuchen nun die Mathematiker aus Quito und aus Chemnitz, ein vereinfachtes Modell f&#252;r die Ausbreitung des gespr&#252;hten Mittels zu entwickeln. Damit wollen sie eine Aussage treffen, ob die kolumbianische Regierung das Abkommen einh&#228;lt oder nicht. &#8220;Aufgrund der schwierigen Topographie in dem Andengebiet fliegen die Spr&#252;hflugzeuge mehr als doppelt so hoch, wie sie es eigentlich d&#252;rften &#8211; aber immer noch zu niedrig, um sie mit Radarger&#228;ten zu erfassen&#8221;, erkl&#228;rt Benner.</p>
<p>&#8220;Wir suchen die Ursache zur Wirkung&#8221;, beschreibt Dr. René Schneider, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Mathematik in Industrie und Technik. Mit einer inversen numerischen Simulation wollen die Mathematiker aus der Glyphosat-Konzentration in den Pflanzen auf die unbekannten Flugbahnen schlie&#223;en. Diese Konzentration erheben andere ecuadorianische Forscher &#8211; allerdings sind die Daten recht vage, da Glyphosat in den Pflanzen relativ schnell abgebaut wird. &#8220;Oft sind deshalb nur noch die Sch&#228;den nachweisbar, aus denen darauf geschlossen werden muss, dass sie von dem Mittel verursacht wurden&#8221;, so Mena. Informationen &#252;ber Wind, Temperatur und Luftfeuchtigkeit liegen den Mathematikern zumindest teilweise vor; unbekannt sind die Gr&#246;&#223;e und der Typ der eingesetzten Flugzeuge und ihre Geschwindigkeit, Kenngr&#246;&#223;en der Luftverwirbelungen, die Verd&#252;nnung des Giftstoffes und die Gr&#246;&#223;e der gespr&#252;hten Partikel.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Forschung stehen die beiden Ph&#228;nomene Diffusion und Transport. Die Diffusion beschreibt die Ausbreitung der Spr&#252;hpartikel ohne &#228;u&#223;ere Einfl&#252;sse &#8211; hierzu liegen verschiedene Ans&#228;tze zur Modellierung in der Literatur vor. Der Transport hingegen betrachtet die dynamische Ausbreitung. Diese Vorg&#228;nge werden von Temperatur, Luftstr&#246;mungen und Topographie beeinflusst. Die dazu vorliegenden Daten sowie die bereits in der Literatur bekannten Ans&#228;tze f&#252;hrt das Team aus Chemnitz und Quito derzeit zusammen. &#8220;Wir haben bisher eine grobe Idee, wie ein entsprechendes Modell funktionieren kann. Au&#223;erdem haben wir eine Grundlage f&#252;r die Software, die zur Berechnung eingesetzt werden k&#246;nnte und die wir im Moment entsprechend erg&#228;nzen&#8221;, erkl&#228;rt Schneider.</p>
<p>&#8220;Hundertprozentig sichere Aussagen, ob die Zehn-Kilometer-Zone eingehalten wird, werden wir nicht geben k&#246;nnen &#8211; aber einen weiteren fundierten Hinweis unter welchen Rahmenbedingungen das Unkrautbek&#228;mpfungsmittel ecuadorianisches Territorium erreicht. Wenn wir die Beobachtungen der Bev&#246;lkerung best&#228;tigen k&#246;nnen, m&#252;ssten weitere Forschungsprojekte folgen&#8221;, sagt Mena. In letzter Zeit seien jedoch keine Spr&#252;hfl&#252;ge mehr verzeichnet worden &#8211; &#252;ber die Gr&#252;nde daf&#252;r kann man nur spekulieren. Doch selbst wenn die Fl&#252;ge komplett eingestellt w&#252;rden, w&#228;re die aktuelle Forschung nicht &#252;berholt: &#8220;Dann gibt es bestimmt bald neue Ma&#223;nahmen der kolumbianischen Regierung, bei deren Bewertung unser Modell helfen kann, denn wir betrachten ohnehin nicht die biologischen und chemischen Aspekte genau dieses Herbizids&#8221;, sch&#228;tzt Benner ein.</p>
<p>Das Projekt wird zu 90 Prozent finanziert von der ecuadorianischen Organisation SENACYT (Secretaria Nacional de Ciencia y Tecnologia) sowie zu zehn Prozent von der Universit&#228;t Escuela Politecnica Nacional in Quito und l&#228;uft noch bis Mitte 2011.</p>
<p>______________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://www.tu-chemnitz.de/">&gt;&gt; http://www.tu-chemnitz.de/</a></p>
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