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	<title>ETHIKER &#187; Politikwissenschaft</title>
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	<description>TAGESZEITUNG FÜR CSR UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG</description>
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		<title>Mexiko: Demokratie und Drogenkrieg</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 22:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[W&#252;rzburg Tequila-Herstellung: Die W&#252;rzburger Studentinnen Gloria Debor, Lisa Geisler und Daniela Reuther (von links) probieren die zu Fasern gemahlenen Agaven, aus denen anschlie&#223;end der Saft f&#252;r den Tequila gewonnen wird. Foto: privat Mexiko ist ein Land der Gegens&#228;tze. Auf der einen Seite stehen die reiche Kultur der Azteken und Mayas, die herrlichen Str&#228;nde und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>W&#252;rzburg</strong></p>
<p><span style="font-size: x-small;"><small>Tequila-Herstellung: Die W&#252;rzburger Studentinnen Gloria Debor, Lisa Geisler und Daniela Reuther (von links) probieren die zu Fasern gemahlenen Agaven, aus denen anschlie&#223;end der Saft f&#252;r den Tequila gewonnen wird.</small><small> Foto: privat</small></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3114" style="float: left;" title="tequila" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2009/04/tequila.jpg" alt="tequila" width="195" height="145" />Mexiko ist ein Land der Gegens&#228;tze. Auf der einen Seite stehen die reiche Kultur der Azteken und Mayas, die herrlichen Str&#228;nde und die f&#252;r ihre Sch&#228;rfe bekannte K&#252;che. Auf der anderen Seite ufert ein Drogenkrieg aus, der die junge Demokratie in ihren Grundfesten ersch&#252;ttert. W&#252;rzburger Studierende der Politikwissenschaft informierten sich vor Ort &#252;ber die Lage des Landes.</p>
<p>Der Drogenkrieg in Mexiko eskaliert. Seit dem Amtsantritt des konservativen Pr&#228;sidenten Felipe Calderón im Dezember 2006 sind &#252;ber 10.000 Menschen Opfer der Gewalt geworden, vor allem in den Grenzst&#228;dten zu den USA. <span id="more-3112"></span>Vier konkurrierende Drogenkartelle liefern sich erbitterte K&#228;mpfe um die Kontrolle des Drogenhandels in die USA; 45.000 Soldaten und Bundespolizisten sind involviert.</p>
<p>Die 108 Millionen Mexikaner sp&#252;ren die Ausw&#252;chse der Kriminalit&#228;t: Entf&#252;hrungen sind an der Tagesordnung, die Menschen riegeln ihre Wohnviertel mit Stacheldraht und privater Polizei ab. Nur zwei Prozent aller Verbrechen werden &#252;berhaupt aufgedeckt und bestraft. Die Ursache daf&#252;r liegt im korrupten Justizapparat. Die Bev&#246;lkerung sehnt sich nach Sicherheit und Ordnung, und vor allem um diese beiden Punkte geht es auch im Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 5. Juli.</p>
<p><strong>Zwei Universit&#228;ten in Mexiko besucht</strong></p>
<p>&#220;ber Mexikos Situation informierten sich vor Ort zehn Studierende der Politikwissenschaft von der Universit&#228;t W&#252;rzburg. Sie reisten unter der Leitung von Dr. Thomas Cieslik und mit Unterst&#252;tzung des Universit&#228;tsbundes und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Guadalajara und Mexiko-Stadt, denn mit der staatlichen Universit&#228;t Guadalajara und der privaten Universit&#228;t Panamericana (Mexiko-Stadt) hat die Uni W&#252;rzburg Austauschabkommen.</p>
<p>Mexikanische Professoren hielten Vortr&#228;ge &#252;ber Innen-, Au&#223;en- und Wirtschaftspolitik und gaben so den W&#252;rzburger Studierenden Einblick in die aktuelle Lage. Demnach ist das Land hochgradig von der US-amerikanischen Wirtschaft abh&#228;ngig. 85 Prozent aller Exporte gehen in die USA, wegen der Wirtschaftskrise steigt die Arbeitslosigkeit rapide an. Dagegen sinken die Transferleistungen der Mexikaner, die in den USA leben. Und die Auswanderung ist durch den Bau neuer Grenzanlagen schwieriger und gef&#228;hrlicher geworden.</p>
<p>40 Prozent des Staatshaushaltes stammen von der staatlichen mexikanischen Erd&#246;lgesellschaft Pemex. Doch auch deren Einnahmen sinken, wegen des fallenden Erd&#246;lpreises und wegen der sich zu Ende neigenden &#214;lvorkommen im Golf von Mexiko. F&#252;r neue Bohrungen fehlt Geld und technologisches Wissen; ausl&#228;ndische Investitionen verhindert ein Verfassungsartikel, den vor allem die mexikanischen Linksparteien aus ideologischen Gr&#252;nden nicht &#228;ndern lassen wollen.</p>
<p>Thomas Cieslik war sieben Jahre lang beruflich in Mexiko t&#228;tig. Darum konnte er den Studierenden die Gelegenheit er&#246;ffnen, hinter die Kulissen des politischen Alltagsgesch&#228;ftes zu blicken. Zum Beispiel vermittelte er in Mexiko-Stadt ein Gespr&#228;ch mit dem Fraktionsvorsitzenden der liberalen Nueva Alianza-Partei. Dieser lie&#223; es sich nicht nehmen, die Studierenden durch das Parlament zu f&#252;hren und ihnen die computerunterst&#252;tzten Abstimmungsmechanismen zu erkl&#228;ren. Die Studierenden durften auch einer Sitzung der Stadtkommission beiwohnen.</p>
<p>Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung erhielten sie Einblick in die politische Arbeit der deutschen Parteienstiftungen. Student Sebastian Graf fand die anschaulichen Beispiele aus der t&#228;glichen Arbeit sehr gut: <cite title="Sebastian Graf">&#8220;Dadurch haben wir praxisnahes Wissen &#252;ber die b&#252;rokratischen und politisch-kulturellen Strukturen und Gepflogenheiten Mexikos vermittelt bekommen.&#8221;</cite></p>
<p>So nahm das Puzzle zur politischen Situation Mexikos nach und nach Gestalt an. Der europ&#228;ische Handelsattaché Andreas M&#252;ller von der Delegation der Europ&#228;ischen Union (EU) zeigte den Studierenden die europ&#228;ische Au&#223;enwirtschaftspolitik auf. Er informierte sie auch &#252;ber die wechselseitigen Beziehungen und die Tatsache, dass Mexiko das Freihandelsabkommen mit Europa noch kaum nutzt. Immerhin exportieren die Mexikaner jetzt verst&#228;rkt Honig in die EU.</p>
<p><strong>Protest der Tequila-Farmer</strong></p>
<p>Zeit blieb auch f&#252;r Kultur, etwa f&#252;r den Besuch der Pyramiden von Teotihuacán, des neugotischen Hauptpostamtes oder des Palacio de Bellas Artes. Ein Abstecher nach Tequila durfte nicht fehlen: In dem staubigen Ort eine Stunde n&#246;rdlich von Guadalajara wird der gleichnamige Agavenschnaps f&#252;r den gesamten Weltmarkt produziert. Die Wirtschaftskrise macht sich auch dort bemerkbar: Einige Stra&#223;en waren mit Kaktusstauden blockiert, denn die Tequila-Farmer fordern h&#246;here Abnehmerpreise.</p>
<p>Vielen Studierenden diente der Aufenthalt auch dazu, die beiden mexikanischen Universit&#228;ten f&#252;r ein Auslandssemester kennenzulernen oder Praktikastellen zu finden. Andere verl&#228;ngerten ihren Aufenthalt, um Material f&#252;r ihre Abschlussarbeit zu sammeln.</p>
<p>Insgesamt kehrten die Studierenden mit gemischten Gef&#252;hlen zur&#252;ck. Warum? <cite title="Thomas Cieslik">&#8220;Die politische Situation ist verfahren, der Drogenkrieg eskaliert. Und voraussichtlich wird die Partei der Institutionellen Revolution, die bis 2000 &#252;ber 70 Jahre lang diktatorisch regiert hat, mit absoluter Mehrheit ins Parlament zur&#252;ckgew&#228;hlt&#8221;</cite>, sagt Thomas Cieslik. F&#252;r den Demokratieprozess in Mexiko seien das keine guten Aussichten.</p>
<p>_______________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/presse/">&gt;&gt; www.uni-wuerzburg.de</a></p>
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		<title>Freiheit oder Sicherheit?</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 08:37:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mannheim Achim Fischer, Universit&#228;t Mannheim Sicherheitsfragen spielen bei einer gestiegenen Anzahl deutscher Gesetzesvorhaben eine Rolle und erstrecken sich dabei auf immer mehr Politikbereiche. Ein neues Forschungsprojekt der Politikwissenschaftler Professor Dr. Thomas K&#246;nig und Dr. Daniel Finke am Mannheimer Zentrum f&#252;r Europ&#228;sche Sozialforschung (MZES) untersucht erstmals im europ&#228;ischen Vergleich, welche Gesetzesinitiativen mit Hinweis auf Terrorgefahren gerechtfertigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mannheim</strong></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Achim Fischer, Universit&#228;t Mannheim</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1178" style="float: left;" title="uni_mannheim" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2008/08/uni_mannheim.jpg" alt="uni_mannheim" width="195" height="64" />Sicherheitsfragen spielen bei einer gestiegenen Anzahl deutscher Gesetzesvorhaben eine Rolle und erstrecken sich dabei auf immer mehr Politikbereiche. Ein neues Forschungsprojekt der Politikwissenschaftler Professor Dr. Thomas K&#246;nig und Dr. Daniel Finke am Mannheimer Zentrum f&#252;r Europ&#228;sche Sozialforschung (MZES) untersucht erstmals im europ&#228;ischen Vergleich, welche Gesetzesinitiativen mit Hinweis auf Terrorgefahren gerechtfertigt werden und welche Bedeutung der Europ&#228;ischen Union bei der Entwicklung entsprechender nationaler Gesetze zukommt. <span id="more-1176"></span></p>
<p>Als pr&#228;gend f&#252;r die Sicherheitspolitik in der EU sehen K&#246;nig und Finke neben der tats&#228;chlichen terroristischen Bedrohung eine zunehmende Europ&#228;isierung der Sicherheitspolitik sowie ein strategisches Verhalten der Regierungen an: <cite title="Thomas K&#246;nig">&#8220;Wir wollen wissen, in welchem Ma&#223;e andere Politikfelder inhaltlich mit der Terrorabwehr verkn&#252;pft werden, um eine h&#246;here Akzeptanz f&#252;r umstrittene Gesetzesinitiativen zu erreichen. Au&#223;erdem vermuten wir, dass die Regierungen unpopul&#228;re Anti-Terrorma&#223;nahmen gerne mit politischen Verpflichtungen gegen&#252;ber der EU rechtfertigen&#8221;</cite>, erkl&#228;rt K&#246;nig zwei der zentralen Forschungsfragen.</p>
<p>Die Verlagerung politischer Entscheidungen etwa zum Datenschutz oder zur Einwanderungspolitik auf die europ&#228;ische Ebene k&#246;nnte nach Ansicht der Politikwissenschaftler Risiken f&#252;r die Demokratie mit sich bringen: <cite title="Daniel Finke">&#8220;Unter Umst&#228;nden gewinnen die Regierungen zulasten der Parlamente weiter an Dominanz. Nationale Parlamente k&#246;nnen die europ&#228;ische Rechtsetzung im Normalfall nur annehmen oder ablehnen, besitzen aber kein &#196;nderungsrecht. Dadurch k&#246;nnten die Rechte und Freiheiten der B&#252;rger an Bedeutung verlieren&#8221;</cite>, so Projektmitarbeiter Daniel Finke.</p>
<p>Das durch die Fritz Thyssen Stiftung mit 70.000 Euro gef&#246;rderte ELIT-Projekt (European Legislative Responses to International Terrorism) sieht einen Vergleich der Sicherheitsgesetzgebung von Deutschland, &#214;sterreich, D&#228;nemark, Gro&#223;britannien und Schweden vor. Diese L&#228;nder unterscheiden sich hinsichtlich ihrer politischen Systeme, waren Terrorismus in unterschiedlichem Ma&#223;e ausgesetzt und haben in sehr unterschiedlichem Umfang b&#252;rgerliche Rechte im Dienste der Sicherheit eingeschr&#228;nkt. Die Untersuchung wird mit der Auswertung der Situation in Deutschland beginnen und anschlie&#223;end einen Vergleich zu den anderen L&#228;ndern vornehmen.</p>
<p>Die Untersuchungsperiode erstreckt sich auf mehrere Jahre vor und nach den Terroranschl&#228;gen vom 11. September 2001. So werden neben den genannten nationalen Unterschieden auch die Auswirkungen von 9/11 erhoben. Ber&#252;cksichtigung finden s&#228;mtliche Gesetzesinitiativen, die der Argumentation der Regierungen zufolge zu einer umfassenden Anti-Terrorismus-Strategie beitragen. Mittels computergest&#252;tzter Textanalyse erh&#228;lt die Wissenschaft erstmals einen international vergleichenden empirischen &#220;berblick &#252;ber diese Aktivit&#228;ten zum Schutz von Sicherheit und Freiheit.</p>
<p>Professor Dr. Thomas K&#246;nig ist Leiter des MZES-Arbeitsbereichs &#8220;Die politischen Systeme Europas und ihre Integration&#8221; und Inhaber des Lehrstuhls f&#252;r Politische Wissenschaft II an der Universit&#228;t Mannheim. Ab September 2008 ist er zudem Mitglied der Studiengruppe &#8220;Europ&#228;ische Innenpolitik&#8221;, die das Bundesministerium des Inneren in Fragen von &#8220;Sicherheit und Freiheit&#8221; wissenschaftlich ber&#228;t.</p>
<p>______________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://www.mzes.uni-mannheim.de/">&gt;&gt; www.mzes.uni-mannheim.de</a></p>
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