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	<title>ETHIKER &#187; Shareholder</title>
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	<description>TAGESZEITUNG FÜR CSR UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG</description>
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		<title>Von Profitgier, Moral und Zukunftschancen</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 14:08:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gelsenkirchen Die Finanzmarktkrise, ihre Folgen und die Frage, ob und wie man k&#252;nftig derartige Entwicklungen verhindern kann, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung des Instituts Arbeit und Technik (IAT) zum Jahrestag der Lehman- Bank- Pleite am Dienstag, 15. September in Gelsenkirchen. Diskutiert wurde aber mit vertauschten Rollen: Als Experten waren 30 Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler im Alter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gelsenkirchen</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4015" style="float: left;" title="iat" src="http://www.ethiker.com/wp-content/uploads/2009/09/iat.jpg" alt="iat" width="195" height="110" />Die Finanzmarktkrise, ihre Folgen und die Frage, ob und wie man k&#252;nftig derartige Entwicklungen verhindern kann, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung des Instituts Arbeit und Technik (IAT) zum Jahrestag der Lehman- Bank- Pleite am Dienstag, 15. September in Gelsenkirchen. Diskutiert wurde aber mit vertauschten Rollen: Als Experten waren 30 Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler im Alter von 14 bis 19 Jahren geladen, die 20 F&#252;hrungskr&#228;ften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ihr Verst&#228;ndnis der Krise und W&#252;nsche zur Krisenbew&#228;ltigung klarmachten.<span id="more-4013"></span></p>
<p>Direkt selbst betroffen von der Krise sahen sich die Jugendlichen weniger, aber &#8220;man macht sich ja doch Sorgen, was sp&#228;ter sein wird. Wer soll die Riesenschulden bezahlen?&#8221; Von den Schwierigkeiten, Ausbildungsstellen und Praktika zu finden, konnten vor allem die Hauptsch&#252;ler erz&#228;hlen, und die Erfahrung, dass der &#8220;Onkel bei Opel Kurzarbeit f&#228;hrt, zwei Tage die Woche keine Arbeit und kein Geld hat und die Familie nicht in Urlaub fahren kann&#8221;, hat nicht nur einer gemacht. &#8220;Die Stimmung ist mies &#8211; die Leute haben Angst vor Konsum statt Mut zur Zukunft!&#8221;</p>
<p>Gegen Profitgier und Shareholder Value appellierten die Jugendlichen an &#8220;Moral und Menschlichkeit&#8221; in der Wirtschaft, wir &#8220;brauchen langfristiges Denken und Nachhaltigkeit&#8221;. Auch die Politik m&#252;sse hier ihrer Verantwortung gerecht werden, zu regulieren und zu kontrollieren, &#8220;denn wenn die Moral nicht ausreicht, muss der Staat Leitplanken setzen!&#8221; Die Forderung nach Sicherheit und Vertrauen spielte in der Diskussion eine gro&#223;e Rolle und entsprechend attestierten die anwesenden F&#252;hrungskr&#228;fte den Jugendlichen einen hohen kritischen und moralischen Anspruch &#8211; auch an sich selbst. &#8220;Hoffentlich gelingt es Ihnen, diese Einstellung zu halten!&#8221;</p>
<p>&#8220;Privat vor Staat ist out&#8221;, vielmehr brauche man Anreize, &#8220;dass Moral sich wieder lohnt&#8221;. Gefordert wurden Spielregeln, &#8220;die f&#252;r alle gelten in allen L&#228;ndern!&#8221;, aber auch eine bessere Ausbildung im Bankwesen. So solle es nicht vorkommen, dass eine einzige Person f&#252;r eine &#220;berweisung von &#252;ber 300 Millionen Euro &#8211; wie im Falle der IKB-&#220;berweisung an Lehmann Brothers &#8211; verantwortlich ist. &#8220;Wenn ein einfacher Arbeiter in einem Betrieb einen Fehler macht, wird er ja auch sofort rausgeschmissen, da muss einem bei einer so gro&#223;en Verantwortung doch jemand &#252;ber die Schulter schauen&#8221;. Ob man Managergeh&#228;lter deckeln sollte, war den Sch&#252;lern nicht ganz so wichtig: &#8220;Von einem normalen Gehalt muss man leben und die Familie ern&#228;hren k&#246;nnen, da kann dann ein Extra draufkommen f&#252;r gute Arbeit. Es muss aber auch Sanktionen geben bei schlechter Arbeit!&#8221;</p>
<p>Hat die Krise Einfluss auf Zukunftspl&#228;ne und Karriereentscheidungen der Jugendlichen? Sie wissen, dass eine gute Schul- und Berufsausbildung wichtig ist: &#8220;Du musst Abi machen, sonst hast du keine Chance&#8221;. Bildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Au&#223;erdem fanden die Sch&#252;ler das Bildungs-/ Schulsystem ungerecht. &#8220;Ich finde es falsch, Sch&#252;ler bereits so fr&#252;h abzustempeln. In der vierten Klasse kann man das doch noch gar nicht richtig entscheiden.&#8221; Es werde zu fr&#252;h aussortiert. Statt dessen sollte man l&#228;nger gemeinsam lernen und sich fr&#252;h berufsspezifisch spezialisieren k&#246;nnen, in die Betriebe gehen k&#246;nnen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Das System muss auch durchl&#228;ssiger werden, damit man auch als Facharbeiter sp&#228;ter studieren kann und eine zweite Chance bekommt.</p>
<p>Die F&#252;hrungskr&#228;fte sahen sich &#8220;starken und kundigen Experten&#8221; gegen&#252;ber und lobten den differenzierten und sachlichen Umgang mit dem Thema. &#8220;Wir sind &#252;berrascht, wie gut Sie informiert sind!&#8221; Daraus folge f&#252;r die &#196;lteren auch &#8220;eine gewisse Beruhigung&#8221; &#252;ber die heutige Jugend, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Leistungsbereitschaft. &#8220;Schlie&#223;lich m&#252;ssen Sie ja auch unsere Renten erwirtschaften&#8221;.</p>
<p>Die ungew&#246;hnliche Diskussionsform, bei der erwachsene Verantwortungstr&#228;ger jugendlichen Experten zuh&#246;ren und einen etwas anderen Blick auf Wirtschaft und Gesellschaft erfahren, k&#246;nnte bald Nachahmer finden &#8211; f&#252;r Mitarbeiterschulungen in der Hauptverwaltung eines gro&#223;en Bankhauses werden Gespr&#228;che mit Juniorexperten bereits in Erw&#228;gung gezogen: &#8220;Die Diskussion hat sich gelohnt!&#8221;</p>
<p>Text: Claudia Braczko, Dominic Pakull</p>
<p>___________________</p>
<p><strong>Webtipp: </strong><a  href="http://iat-info.iatge.de/">&gt;&gt; http://iat-info.iatge.de/</a></p>
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