ETHIKER

News Online

Twitter

Twitter
@EthikerNews

ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Dienstag, 12. Dezember 2017

PHILOSOPHIE
PERSONEN
DOWNLOAD
COMMUNITY
KONTAKT
IMPRESSUM
» ethiker.com kaufen

„Tanz auf dem Vulkan“

Ausstellung „Schauplatz Natur“: Katastrophen

Berlin

ifa

Am vergangenen Freitag wurde die Ausstellung „Tanz auf dem Vulkan“ in der Berliner ifa-Galerie eröffnet. Bis zum 12. Oktober zeigt das zweite Projekt aus der Reihe „Schauplatz Natur“ künstlerische Arbeiten, die sich mit vom Menschen selbst verursachten Katastrophen befassen. Sie beinhaltet aber auch Arbeiten, die sich mit der ästhetischen Seite von Katastrophen auseinandersetzen und mit der Faszination, die sie auf den Menschen ausüben.

Visionen vom Untergang der Welt hat es zu allen Zeiten und in allen Kulturen gegeben. Die technischen Entwicklungen der letzten 150 Jahre jedoch haben Katastrophen bisher unbekannten Ausmaßes hervorgebracht, wie den Supergau von Tschernobyl, die Austrocknung des Aralsees oder die Giftgasunglücke von Bhopal und Seveso. Diese stehen thematisch im Mittelpunkt der Ausstellung.

Das Fotoprojekt „Alpenglühen“ von Eva Castringius verdeutlicht beispielsweise, dass wir die Probleme direkt vor der Haustür haben und gar nicht so weit gehen müssen, um uns die Folgen des menschlichen Eingriffs in die natürliche Umwelt vor Augen zu führen. Die Fotoserie ist in den aktiven Tagebaugebieten Cottbus-Nord und Welzow-Süd in der Niederlausitz entstanden. Die Bilder der Cottbuser Region gewähren einen Blick in kilometerlange Gruben, die von maschinell entstandenen Bergen und erodierten Formationen gesäumt sind. Ihre Fotos zeigen die Faszinationskraft der gigantischen unwirklichen Landschaft, die der Abbau der Braunkohle im Tagebau mit sich bringt.

Ein Beispiel der Kommerzialisierung von Katastrophen und ihren Schreckensbildern einschließlich ihrer medialen Verwertung ist das Computerspiel „S.T.A.L.K.E.R.–Shadow of Chernobyl“, bei dem Fotos der Todeszone Tschernobyls verwendet wurden. Sie bilden nicht nur den Hintergrund der Handlung, sondern das Spiel agiert direkt in der „Zone“ um Tschernobyl. Aufgabe des Spielers ist es, die verschiedensten Mutanten, die sich dort aufgrund der Radioaktivität entwickelt haben, abzuschießen, natürlich um die Welt vor ihnen zu retten. Computerspiele, wie sehr sie auch verteufelt werden, sind Bestandteil der globalen Kultur. Die Vermischung von Fiktion und Realität, die in diesem Spiel absichtlich vorgenommen wird, ist auch Grundlage künstlerischer Arbeiten. Insofern verweist es, als ein kulturelles Phänomen, wieder auf die Kunstwerke der Ausstellung.

Zu sehen sind außerdem Werke der Künstler/innen Sarnath Banerjee, Barbara Blasin, J. Henry Fair, Nikolaus Geyrhalter, Sabine Gisinger, Laura Kikauka, Alexander Ugay, Frank Westermann und ZITABL. Die Ausstellung hat nicht nur den Anspruch einer ästhetischen Auseinandersetzung mit Umweltproblematiken, sondern sie will zugleich Informationen vermitteln. Absichtlich werden in Ausstellungen der ifa-Galerien Berlin und Stuttgart verschiedene Medien zu Themen zusammengeführt, um komplexe kulturelle Zusammenhänge sichtbar zu machen.

___________________

Webtipp: >> ifa-Galerie

Twitter, Facebook ...

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.

Eigentümer und Herausgeber: Anke Pohl www.ethiker.com Das Copyright für veröffentlichte Publikationen, Objekte und Inhalte der Webseite verbleibt bei den Eigentümern.
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle wird keine Haftung für die Inhalte externer Links übernommen. © www.ethiker.com
SSL Zertifikate

buero