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ETHIKER DAS ONLINEPORTAL - Mittwoch, 13. Dezember 2017

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Unser Elektroschrott vergiftet die Armen in Afrika

Hamburg

greenpeace

Eine aktuelle GREENPEACE – Studie dokumentiert die unhaltbaren Zustände auf  Elektroschrott- Plätzen in Afrika. Umgeben von Müll und weder durch Handschuhe noch durch Atemmasken vor den Giften geschützt, hocken Kinder dort vor offenem Feuer und nehmen Handys, Computer und anderen aus Europa stammenden Elektroschrott auseinander. Das von einem Wissenschaftler begleitete Greenpeace- Team hat vor Ort zwei frei zugängliche Schrottplätze in Accra und Korforidua untersucht. Erd- und Sedimentproben wurden analysiert.

Unter den vielen Giften ist unter anderem Blei, Kadmium oder Phtalate gefunden worden – Chemikalien mit gefährlichen Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit. Der Blei- Gehalt ist zum Teil 100 mal höher als in nicht kontaminierter Erde. Ähnliche Giftmischungen fand Greenpeace bereits auf Schrottplätzen in China und Indien.

„Viele der gefundenen Chemikalien sind hochgiftig. Einige können die Entwicklung des Fortpflanzungssystems bei Kindern beeinflussen, während andere die Entwicklung des Gehirns oder des Nervensystems beeinträchtigen können“, erklärt Dr. Kevin Brigden von Greenpeace International.

Der Schrott gelangt beispielsweise ausgegeben als Secondhand- Ware aus Europa in Länder wie Ghana. So wird die EU- Gesetzgebung umgangen, die zwar den Export von gefährlichem Elektroschrott verbietet, nicht jedoch die Ausfuhr von wieder verwertbarer Ware. Die meisten Geräte, die Markennamen wie Philips, Sony, Microsoft, Nokia, Dell, Canon oder Siemens tragen, sind allerdings kaputt. Tausende Tonnen Schrott werden auf diese Weise durch skrupellose Händler nach Afrika verfrachtet.

„Der Großteil der Computer, die alten, überholten, Secondhand-Computer sind defekt. Warum gibt man uns Computer, die nicht funktionieren? Das ist Müllentsorgung und nichts anderes“, sagt Mike Anane, Umweltkampaigner in Ghana.

Auf der Suche nach Wertstoffen wie Aluminium und Kupfer (fünf Kilogramm bringen ca. zwei US- Dollar) wird auf den Mülldeponien der Schrott dann – oftmals von Kindern – auseinander genommen. „Solange Elektro-Firmen giftige Substanzen nicht aus der Produktion verbannen und nicht bereit sind, Verantwortung von der Produktion bis zum Recycling zu übernehmen, wird es diese Giftdeponien weiterhin geben“, sagt Martin Hojsik, Chemieexperte von Greenpeace – International.

Seit Jahren fordert Greenpeace eine kostenlose Rücknahme der Altgeräte und Entwicklung von Recycling- Programmen von der Elektrobranche, damit unser Elektroschrott nicht die Armen dieser Welt vergiftet.

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Webtipp: >> Mitmachaktion von GREENPEACE – INTERNATIONAL

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