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Versagen der G8

G8 – Gipfelthema Klimaschutz

Berlin

Foto: © WWF

g8_klima

Die Beschlüsse der G8 wurden von Umweltorganisationen, Attac und Welthungerhilfe als zu mager, vage und mutlos kritisiert. Für den WWF (World Wide Fund For Nature) war das Gipfeltreffen Zeitverschwendung. Das Meeting habe mehr zur Verwirrung als zur Klärung für ein neues Klimaabkommen geführt. Die Halbierung der Treibhausgase bis 2050 reiche nicht aus. Stattdessen müssten die Industrieländer ihren CO2- Ausstoß in diesem Zeitraum um mindestens 80 Prozent reduzieren.

„Die reichen Staaten taktieren und vergessen dabei, dass das Überleben des Planeten von ihrer Führungsqualität abhängt. Offenbar verstehen derzeit vor allem die Schwellenländer die Bedeutung der Problematik und signalisieren Handlungsbereitschaft“, sagt Regine Günther, Leiterin des Klimabereichs beim WWF Deutschland.

Auch die Erklärung der G8 zur weltweiten Nahrungsmittelkrise und zur Entwicklung Afrikas sei enttäuschend, kritisierte die Welthungerhilfe. „Insgesamt sind die Ergebnisse viel zu vage, zu mutlos und zu kurzfristig“, erklärt Ulrich Post, Entwicklungs- und Politikexperte der Welthungerhilfe. Es fehle vor allem an konkreten Zahlen und Zeitplänen, klarer Benennung von Missständen und langfristigen Perspektiven.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac warf den G8 ein völliges Versagen bei den globalen Krisen vor: „Die G8 sind ein Hindernis für eine gerechte Weltwirtschaft und die Verwirklichung sozialer Rechte. Statt die drängenden weltweiten Probleme anzupacken, hat dieser Club der Irrsinnigen den Gipfel in Japan als Propagandashow für die Öl- und Atomindustrie genutzt“, sagte Pedram Shahyar vom Attac-Koordinierungskreis. Dies zeige, worum es der G8 bei ihren pompösen Treffen wirklich gehe: eine aggressive Politik zu Gunsten der kurzfristigen Gewinninteressen großer Konzerne.

Die Klimaschutz-Erklärung der G8 bezeichnete Attac als dreisten Schwindel. „Ein abgehalfterter US-Präsident wie George Bush stimmt einer Halbierung der C02-Emissionen bis zum Jahr 2050 zu, ohne dass auch nur ein Basisjahr genannt wird – wer das als Fortschritt feiert, versucht die Menschen für dumm zu verkaufen“, sagte Pedram Shayar. Wer wie die G8 die Ölförderung steigern, die industrialisierte Landwirtschaft ausbauen und den Weltmarkt weiter liberalisieren wolle, sei im Gegenteil für eine weitere Erwärmung der Atmosphäre verantwortlich zu machen.

„Das Drängen nach mehr Atomenergie ist im höchsten Maße verantwortungslos“, kritisierte Detlev von Larcher, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis. Statt endlich eine echte Energiewende einzuleiten, wolle die G8 Atomkraft aus der Mottenkiste holen. Attac betonte, dass die Atomenergie auch unabhängig von den mit ihr verbundenen Risiken weder einen Ausweg aus der Energie- noch der Klimakrise weise. „Mit ihrer versuchten Volksverdummung macht sich die G8 zum Büttel der Atomlobby“, betonte Detlev von Larcher.

Auch der dringend benötigte Paradigmenwechsel bei der Gestaltung des internationalen Finanzsystems sei nicht angegangen worden. Detlev von Larcher: „Die nächste Finanzmarktkrise ist gewiss.“ Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kritisiert, es gebe „ein bisschen die Gefahr, dass man schon wieder zum ‚business as usual‘ zurückkehrt“. Attac forderte die G8 auf, sich endlich selbst aufzulösen und einer reformierten UNO das Feld überlassen.

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Webtipps: >> Attac Deutschland

>> WWF Deutschland

>> Welthungerhilfe

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