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Wie reagieren Tibets Gletscher auf den Klimawandel?

Technische Universität Dresden

Dresden

tu-dresdenDie Wasserressourcen weiter Teile Süd- und Südostasiens hängen in entscheidendem Maß vom sommerlichen Monsun und der Schnee- und Eisschmelze am Himalaya und auf dem tibetischen Plateau ab. Wie der Wasserhaushalt der großen Flüsse, die in der Region entspringen, sich im Zuge des weltweiten Klimawandels verändern könnte, ist deshalb eine für viele Millionen Menschen in Tibet, China, Nepal, Indien und den angrenzenden Ländern von hoher Bedeutung. Im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Tibetan Plateau: Formation, Climate, Ecosystems (TiP)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft haben deshalb Prof. Manfred Buchroithner vom Institut für Kartographie der TU Dresden, Prof. Christoph Schneider von der RWTH Aachen und seine Doktorandin sowie Promovend Dipl.-Ing. Fabien Maussion von der TU Berlin gemeinsam chinesischen Wissenschaftlern vom Institute of Tibetan Plateau Research (ITP) der Chinese Academy of Science (CAS) zwei automatische Energiebilanzstationen auf dem Zhadang- Gletscher in der nördlich Lhasa gelegenen Gebirgskette Nyenchentanghla (bis 7162 m) installiert.

Für den Transport des Expeditionsgepäcks von den Yakweiden am Nam Co (Nam-See) auf 4700 Meter zum Gletscherrand auf 5500 Meter über dem Meer wurden zwölf Pferde und fünf tibetische Begleiter benötigt. Für den weiteren Transport der jeweils ungefähr 80 Kilogramm schweren Messeinrichtungen auf Höhen von 5640 und 5730 Meter über dem Meer mussten die Wissenschaftler zusammen mit zwei tibetischen Helfern allerdings mit eigener Muskelkraft sorgen. Da der Sauerstoffgehalt in dieser Höhe nur noch ungefähr die Hälfte jenes auf Meeresniveau beträgt, ist dies trotz mehrtägiger etappenweiser Höhenakklimatisation ein kräftezehrendes Unterfangen. „Es war eine der anstrengendsten Geländearbeiten, die ich je durchgeführt habe“, so Buchroithner, der seit 1975 Gebirgsforschungen in Hochasien und den Anden durchführt.

Mit der erfolgreichen Installation der beiden Stationen auf der Nord- und – nunmehr – auf der Südseite der Gebirgskette kann der Zhadang-Gletscher jetzt als der am aufwändigsten ausgestattete „Laborgletscher“ Zentralasiens bezeichnet werden, da durch die wissenschaftlichen Partner am ITP weitere glaziologische, hydrologische und meteorologische Messeinrichtungen in dem gesamten Wassereinzugsgebiet betrieben werden. Die enorme Dichte an Messdaten, die vom Zhadang-Gletscher und seinem Einzugsgebiet seit Ende April 2009 verfügbar sind, ist für Zentralasien und vor allem für die extreme Höhenlage zwischen 5300 Meter und 6000 Meter über dem Meer weltweit einmalig.

Die automatischen Messeinrichtungen werden künftig von deutsch-chinesischen Teams halbjährlich gewartet, die über mindestens zwei sommerliche Schmelzphasen klimatologische und schnee- und eishydrologische Daten erfassen, die es erlauben, detaillierte und vor allem räumlich hochauflösende Modelle für die Schnee- und Eisschmelze in der Region zu entwickeln und zu kalibrieren. Hierzu werden vom Institut für Kartographie der TU Dresden auf der Basis multitemporaler Satellitenbilder detaillierte digitale Geländemodelle und Daten zur Gletschergröße bis Anfang der 1960er Jahre zurückreichend bereitgestellt, deren jüngste ebenfalls mit Geländedaten der aktuellen Geländemesskampagne kalibriert werden.

Mit den kalibrierten Schmelzmodellen werden die deutschen Wissenschaftler der RWTH Aachen und der TU Berlin dann die Gletscheränderungen vergangener Jahrzehnte in hoher räumlicher Auflösung modellieren und dieses Ergebnis anhand der an der TU Dresden aufbereiteten älteren Satellitenbilder vergleichen können. Anschließend werden auf der Basis von globalen Klimamodellen die künftigen Änderungen des Eishaushaltes der Gletscher dieser bislang wenig erforschten Gebirgskette im Herzen Tibets abgeschätzt und damit ein wichtiger Beitrag für die weitere nachhaltige Entwicklung in dieser Region geleistet.

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Webtipp: >> www.tu-dresden.de

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