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Wildtiere tropischer Regenwälder – Einnahmequelle für die ländliche Bevölkerung

Wildtierbewirtschaftung soll einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten

Göttingen

Foto: Corinne Staley, Kinder mit Teilen vom Nilwaran (Kamerun), Pressemitteilung: Marietta Fuhrmann-Koch, Georg- August- Universität Göttingen

kinder_mit_nilwaranDie Jagd nach Wildtieren ist für weite Teile der Bevölkerung Westafrikas wichtiger Teil der Lebenssicherung, sie bedroht jedoch die Tierbestände tropischer Regenwälder. Mit dem Aufbau einer kommunalen Wildtierbewirtschaftung befasst sich ein Forschungsprojekt am Zentrum für Naturschutz der Universität Göttingen. Die Experten unter der Leitung von Dr. Matthias Waltert untersuchen mit Hilfe eines sozio-ökonomisch und ökologisch ausgerichteten Modells, unter welchen Bedingungen Wildtiere nachhaltig genutzt werden können.

In Zusammenarbeit mit der Landbevölkerung sollen daraus Strategien entwickelt werden, die sowohl die Tierressourcen schützen als auch einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Kooperationspartner sind Wissenschaftler in Kamerun und Nigeria. Die dreijährigen Arbeiten haben im August 2008 begonnen und werden von der VolkswagenStiftung mit rund 550.000 Euro gefördert.

Die Nutzung von Wildfleisch im tropischen Regenwald dient nicht nur der Gewinnung von proteinhaltigen Nahrungsmitteln, sondern erschließt zugleich auch zusätzliche Einnahmequellen. Dies gilt insbesondere für Waldantilopen wie die kleinen Ducker. „Der Buschfleischhandel ist ein entscheidender lokaler Wirtschaftsfaktor der armen ländlichen Bevölkerung. Eine unkontrollierte Jagd führt jedoch zu einem Rückgang der Tierpopulationen, so dass damit auf lange Sicht die Lebensgrundlage der Dorfbewohner bedroht ist“, erläutert Dr. Waltert. „Ziel einer kommunalen Wildtierbewirtschaftung ist es, sowohl den Lebensunterhalt der Menschen zu verbessern als auch die bestehenden Ökosysteme zu schützen.“

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen lokale Dorfgemeinschaften und ihre Institutionen im nigerianischen Oban Hills-Regenwald und in Gebieten um den angrenzenden Korup-Nationalpark in Kamerun. Für diese Regionen werden die Wissenschaftler mit Hilfe von Geoinformationssystemen Simulationen durchführen: Sie sollen zeigen, wie sich mögliche Veränderungen im Jagdverhalten, in der Landnutzung oder in der Bevölkerungsdichte auf die Lebenssituation der Menschen und die Tierbestände auswirken. Die Intergration sozial- und naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse bildet dabei die Basis für kommunal ausgerichtete Entwicklungsstrategien.

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Webtipp: >> Georg- August- Universität Göttingen

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