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WWF: Ostsee bleibt Kreuzfahrt- Klo

Verband der Kreuzfahrt- Reedereien lehnt verbesserte Reinigung der Schiffsabwässer ab

Stralsund

Foto: © Johanna Lampi / WWF

ostsee

Der Dachverband der Kreuzfahrtreeder CLIA (Cruise Lines International Association) hat nach monatelangen Gesprächen mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) eine Selbstverpflichtung zur Reinhaltung der Ostsee abgelehnt. Dagegen entsorgen immer mehr Fährlinien inzwischen ihre Schiffsabwässer vorbildlich. Die meisten Kreuzfahrtschiffe leiten nun ihre Klospülungen und Abwässer weiterhin unzureichend geklärt in die Ostsee.

„Die Blockade-Haltung des Kreuzfahrt-Verbandes ist unverantwortlich. Die Ostsee mit ihren riesigen Todeszonen ist ohnehin schon stark verschmutzt“, erklärt der Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund, Jochen Lamp. Die Nährstoffeinträge aus Schiffsabwässern sind Mitverursacher von Algenteppichen und sauerstoffarmen Todeszonen. Die Initiative des WWF setzt sich dafür ein, dass die Schiffsabwässer entweder in den Häfen entsorgt werden oder an Bord geklärt werden, bevor sie ins Meer eingeleitet werden.

Jährlich verkehren bis zu 300 Kreuzfahrtschiffe auf der Ostsee. Während bislang lediglich drei von 20 Kreuzfahrt- Gesellschaften die WWF- Initiative unterstützen -die Reedereien Peter Deilmann, Hurtigrouten und AIDA Cruises- bekennt sich die Mehrzahl der Fährlinien- Gesellschaften durch das Unterzeichnen der Selbstverpflichtung zu einer vorbildlichen Entsorgung. „Diese Beispiele zeigen, dass es auch heute schon möglich ist, saubere Schiffe auf der Ostsee zu betreiben“, so Lamp.

Der Dachverband CLIA erklärte dem WWF gegenüber, dass zunächst die Abpumpstationen in den Häfen und die Entsorgungsanlagen auf den Schiffen harmonisiert werden müssten. „Das sind fadenscheinige Ausreden“, kritisiert Lamp. Auch in den Häfen, wo bereits eine entsprechende Ausstattung vorhanden sei, werde diese nicht genutzt, da viele Reeder die billigere und schnellere Entsorgung auf See bevorzugen. Keines der 114 am Kreuzfahrtterminal in Kiel anlegenden Schiffe machte 2007 beispielsweise von den zwei zur Verfügung stehenden Abwasser- Entsorgungseinrichtungen Gebrauch.

Nach Angaben des WWF werden in diesem Jahr bis zu 113 Tonnen Stickstoff und etwa 38 Tonnen Phosphor aus den Kreuzfahrtschiffen in die Ostsee gelangen. Die Umweltorganisation hatte 2007 eine Kampagne gestartet, um die Nährstoffeinträge zu verringern. Vor dem Start der Initiative landeten pro Jahr bis zu 100 Millionen Klospülungen und 1,6 Milliarden Liter Schmutzwasser aus Fähren und Kreuzfahrtschiffen ungeklärt im Meer.

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Webtipp: >> World Wide Fund For Nature – WWF

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